25. Juli 2018 / 06:58 Uhr

Rami Zabdeh und sein Traum vom Profi-Fußball

Rami Zabdeh und sein Traum vom Profi-Fußball

Dominik Ferl
Leipziger Volkszeitung
Drangvoll: Rami Zabdeh (links) stürmt für die Veilchen. Der Oschatzer, der über RB Leipzig und Dynamo Dresden nach Aue kam, liebt das „geile Gefühl“, Tore zu schießen – und arbeitet seit Jahren hart dafür.
Drangvoll: Rami Zabdeh (links) stürmt für die Veilchen. Der Oschatzer, der über RB Leipzig und Dynamo Dresden nach Aue kam, liebt das „geile Gefühl“, Tore zu schießen – und arbeitet seit Jahren hart dafür. © privat
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Der 17-jährige Oschatzer stürmt für die A-Jugend des FC Erzgebirge Aue

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Oschatz/Aue. Mit Rami Zabdeh schaffte ein weiterer Nachwuchsfußballer aus Oschatz, der beim FSV begonnen hat, den Sprung zum Leistungssport. Über RB Leipzig und Dynamo Dresden kam der 17-Jährige zum FC Erzgebirge Aue, wo er jetzt in seine zweite Saison startet.

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Dort rückt er in die A-Jugend und strebt im kommenden Schuljahr das Abitur an. Dieser Aufgabe blickt er zuversichtlich entgegen, mit seinem Notenschnitt von 1,8 liegt er im Soll. Sportlich geht er als Stürmer ins Rennen, so wie schon in den letzten Jahren. Seit seiner Zeit in Leipzig ist er für Tore zuständig: „Über die Position bin ich glücklich. Es gibt nichts geileres als das Gefühl, nach einem Tor zu jubeln“, sagt er.

Der typische Tag von Rami ist randvoll gefüllt. Er beginnt kurz nach 6 Uhr, eine Stunde später geht es in die Schule. Dann hat er bis 13 oder 14 Uhr Unterricht, übrigens an einem normalen Gymnasium ohne spezielle sportliche Ausrichtung, bevor 16 Uhr das Training mit den Veilchen ansteht. Vor 19 Uhr ist Rami nicht zu Hause, wo er sich noch Zeit für Hausaufgaben und das tägliche Telefonat mit seiner Familie nimmt: „Um 9 am Abend kann ich mit meinen Eltern reden. Das muss einfach sein“, erzählt Rami, der seine Hausaufgaben möglichst immer schon am Wochenende macht, um danach den Kopf frei zu haben.

"Zweite Liga wäre mein Traum"

Zabdeh ist ambitioniert und spricht seine Ziele deutlich aus: „Zweite Liga wäre mein Traum, vielleicht klappt es ja. Ich werde natürlich alles geben.“ Dabei ist der Schritt zu den Profis, die in Aue in der 2. Bundesliga kicken, kein einfacher. Rami erklärt, dass es in jedem Jahr nur drei „Local Player“-Verträge gebe. Damit sollen Spieler aus der eigenen Jugend gefördert werden, die bei der ersten Mannschaft eingeplant werden und sich dann beweisen müssen. Rami weiß: „Das wird ein harter Weg.“

Hart war auch die vorige Saison. Eigentlich lautete das Ziel, in der Regionalliga Nordost einen Platz im vorderen Mittelfeld zu erreichen. Am Ende mussten die Auer um Zabdeh bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt kämpfen, erreichten dann aber den Ligaverbleib. Rami hatte sich mehr erhofft: „Wir sind Erzgebirge Aue und wir müssen spielerisch noch mehr machen. Insgesamt war es in Ordnung, aber nicht überragend.“

Mit seiner eigenen Leistung ist Rami dagegen weitgehend zufrieden: „Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, Torschützenkönig zu werden. Das hat dann nicht ganz geklappt.“ Dazu haben ihm aber nur vier Tore auf den Sieger gefehlt. Rami geht seit Jahren mit der Einstellung auf den Platz, in jedem Spiel treffen zu wollen und motiviert sich damit immer wieder selbst. „Ich hätte auch das eine oder andere Tor mehr machen können. Ich habe aber immer 100 Prozent gegeben und alles reingehauen.“

Möglichkeiten zur Verbesserung​

Trotzdem ist sich der Stürmer bewusst, dass er noch Möglichkeiten zur Verbesserung hat. „Wenn ich im athletischen Bereich noch zulege, habe ich gute Chancen, auch wenn ich nicht so groß bin. Fitness, Ausdauer und Kondition sind da von großer Bedeutung und wenn konditionell alles stimmt und der Wille da ist, schafft man das auch“, glaubt Rami.

Diese Einstellung zeigte der 17-Jährige bereits bei seinen vergangenen Stationen. Angefangen hat er in der Jugend des FSV Oschatz. Sein Gang nach Leipzig – mit RB wurde er 2014 Landesliga-Meister (U14) und ein Jahr später mit der U15 zudem Landespokalsieger – öffnete ihm die Tür zum Leistungssport, den er auch mit seinem Wechsel nach Dresden weiter betrieb. Bei Dynamo folgte der Landesliga-Titel mit der U16, bevor Rami 2017 mit seinem Dresdner Co-Trainer zum FC Erzgebirge ging. In der vergangenen Saison konnte er dort mit Robby Golzsch zusammenspielen, der ebenfalls aus der Jugend des FSV Oschatz stammt.

Traum vom Fußballprofi lebt​

Rami arbeitet mit der Agentur SSK-Spielerberatung zusammen und schätzt dies sehr: „Steven (Berater Steven Kientopp – d. A.) ist ein absolut cooler Typ. Wir telefonieren und schreiben viel. Für ihn sind sowohl fußballerische als auch menschliche Sachen wichtig. Eigentlich alles, wofür ein Berater da ist. Er hat schließlich die Kontakte, die meine Eltern und ich nicht haben.“

Rami Zabdeh ist in den vergangenen Jahren wichtige Schritte gegangen, um den Traum vom Fußballprofi wahr werden lassen zu können. Ein wichtiges Anliegen ist für ihn auch der Dank an seine Unterstützer und Förderer. An erster Stelle nennt er da seine Eltern, aber auch seine früheren Trainer beim FSV Oschatz – Horst Peschmann, Ulrich Löser, Frank Meinel und Rainer Menge.