20. April 2022 / 08:23 Uhr

Ran an den Pott! RB Leipzig will über Union nach Berlin

Ran an den Pott! RB Leipzig will über Union nach Berlin

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
BERLIN, GERMANY - DECEMBER 03:  Christopher Nkunku of RB Leipzig is tackled by Timo Baumgartl and Grischa Proemel of 1.FC Union Berlin during the Bundesliga match between 1. FC Union Berlin and RB Leipzig at Stadion An der Alten Foersterei on December 03, 2021 in Berlin, Germany. (Photo by Boris Streubel/Getty Images)
RB Leipzig will gegen Union Berlin zum dritten Mal ins DFB-Pokal-Finale einziehen. © 2021 Getty Images
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Es ist angerichtet: DFB-Pokal-Halbfinale, ausverkauftes Stadion, RB Leipzig gegen Union Berlin. Nachdem der SC Freiburg am Dienstag den Einzug ins Endspiel klargemacht hat, möchten die Roten Bullen nun am Mittwochabend nachziehen. 

Leipzig. Bergamo, Leverkusen, Union Berlin, die Glasgow Rangers und so weiter. Ein RB-Höhepunkt jagt den nächsten, fordert(e) alle paar Tage den ganzen Mann und provoziert Fragen. Erstens: Stemmen sich die Gestressten morgens immer noch behende aus dem Nachtlager oder wird´s langsam langsamer? Und: Wo liegt er, der Fokus der Roten Bullen? Liga, Pokal, Europa League? Überall?

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"Haben eine hungrige Mannschaft"

Nach dem bislang wichtigsten EC-Spiel in Bergamo (2:0) und dem bis dato wichtigsten Bundesliga-Match bei Bayer (1:0) folgt das Halbfinale um den DFB-Pokal (Mittwoch, 20.45 Uhr/Sky und ARD). Und man liegt nicht ganz falsch in der Annahme, dass das ausverkaufte Duell vor Rekordkulisse in der Red-Bull-Arena (47 069 Fans) gegen Eisern Union alles bisher Dagewesene der RB-Saison toppt. Sportlich, emotional und in Sachen öffentliches Interesse.

Musike intus: Auch wenn man die K.o.-Nummer zwischen dem Club, der immer noch keine Tradition aufweist und jenem, der noch und nöcher davon hat und gerne zeigt, nicht zum Klassenkampf aufbläst, ist ausreichend Projektionsfläche drin. Man kann beispielsweise mit Blick auf beider Kader und Etat steifbeinig feststellen: RB hat mehr Kohle und Qualität, ist favorisiert, muss gewinnen, steht unter Druck, der frisst und wütet.

Man darf und kann an dieser Stelle aber auch ins Feld führen, dass den Männern von Domenico Tedesco, 36, immer mal wieder Druck begegnet ist und selbiger wenig geändert hat an der Herangehensweise: Respekt vorm Gegner. Glaube ans eigene Tun. Dazu das Wissen, dass Qualität von Qual kommt. „Wir haben eine hungrige Mannschaft“, sagt Tedesco, „alle haben Lust zu trainieren und zu spielen.“ Und wenn der Coach aufstellungstechnisch inmitten zehrender englischer Wochen unschlüssig ist, sind die Seinen ihm keine Hilfe. Alle sagen: Ich bin frisch, Coach, lass´ mich spielen! „Diese Typen brauchst du, davon haben wir ein paar.“

Neun bisherige Begegnungen

Rückblick, Halbfinale I: Am 23. April 2019 gewinnt RB Leipzig 3:1 beim Hamburger SV. Emil Forsbergs Tor sorgt in der 72. Minute für Klarheit. Im Finale am 25. Mai 2019 hat Yussuf Poulsen zu Beginn eine Mega-Kopfball-Chance zum 1:0, scheitert an Manuel Neuer. Die Bayern gewinnen 3:0.

Halbfinale II: Am 30. April 2021 gewinnt RB bei Werder Bremen 2:1 nach Verlängerung. Forsberg trifft kurz vorm Elfmeterschießen. Das Endspiel geht am 13. Mai 2021 mit 1:4 gegen Dortmund verloren.


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Bilanz der Duellanten: RB und Union sind sich in der zweiten und ersten Liga insgesamt neunmal begegnet. Fünf Siege für Leipzig, drei für Berlin, ein Remis. Was sagt uns das? Nichts.

Rück - und Ausblick: Leipzig spielt eine klasse Rückrunde, ist Dritter (54 Punkte), hat einen Fuß in der Tür zur Champion League. Union (6./47) ist ganzjährig stabil und hat allerbeste Chancen aufs internationale Geschäft.

"Wir brauchen ein optimales Spiel"

Tedesco über Union: Tedesco, der auf Amadou Haidara (Knie), Lukas Klostermann (Corona-Kontaktperson) und wohl auch Kevin Kampl (Knie) verzichten muss, über die Eisernen: „Eine sehr stabile Mannschaft, sie gehen mit dem Ball kaum Risiko ein, spielen gerne lange Bälle.“ Bedeutet: RB-Balleroberungen im Gegenpressing wird es eher wenige(r) geben. Und: Die langen Bälle sind eingedenk der im RB-Halbfeld lauernden Supersprinter Taiwo Awoniyi (24 Jahre/38 Pflichtspiele, 18 Tore, vier Vorlagen) und Sheraldo Becker (27/vier Tore, sieben Vorlagen) schwer zu verteidigen.

Tedesco warnt auch vor der Physis der Eisernen, nennt exemplarisch Grischa Prömel, 27, und Rani Khedira, 28, der von 2014 bis 2017 bei RB gespielt hat: „Gute Power, körperlich sehr stark, wie Bergamo, das wird richtig schwer.“ Gegen die Normannenschränke von Atalanta haben seine nicht ganz so gut gebauten Fußballer furchtlos dagegengehalten.

Urs Fischer über RB: Tedescos hochsympathischer Kollege aus der Schweiz (seit 2018 Unioner) analysiert: „Die sind richtig gut unterwegs, haben eine gute Ordnung, da wird solidarisch gearbeitet. Sie verfügen über Unterschiedsspieler, haben sehr viel Speed.“ Quintessenz des 66-Jährigen: „Wir brauchen ein optimales Spiel.“ Sehnsuchtsort Olympiastadion. Das Finale findet am 21. Mai statt.