05. August 2020 / 08:28 Uhr

Rangnick-Aus bei Red Bull: Schwere Auswirkungen auf Projekt in Salzburg erwartet

Rangnick-Aus bei Red Bull: Schwere Auswirkungen auf Projekt in Salzburg erwartet

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
ralf rangnick
Bei Personalentscheidungen bewies Ralf Rangnick meist ein goldenes Händchen. © Getty Images
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RB Leipzigs früherer Sportdirektor und Trainer Ralf Rangnick hat auch in Salzburg tiefe Spuren hinterlassen. Die Trennung zwischen dem Red-Bull-Konzern und dem langjährigen Sportdirektor des österreichischen Serienmeisters habe „noch nicht abschätzbare Folgen“, schreibt die "Kronen-Zeitung".

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Leipzig. Zwischen 2012 und 2015 war Ralf Rangnick bei Red Bull Salzburg als Sportdirektor tätig. Es war eine prägende Zeit. Nicht nur in Leipzig, auch beim Schwesterklub installierte der Schwabe einen neuen Spielstil, revolutionierte das Scouting-System, schuf neue Strukturen und Netzwerke und modernisierte die Jugendarbeit.

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Abonnement auf Meisterschaft und Pokal, Qualifikation für die Champions League, Youth League-Titel 2017, Karriere-Sprungbrett für Stars wie Sadio Mané und Naby Keita plus die damit verbundenen Transfererlöse: Das Salzburg seit Jahren auf einer Erfolgswelle surft, ist aus Sicht der Kronen-Zeitung der Aufbauarbeit Rangnicks zu verdanken. Nun ist die Zusammenarbeit zwischen dem 62-Jährigen und dem Red-Bull-Konzern, wo er zuletzt als „Head of Sport and Development Soccer“ tätig war, Geschichte.

Charakterlich nicht jedermanns Sache

Aus Sicht des Blatts hat RR „den im Vergleich mit den europäischen Fußball-Giganten kleinen rot-weiß-roten Klub zukunftsfit gemacht“. Trotz aller „Hopplas, Skandale, Ungereimtheiten“, die es in der Rangnick-Ära gegeben habe. So verriet Rangnick als Leipzig-Boss Transferdetails, noch bevor der Verkauf eines Salzburgers nach Leipzig offiziell gemacht wurde.

Auch an seine „herablassenden Worte“ als RB-Coach über die Salzburger Mannschaft vorm Europa League-Duell der beiden Klubs 2018 erinnerte man sich ungern. Und das Leipzig bis heute fast 20-mal im Salzburg-Kader wilderte, sorgte und sorgt bei den Fans für jede Menge Unmut. Das gemischte Fazit der Kronen-Zeitung: „Charakterlich mag Rangnick nicht jedermanns Sache gewesen sein. Bei Personalentscheidungen bewies er aber meist ein goldenes Händchen.“

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Wird Salzburg verwunderbarer?

Gemeint sind neben dem Aufspüren talentierter Kicker auch Trainer-Verpflichtungen wie Roger Schmidt, Adi Hütter und Marco Rose, der 2013 als Nachwuchstrainer von Lok Leipzig an die Salzach ging . Aber auch der frühere Salzburger Nachwuchsleiter Ernst Tanner und Sportdirektor Christoph Freund, der unter Rangnick lernte und seit dem Abgang seines Mentors die Geschicke leitet.

Nicht zuletzt Ex-Scoutingchef Christopher Vivell, der seit Anfang August bei RB Leipzig als Technischer Direktor fungiert. Unklar ist aus Sicht der Kronen-Zeitung, wie lange Salzburg noch auf Rangnicks umfassendes Transfer-Netzwerk zurückgreifen kann. „Die Luft dürfte, auf Sicht betrachtet, dünner werden.“ Rangnicks Abgangs habe „noch nicht abschätzbare Folgen“ und mache „die Bullen in jedem Fall verwundbarer“.