13. Februar 2022 / 06:13 Uhr

Wechsel zur richtigen Zeit: Gelingt Rams-Quarterback Stafford jetzt der große Wurf?

Wechsel zur richtigen Zeit: Gelingt Rams-Quarterback Stafford jetzt der große Wurf?

Daniel Killy
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Matthew Stafford steht mit den LA Rams im Super Bowl.
Matthew Stafford steht mit den LA Rams im Super Bowl. © IMAGO/ZUMA Wire (Montage)
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Matthew Stafford ist einer der besten Quarterbacks. Jetzt hat er mit den Los Angeles Rams auch ein Team an seiner Seite, mit dem er den Super Bowl gewinnen kann. Der SPORTBUZZER schaut vor dem Showdown auf den Spielmacher des NFL-Teams, das zuletzt 1999 triumphierte. 

Wie vor jedem Super Bowl stehen die Quarterbacks im Blickpunkt. Beim Duell der Los Angeles Rams gegen die Cincinnati Bengals am Sonntag (Pro Sieben und DAZN, 0.30 Uhr) lohnt der Blick auf die Spielmacher Stafford und Burrow besonders, könnten sie doch unterschiedlicher nicht sein.

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Matthew Stafford ist das, was man eine gestandene Größe seines Sports nennen könnte. 2011, im "Jahr des Quarterbacks", war er neben den mittlerweile zurückgetretenen Megastars Tom Brady und Drew Brees der Einzige, der es in einer Saison auf gepasste 5000 Yards gebracht hatte. Bis heute ist das nur sechs Quarterbacks gelungen. Das ist elf Saisons her.

Und obwohl Stafford immer Leistungsträger war, schien seine Karriere für jemanden mit seinem Talent doch recht zügig in die Sackgasse zu geraten. Sein "Appromaximate Value", jener in der Statistik-besessenen NFL unverzichtbare rechnerische Wert eines einzelnen Spielers, betrug stattliche 133. Dreimal in zwölf Jahren hatte Stafford seine Detroit Lions in die Play-offs geworfen, dreimal flogen die Lions bereits in der ersten Runde raus.

Mit 33 Jahren stand Stafford vor einer weitreichenden Entscheidung. Sollte er nach einem langen Sportlerleben das Team wechseln, um endlich den Erfolg einzuheimsen, der seinen Fähigkeiten entsprach? Oder würde die Karriere ohne Aussicht auf Titel in Detroit ausklingen, zumal Stafford in der Saison 2020 auch von Verletzungen verfolgt wurde? Der Mann aus Tampa (Florida) entschied sich für den Wechsel.

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Dass dieser Transfer sitzen musste, das wussten auch die Los Angeles Rams. Nachdem sie in den Play-offs 2021 gegen die Green Bay Packers früh ausgeschieden waren, war für die ewig ambitionierten Rams bald klar, dass es mit ihrem Quarterback Jared Goff nicht weitergehen würde. Also tauschten die beiden Teams die Quarterbacks – für den höher eingeschätzten Stafford erhielten die Lions noch ein paar Spieler obendrauf. Der Deal lohnte sich. Erstmals seit 2018 stehen die Rams mit ihrem mittlerweile 34-jährigen Quarterback im Super Bowl. Es ist der fünfte Finaleinzug für das Traditionsteam. Zuletzt verloren sie 2019 im punkteärmsten Finale der Geschichte 3:13 gegen die New England Patriots.

Geht eine lange Durststrecke zu Ende?

Nur einmal, am Ende der Saison 1999, war ihnen bislang der Triumph vergönnt. Kurt Warner, der 1997 auch in der NFL Europe für die Amsterdam Admirals gespielt hatte, holte mit seiner als "Greatest Show on Turf" genannten Offensive am 30. Januar 2000 den Super Bowl in Atlanta gegen die Tennessee Titans. Damals wurde das Team mit den meisten Umzügen in der Ligageschichte als St. Louis Rams Titelträger. Gegründet 1936 als Cleveland Rams, folgte 1946 der erste Umzug nach Los Angeles. Ab 1980 wurde im Stadion in Anaheim gespielt. 1995 ging es dann nach St. Louis, 2016 folgte die Rückkehr nach Los Angeles. Mit dem fantastischen Sofi-Stadion im Rücken wünschen sich die Rams jetzt die Konstanz, die ihren Ansprüchen als Team und dem von Matthew Stafford entspricht.

Nachdem zum zweiten Mal in Folge nach Tampa Bay 2021 ein Heimteam den Super Bowl holen kann, und die Rams in einem Last-minute-Krimi eben jene Buccaneers in den Play-offs rausschmissen, ist man zuversichtlich in Los Angeles. Zumal der Spielmacher auch als Privatmann wieder befreit aufspielen kann. Seine Frau Kelly hatte sich 2019 einer zwölfstündigen Operation unterziehen müssen, bei der ein Hirntumor entfernt wurde. Sie ist wieder genesen. In einem Essay für ESPN schrieb sie: "Matthew war unglaublich während dieses ganzen Prozesses. Er stand mir buchstäblich bei jedem Schritt zur Seite."

Sie wird ihn anfeuern vor Ort in Inglewood. Auch seine Ex-Mitspieler aus Detroit drücken ihm die Daumen. Stafford hat sie nicht vergessen. "Es gibt viele Leute in Detroit, wichtige Menschen in meinem Leben, die mir geholfen haben, dorthin zu gelangen, wo ich jetzt bin." Nur ein Spiel fehlt noch.

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