28. November 2016 / 16:54 Uhr

Rassiges Spitzenspiel geht an die SG Taucha 99

Rassiges Spitzenspiel geht an die SG Taucha 99

Kai Rachner
SPORTBUZZER-Nutzer
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Rassiges Spitzenspiel geht an die SG Taucha 99 © imago/MIS
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Beim 4:0 an der Parthe werden die RB-Mädchen unter Wert geschlagen.

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Gipfeltreffen in der D-Junioren-Stadtliga zum Rückrundenauftakt: Der Überraschungstabellenführer aus Taucha empfing die weibliche D-Vertretung von Rasenballsport Leipzig. Am Ende stand ein klares 4:0 für die Hausherren, wenngleich das keinesfalls die Kräfteverhältnisse auf dem Kunstrasengeläuf widerspiegelt. Schon in der Hinrunde hatten sich beide Teams ein rassiges Match geliefert, damals mit dem Last-Minute-Siegtreffer für die Parthestädter. Dementsprechend wollten die Rasenballistinnen diese offene Rechnung noch begleichen. Wir hatten einen ordentlichen Elfmannkader an Bord, mussten aber leider auf Sturmtank Simon H. verzichten. Ebenfalls fehlten Maximilian erkrankt und Sky weiterhin verletzt. Er fällt vermutlich bis zum Frühjahrsstart aus. Auf diesem Wege die besten Heilungswünsche. Die Gästebank war auch mit vier Spielerinnen gut bestückt, so dass sich die zahlreichen Eltern und Fans auf ein spannendes Spiel eingestimmt hatten.

Die Gäste stiessen an und legten gleich ein ordentliches Tempo an den Tag. Die Spielführerin, welche bereits im Hinspiel positiv aufgefallen war, besorgte den Spielaufbau im Stile eines Quarterbacks. Oft wurde mit schnellen Ballpassagen durch das Zentrum eröffnet. Von dort aus gelangte der Ball meist unmittelbar auf die Zielstürmerin von eindrucksvoller Statur. Diese versuchte dann entsprechend abzulegen oder selbst zum Abschluss zu kommen. Zeitig war absehbar, dass hier zwei vollkommen verschiedene Ansätze des modernen Fussball aufeinandertrafen. Die Gäste auf Ballbesitz bedacht, immer mit schneller und präziser Spieleröffnung, stets bemüht über Ballzirkulation Lücken zu schaffen. Unserem Team hatten am heutigen Tage die Trainer eine gesunde Defensiv-bzw. Kontertaktik mit auf den Weg gegeben. Wir wollten versuchen, die Räume im eigenen Defensivdrittel so eng wie möglich zu machen, um den Gegnerinnen in der gefährlichen Zone so wenig wie möglich Optionen anzubieten. Und so spielten wir vor Fynn im Tor aus einer massiven Abwehr heraus um den Organisator Jonas H. Auf den Aussenpositionen verteidigten die arrivierten Kräfte Anton und Louis. Davor, heute zunächst mit verstärkten Defensivaufgaben Paul, Noah und Simon F. Vorn sollte zu Beginn Lucas die Gegenspielerinnen immer wieder energisch anlaufen und so den Spielaufbau für diese kompliziert gestalten. Die Gäste erarbeiteten sich nach cirka fünf Minuten ein Übergewicht an Spielanteilen und liessen die Kugel sehenswert zirkulieren. Aber wir waren hellwach und bestens vorbereitet auf den Spielstil der Leipzigerinnen, so dass wir verteidigungstechnisch erst einmal nichts anbrennen liessen.

Die Abwehrarbeit ging aber sehr zu Lasten unseres Offensivspieles, denn die geplanten Nadelstiche konnten wir in der Anfangsphase kaum setzen. Zu schnell eroberten die Rasenballerinnen durch zeitiges Pressing immer wieder die Kugel und versuchten selbst gefährliche Angriffe zu initiieren. Jedoch war die Mittelstürmerin als Zielspielerin bei Jonas in besten Händen. Er bearbeitete sie nach allen Regeln der Kunst mit fairen Mitteln und liess ihr keinen Zentimeter Raum. Die Trainer mussten ihn sogar davon abhalten, seine Bewachung in der Halbzeitpause fortzusetzen. Dadurch vermochten es die RB-Mädchen nicht, die Kugel in die gefährliche Zone zu bewegen. Auch die Angriffsbemühungen über aussen wurden immer wieder energisch durch unsere beiden „Lungen“ Anton und Louis  gestört, so dass sich auch die schnellen Aussenspielerinnen der Gäste nicht recht in Szene setzen konnten.  Anders allerdings in Minute acht, als die Gäste in Führung hätten gehen können respektive müssen. Die rechte Aussenangreiferin wird mit herrlichem Pass in die Schnittstelle bedient und kann sich im Laufduell durchsetzen. Sie zieht Richtung Tor und schliesst aus 12 Metern hoch ab. Fynn kann noch die Fingerspitzen an den Ball bekommen und lenkt die Kugel ans Gebälk. Der zurückprallende Ball fällt genau einer Leipzigerin auf den Schädel und diese bugsiert das Spielgerät erneut an den Querbalken. Danach konnten wir die Situation klären. Die Gäste waren danach weiter am Drücker, beschäftigten uns ausschliesslich in der Defensive. Aber in Minute elf konnten wir nach Alutreffern verkürzen. Einen schönen Diagonalball kann sich Simon F. erlaufen und die Kugel aus vollem Lauf aus halblinker Angriffsposition cirka 14 Meter vorm Tor Richtung Gehäuse wuchten. Der Ball klatsche aber leider an die Querstange. Die Gäste hatten danach weiterhin mehr vom Spiel, gefühlte 65 % Ballbesitz, rieben sich aber immer wieder an unserer aufopferungsvoll und mit hoher Laufintensität verteidigenden Defensivreihe auf. Als doch nochmals auf rechts eine Gegnerin enteilen konnte, hielt Fynn einen Flachschuss wiederum stark und konnte den Ball um den langen Pfosten drehen. Dann war in einer intensiv geführten und vom jungen Unparteiischen souverän geleiteten Partie Halbzeit.

