06. August 2020 / 06:57 Uhr

Ralf Rangnick spricht Klartext: Mailand-Job wäre "nicht klug gewesen", Ansage für nächsten Klub

Ralf Rangnick spricht Klartext: Mailand-Job wäre "nicht klug gewesen", Ansage für nächsten Klub

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ralf Rangnick hat über den geplatzten Mailand-Deal und seine Zukunft gesprochen.
Ralf Rangnick hat über den geplatzten Mailand-Deal und seine Zukunft gesprochen. © imago images / opokupix
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Jetzt spricht Ralf Rangnick: Nach seinem Aus bei Red Bull als Head of Sport and Development Soccer blickt der ehemalige Trainer und Sportdirektor bereits in die Zukunft. Bei seinem nächsten Klub wolle er Titel gewinnen, so Rangnicks klare Ansage. Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" erklärte Rangnick auch, warum er dem AC Mailand abgesagt hat.

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Er will es offenbar noch einmal wissen: Ralf Rangnick hat nach seinem Abschied vom Red-Bull-Konzern im Interview mit der Süddeutschen Zeitung über einen möglichen neuen Job gesprochen – und direkt eine Titel-Ansage gemacht. Bei seiner nächsten Aufgabe wolle er im Gegensatz zum Engagement bei seinen Ex-Vereinen RB Leipzig und Red Bull Salzburg keine Aufbauarbeit mehr leisten. "In meinem Alter wäre es schön, wenn der nächste Klub einer wäre, der von Anfang an Titel gewinnen kann", sagte der 62-Jährige.

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Eines steht allerdings fest: Rangnick will bei einem neuen Job seine eigenen Entscheidungen treffen. Ihm gehe es dabei auch nicht um "Ämter oder Macht als Selbstzweck". Er wolle Dinge beeinflussen können. "Dafür braucht es im ultraschnellen Fußballgeschäft kurze Entscheidungswege. Du musst heute ein Schnellboot sein, kein Frachter, um sich bietende Gelegenheiten zu nutzen", begründete der ehemalige Bundesliga-Trainer und Manager.

Ralf Rangnick: Engagement in Mailand wäre möglich gewesen

Rangnick sprach auch über den geplatzten Deal mit dem italienischen Traditionsklub AC Mailand, mit dem er eng in Kontakt gestanden hatte. Ein Engagement sei vorstellbar gewesen, meinte der erfahrene Coach. "Aber durch die gute Serie von Milan seit dem Restart – neun Siege, drei Unentschieden – konnte man das einfach nicht machen. Egal, aus welcher Perspektive, aus meiner oder des Vereins: Es wäre nicht klug gewesen", stellte der DFB-Pokalsieger von 2011 klar. Die Mailänder erreichten in der Serie A am Ende Platz sechs und damit die Europa-League-Qualifikation – vor Top-Klub SSC Neapel. "Wenn ich mich in die Lage der Milanisti hineinversetze, egal ob in Trainer, Sportdirektor, Spieler oder Fans: Ich hätte auch kaum verstanden, warum Milan nach einem solchen Lauf alles verändern will", meinte Rangnick.

Ralf Rangnick: Seine besten Spüche

Mit diesem Spruch hat Ralf Rangnick einige Sympathien bei den Münchnern verspielt. Zur Galerie
Mit diesem Spruch hat Ralf Rangnick einige Sympathien bei den Münchnern verspielt. ©

Rangnick erarbeitete sich in der Vergangenheit einen Ruf als Experte für längerfristig ausgelegte Projekte mit aufstrebenden Vereinen. In fünf Jahren als Trainer etablierte er die TSG Hoffenheim in der Bundesliga. Danach kam er nach einer Zwischenstation auf Schalke 2013 zur Red-Bull-Gruppe und führte zunächst Red Bull Salzburg als Sportdirektor zu zwei österreichischen Meisterschaften. Anschließend übernahm er bei RB Leipzig – ebenfalls erst in Doppelfunktion als Trainer und Sportdirektor – und half mit, den Klub in die Bundesliga zu führen. Zuletzt wechselte er 2019 in eine übergeordnete Rolle als Leiter der weltweiten Fußballabteilung. Sein Vertrag bei Red Bull wurde erst kürzlich aufgelöst.