03. Dezember 2021 / 10:53 Uhr

Rangnick bei Manchester United vorgestellt: Trainer spricht über Ronaldo, Taktik, Transfers und Zukunft

Rangnick bei Manchester United vorgestellt: Trainer spricht über Ronaldo, Taktik, Transfers und Zukunft

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ralf Rangnick hat zu seinem Amtsantritt bei Manchester United Rede und Antwort gestanden.
Ralf Rangnick hat zu seinem Amtsantritt bei Manchester United Rede und Antwort gestanden. © IMAGO/Laci Perenyi (Montage)
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Am Freitagvormittag ist Ralf Rangnick als neuer Trainer von Manchester United vorgestellt worden. Auf seiner Antrittspressekonferenz sprach der 63-Jährige unter anderem über die Saison-Ziele, mögliche Transfers und seine Zukunft über die Saison hinaus. Auf die Arbeit mit Cristiano Ronaldo freut er sich.

Er soll Manchester United zurück in die Spur bringen: Ralf Rangnick ist am Freitagmorgen offiziell als neuer Trainer beim englischen Rekordmeister vorgestellt worden. Bis Saisonende soll der Deutsche die "Red Devils" trainieren. Im Anschluss steht Rangnick dem Verein zwei weitere Jahre als Klub-Berater zur Seite. Und in seiner Antrittspressekonferenz blickte der 63-Jährige voller Energie auf die Aufgabe: "Ich freue mich sehr auf die nächsten Tage, Wochen und Monate", sagte Rangnick. "Wenn ein Klub wie ManU anfragt, kann man natürlich nicht nein sagen."

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Seine Ziele für den Rest der Saison formulierte Rangnick klar: "Meine Hauptaufgabe ist, mehr Balance in die Mannschaft zu bringen", sagte er. "Der Ansatz ist, diese außergewöhnlichen Spieler dazu zu bringen, den Ball von ihrem Tor wegzuhalten." Nach den mitunter desaströsen Ergebnissen der letzten Wochen und der daraus resultierenden Entlassung von Ole Gunnar Solskjaer gibt sich der neue Coach mit Blick auf die Tabelle vorsichtig: "Wir wollen die erfolgreichste Saison spielen, die wir noch können. Wir müssen realistisch sein: Der Abstand zu den Top 3 ist groß – aber wir werden mal sehen."

Bekannt ist Rangnick auch in England vor allem als geistiger Vater des Gegenpressings. Die Erwartungen bei den Fans sind groß, dass United in den kommenden Wochen endlich wieder geradlinigen Offensivfußball zeigt. Schon am Sonntag ist der Tabellen-Siebte nach dem 3:2-Sieg gegen Arsenal vom Donnerstag allerdings wieder gefordert: In London steht Rangnick beim Auswärtsspiel gegen Crystal Palace erstmals an der Seitenlinie. Mit Blick auf die Partie trat er allerdings auf die Bremse: "Es wird nicht so einfach mitten in der Saison, das ist mir sehr klar. Du kannst nicht innerhalb von ein, zwei Wochen alles ändern. Andere deutsche Trainer, die in die Premier League gekommen sind, haben das auch schon erlebt", gestand Rangnick.


Hilfe könnte dabei auch von außen kommen. Britischen Medien zufolge könnten die United-Verantwortlichen Rangnick im Winter viel Geld für Transfers bereitstellen. Der ehemalige Leipzig- und Hoffenheim-Macher sieht die Mannschaft allerdings auch jetzt schon erstklassig aufgestellt: "Die Mannschaft hat viel Qualität: Junge Spieler mit großem Talent, aber auch Stars mit Erfahrung. Der Kader ist auf jeden Fall nicht zu klein." Gerade im Angriff sei man gut besetzt: "Wir haben so viele Top-Spieler im offensiven Bereich, dass wir dort überhaupt nicht über Verstärkungen reden müssen." Das Transferfenster im Winter sei ohnehin "nicht der beste Zeitpunkt für nachhaltige Transfers", so Rangnick. "Es macht eigentlich nur Sinn, jemanden zu verpflichten, der direkt etwas beitragen kann. Und das wird womöglich schwierig."

Die Gerüchte, dass in Rangnicks Vertrag ein Bonus für den Fall vorgesehen sei, dass er BVB-Stürmer Erling Haaland ins Old Trafford lotsen könnte, dementierte Rangnick daher auch. "Lasst mich mal schauen", sagte er auf die Frage, ob eine solche Klausel in seinem Vertrag sei, und blätterte scherzhaft in seinen Unterlagen. "10 Millionen für Erling Haaland, 10 Millionen für Kylian Mbappé, 10 Millionen für Robert Lewandowski und 10 Millionen für Joshua Kimmich. Nein, das ist natürlich Nonsens."

Rangnick: Zukunft über die Saison hinaus offen

Das größte Aushängeschild von Rangnicks neuem Team ist zweifelsohne Superstar Cristiano Ronaldo. Berührungsängste mit dem fünfmaligen Weltfußballer hat Rangnick nicht: "Du musst deinen Stil immer an die Spieler anpassen. Und Cristiano gestern zu sehen war unglaublich. Ich habe noch nie einen Spieler mit 36 Jahren gesehen, der so fit ist", sagte Rangnick über den Portugiesen, der den Sieg über Arsenal am Donnerstag mit zwei Treffern besiegelt hatte. "Es geht aber nicht nur um Cristiano. Es geht darum, dass alle sich in die Mannschaft einbringen", erklärte Rangnick. "Und was ich gestern von Cristiano gesehen hab, ist er mehr als bereit dazu."

Dass sein Engagement an der Seitenlinie der "Red Devils" zwangsläufig nach der Saison endet, sei laut Rangnick indes noch keinesfalls in Stein gemeißelt: "Wir haben ehrlich gesagt noch nicht im Detail darüber geredet, was in den nächsten zwei Jahren passiert. Wir haben nur über die gegenwärtige Situation geredet und wie wir jetzt zusammenarbeiten können", sagte er über seine Zukunft nach der aktuellen Spielzeit. "Vielleicht, wenn es gut läuft, mache ich die gleiche Empfehlung, wie zweimal in Leipzig: Dass es eine gute Idee wäre, mit mir als Trainer weiterzuarbeiten."