15. November 2020 / 12:46 Uhr

Rangnick könnte Boateng-Aus beim FC Bayern "strategisch nachvollziehen" – Nianzou bald Stammspieler?

Rangnick könnte Boateng-Aus beim FC Bayern "strategisch nachvollziehen" – Nianzou bald Stammspieler?

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ralf Rangnick hat sich zur Zukunft von Jerome Boateng und Tanguy Nianzou geäußert.
Ralf Rangnick hat sich zur Zukunft von Jerome Boateng und Tanguy Nianzou geäußert. © Getty Images/imago images/Lackovic (Montage)
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Der frühere Leipzig-Trainer Ralf Rangnick hat für einen möglichen Abschied von Jerome Boateng beim FC Bayern Verständnis gezeigt. Der 62-Jährige lobt FCB-Neuzugang Tanguy Nianzou Kouassi und Leipzig-Abwehrchef Dayot Upamecano indes in den höchsten Tönen.

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Noch ist nicht klar, wie es mit Jerome Boateng beim FC Bayern München weitergeht. Der Weltmeister soll den Verein Medienberichten zufolge nach einem Vorstandsbeschluss verlassen, der Rekordmeister hat sich zu den Spekulationen bisher aber noch nicht geäußert. Der Innenverteidiger, dessen Vertrag beim FCB am Saisonende ausläuft, hatte zuletzt Interesse an einer Verlängerung signalisiert. Der ehemalige Bundesliga-Trainer Ralf Rangnick indes zeigt Verständnis für die Überlegungen der Münchner.

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Zwar würden die jüngsten Meldungen "widersprüchlich" klingen, sagte der Ex-Leipziger im "Doppelpass" von Sport1 vor allem mit Blick auf die Aussagen von Boateng selbst, der sich "überrascht" über die vermeintliche Trennung zeigte. Rangnick betonte jedoch auch: "Strategisch kann ich die Entscheidung nachvollziehen." Neben dem 32 Jahre alten Boateng läuft auch der Vertrag von David Alaba (28) aus, eine Einigung ist nicht in Sicht. Deshalb glaubt Rangnick an an Veränderungen im Münchner Defensivverbund: "Dass sie versuchen werden, den einen oder anderen zu holen, halte ich auch für nachvollziehbar." Dies seien indes Dinge, die einzig die Verantwortlichen beurteilen könnten.

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Sollte der Meister einen Generationswechsel anstreben, hätten die Münchner laut Rangnick auch schon einen geeigneten Kandidaten im eigenen Kader - nämlich Tanguy Nianzou Kouassi. Auf den Franzosen hält der Trainer große Stücke - er wollte ihn einst von Paris Saint-Germain nach Leipzig lotsen. "Ich war zwei Jahre lang mit dem Spieler und den Eltern in Kontakt", räumte Rangnick ein. "Er ist ein Ausnahmetalent, und wird einer der besten Innenverteidiger der nächsten zehn Jahre", so der 62-Jährige, der nicht zum ersten Mal auch eine Prognose wagt: "Wenn er gesund bleibt, wird er in einem Jahr Stammspieler sein."

Rangnick: Upamecano-Entscheidung "nach Gefühl"

Auch an seinem früheren Schützling Dayot Upamecano soll der FCB interessiert sein. Für Rangnick wäre das vorstellbar. "Upa hat am Anfang in Liefering gespielt, dann in Salzburg und zwei Jahre später in Leipzig, dass die Bayern diesen Spieler gut kennen, davon kann man mal ausgehen", meinte Rangnick und erinnerte an die Spiele gegen die Münchner: "Rein physisch, das haben die Bayern auch in den direkten Duellen gesehen: weglaufen tut ihm niemand. Dass er vielleicht im Spiel nach vorne noch den ein oder anderen Risiko-Ball zu viel drin hat, das wird er sicherlich in den nächsten Jahren noch lernen."


Eine Entscheidung bei Upamecano sei indes nicht allein von finanziellen Gründen abhängig. "Ich habe Upa und seine Familie über viele Jahre kennengelernt, die treffen nicht nur Entscheidungen, die vom Image her für sie gut klingen, sondern sie treffen Entscheidungen nach dem Gefühl, was ist für den Spieler selber am besten", sagte Rangnick. Upamecano hatte seinen Vertrag in diesem Sommer vorzeitig bis 2023 verlängert. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll sich die festgeschriebene Ablösesumme für den 22 Jahre alten Franzosen auf 50 Millionen Euro belaufen. Mit einem Wechsel des RB-Abwehrchefs wird im Sommer 2021 gerechnet.