06. Oktober 2020 / 12:01 Uhr

Milot Rashica, Antonio Rüdiger und Co.: Diese Transfers platzten am Deadline Day

Milot Rashica, Antonio Rüdiger und Co.: Diese Transfers platzten am Deadline Day

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Milot Rashica (von links), Antonio Rüdiger und Memphis Depay bleiben trotz Angebote vorerst bei ihren Klubs.
Milot Rashica (von links), Antonio Rüdiger und Memphis Depay bleiben trotz Angebote vorerst bei ihren Klubs. © Getty Images/Witters/Witters/Pool/imago images/Jan Huebner/Montage
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Milot Rashica verkaufen und mit Marko Grujic einen Ersatz für Davy Klaassen präsentieren - nicht nur der Transfer-Plan von Werder Bremen ist auf dem letzten Drücker gescheitert. Der SPORTBUZZER blickt auf die gescheiterten Wechsel am Deadline Day zurück.

Sie hatten diesmal viel mehr Zeit, aber auch viel weniger Geld. Deshalb scheuten die Bundesligisten auf dem Transfermarkt zumeist auch das Risiko. Bestes Beispiel: Werder Bremen. Zwei Wunschtransfers sind geplatzt, nur der Verkauf von Davy Klaassen zu Ajax Amsterdam hat noch die dringend benötigten Millionen-Einnahmen erbracht - es war ein turbulenter Abschluss der Transferperiode für Werder-Sportchef Frank Baumann. Die verpasste Einigung mit Bayer Leverkusen über den Verkauf von Milot Rashica wiegt schwer. Zudem scheiterten die Verhandlungen mit dem FC Liverpool über einen Transfer von Marko Grujic offenbar am Geld.

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Am sogenannten Deadline Day am Montag herrschte reges Treiben und Aufregung. Und das, obwohl das Transferfenster in der Corona-Saison insgesamt 82 statt wie im Vorjahr 63 Tage geöffnet war. Nicht nur die geplatzten Wechsel von Rashica und Grujic sorgten für viel Wirbel. Der SPORTBUZZER blickt auf die gescheiterten Wechsel am Deadline Day im Sommer 2020.

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Milot Rashica (Werder Bremen): Der Nationalspieler des Kosovo war bereits nach Leverkusen gereist. Doch über die Modalitäten des Transfers konnten sich beide Vereine nicht einigen. Werder hatte stets gehofft, für seinen vermeintlich begehrtesten Spieler in diesem Summer mindestens 20 Millionen Euro erlösen zu können. Bayer 04 dagegen wollte den 24-Jährigen zunächst einmal nur ausleihen. "Die Gespräche sind erst am Mittag richtig losgegangen", erklärte der Bremer Sportchef Frank Baumann am Abend bei einer Pressekonferenz: "Es waren komplexe Verhandlungen, wir wollten den Spieler aber nicht unter Wert abgeben. Am Ende reichte die Zeit nicht mehr aus, um eine Lösung zu finden."

Joshua Zirkzee (FC Bayern): Der Youngster stand nach der Verpflichtung von Eric Maxim Choupo-Moting wohl bei zwei Vereinen im Fokus. Zunächst zeigte der holländische Top-Klub Feyenoord Rotterdam großes Interesse am Offensivspieler. Trainer Dick Advocaat bestätigte sogar gegenüber dem Radiosender RTV Rijnmond, dass man am 19-Jährigen interessiert sei. "Das wäre ein ausgezeichneter Spieler für uns. Wenn es passt, werden wir versuchen, Zirkzee unter Vertrag zu nehmen. Bayern profitiert davon, dass er spielt, und das Gehalt ist bei einem Leihgeschäft oft kein Problem", sagte Advocaat. Vor Feyenoord beschäftigte sich offenbar auch der 1. FC Köln mit einer Zirkzee-Leihe, wie die Bild berichtete.

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Antonio Rüdiger (FC Chelsea): Die Liste der Interessenten war mit Paris Saint-Germain, den Tottenham Hotspur, West Ham United, dem FC Barcelona, der AS Rom und dem AC Mailand lang. Auf einen Transfer konnten sich die Klubs aus verschiedenen Gründen nicht einigen. PSG-Coach Thomas Tuchel und Spurs-Trainer José Mourinho sollen sogar mit dem deutschen Nationalspieler telefoniert haben. Rüdiger steht beim FC Chelsea unter Trainer Frank Lampard aktuell hinten an. Spieler wie Kurt Zouma, Andreas Christensen und Thiago Silva erhalten den Vorzug. Wenn sich an der Situation des 27-Jährigen in nächster Zeit nichts ändert, könnte ein Transfer im Winter wieder ins Rollen kommen.

Marko Grujic (FC Liverpool): Nicht bekommen hat Werder Bremen den gesuchten Klaassen-Ersatz für das Mittelfeld. Wunschkandidat war der serbische Nationalspieler vom FC Liverpool, der schon in den vergangenen zwei Jahren in der Bundesliga für Hertha BSC spielte. Doch auch hier scheiterten wie bei Rashica die Verhandlungen am Geld. "Wir haben schon gestern die Entscheidung getroffen, dass kein neuer Spieler mehr dazukommen wird. Das ist in erster Linie unserer finanziellen Situation geschuldet. Das wird vielleicht unterschätzt, aber wir leiden unter den Auswirkungen der Pandemie", sagte Sportchef Baumann.

Memphis Depay (Olympique Lyon): Es wäre fast der Kracher-Transfer am letzten Tag der Sommertransfer-Periode geworden. Doch die Verpflichtung des niederländischen Nationalspielers durch den FC Barcelona war wohl an eine Bedingung geknüpft - erst den Ex-Dortmunder Ousmane Dembele verkaufen. Laut Lyons Sportdirektor Juninho waren sich Barca und OL schon einig - angeblich sollten 20 Millionen Euro nach Lyon fließen. "Aber ein Spieler müsste erst gehen, bevor wir Depay unter Vertrag nehmen können", sagte Barca-Coach Ronald Koeman dem niederländischen Sender NOS. Am Ende wollte Manchester United Dembélé nur ausleihen, Barca drängte laut The Athletic auf einen Verkauf.

Geplatzt: Die spektakulärsten Nicht-Transfers der Fußballgeschichte

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Jeff Reine-Adelaide (Olympique Lyon): Nizza statt Berlin - mit dem zentralen Mittelfelspieler war sich die Hertha eigentlich einig. Doch laut Bild soll der Berater fünf Millionen Euro Provision gefordert haben. Der flexibel einsetzbare Profi sollte offenbar für 27 Millionen Euro von Lyon in die Hauptstadt wechseln. Doch jetzt kam alles anders. Reine-Adelaide wurde von Olympique zu OGC Nizza verliehen. Übereinstimmenden Medienberichten soll die Kaufoption bei 25 Millionen Euro liegen.

Sead Kolasinac (FC Arsenal): Erst verkaufen, dann kaufen - dieser Plan ging offenbar bei Bayer Leverkusen in der Personalie Kolasinac nicht auf. Wie der Kicker berichtete, wollte Bayer zunächst Linksverteidiger Wendell verkaufen. Der 27-jährige Brasilianer wurde demnach mit Hertha BSC in Verbindung gebracht. Doch am Ende scheiterte der Transfer. Und so kam die Werkself mit einer Verpflichtung des 27-jährigen Verteidigers von Arsenal London nicht weiter. Der Ex-Schalker galt lange Zeit als Wunschspieler für die linke Abwehrseite. Doch ohne die Wendell-Millionen konnte Bayer die Verpflichtung anscheinend nicht realisieren.

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