Bei warmem Tee und motivierenden Worten wurden beiderseits die Akkus aufgetankt und dann ging die rasante Begegnung weiter. Die Rasenballerinnen blieben bei Ihrem Stil und suchten weiterhin die Zentrumsstürmerin, welche aber von Jonas zur Bedeutungslosigkeit verdammt wurde. Wir kamen nun offensiv etwas besser zur Geltung, auch weil wir im Angriffsspiel nun weniger statisch agierten und auch das ein oder andere Mal über Noah und Paul das spielerische Element suchten. Vorn durfte sich nun Marvin versuchen, was sich im Nachhinein als Glücksgriff entpuppen sollte. Wir hielten jetzt die Gegnerinnen noch etwas weiter von unserem Tor weg und verteidigten etwas höher. Das schmeckte den Gästen nicht so recht, so dass wir zu einigen Ballgewinnen bereits im Mittelfeld kamen. Und als ein solcher Steal schnell in die Spitze befördert wurde, stand Marvin in Minute 40 plötzlich völlig blank  vor der Gästertorwächterin.  Mit Übersicht beförderte er die Kugel an der herausstürzenden Torfrau vorbei flach ins kurze Eck. Die in Blau – Gelb spielenden RB-Mädchen antworteten mit wütenden Angriffen, kamen aber nicht entscheidend durch, da wir heute ein wirkliches Bollwerk als Abwehr aufgebaut hatten. Immer wieder störten wir eng am Gegner, hatten eine gute Tiefenstaffelung und halfen einander durch teils geschicktes Doppeln. Wenn wir doch einmal ausgespielt wurden, waren wir uns auch für ein Tackling oder ein kleines Foulspiel nicht zu schade, jedoch alles im weitestgehend fairen Rahmen. Die Uhr tickte nun für uns und die Gäste wurden zusehends nervöser, da Ihnen die Zeit davonzulaufen drohte. Sie spielten nun noch einen Tick offensiver, was ihnen dann aber schlussendlich das Genick brechen sollte. Nach Balleroberung im Mittelfeld bugsierten wir die Kugel auf die linke Angriffsseite, wo Noah und Paul mit klasse Direktspiel Jonas G. völlig freispielten. Dieser schüttelte noch im Laufduell eine Abwehrspielerin ab und behielt sensationeller Weise den Kopf oben. Sein exaktes Zuspiel konnte Simon F. mutterseelenallein über die Linie drücken. In der Fankurve brandete euphorischer Jubel auf, denn es waren nur noch acht Minuten zu gehen.

Die Gäste versuchten jetzt alles, um ins Spiel zurückzukommen, vernachlässigten aber ihre Abwehrarbeit total und offerierten uns riesige Räume. So konnte Simon F. den Ball nach einem sauberen Zweikampf mit Ballgewinn für uns auf den in den verwaisten Raum startenden Paul legen, welcher humorlos zum 3:0 einlochte. Damit war der Drops gelutscht und der sprichwörtliche Deckel drauf. Die keineswegs schlechten Gäste, die spielerisch sicher sogar mehr als wir zu bieten hatten, wurden nun von unserer Abschlusseffizienz förmlich niedergewalzt. Auch hinten waren wir heute in Topform, denn Fynn konnten noch zwei weitere Grosschancen der Gäste vereiteln. Zunächst boxte er einen Eckball einer völlig freistehenden Angreiferin aufmerksam vorm Kopf noch weg und wenig später konnte er sich bei einem flachen Hammer ganz lang machen und den eigentlich Unhaltbaren aus dem Eck fischen. Vorn setzten wir dann noch einen drauf. Die Torhüterin spielt einen Abstoss genau Noah in die Füsse und dieser bedient Simon F. uneigennützig. Simon schiebt die Kugel völlig freistehend ins leere Tor.

Fazit: Einstellung und Willen waren heute eine glatte Eins. Auch spielerisch gab es in der zweiten Hälfte tolle Aktionen unsererseits. Die Gäste wurden aber absolut unter Wert geschlagen, waren keinesfalls vier Tore schlechter. Sie spielten äusserst beweglich, auch das Spiel ohne Ball war nicht von schlechten Eltern. Wir verdichteten aber äusserst geschickt und verteidigten als Mannschaft grossartig. Damit haben wir den ersten schweren Brocken in der Rückrunde aus dem Weg geräumt. Viele Spiele dürften die RB-Mädchen in dieser Form nicht mehr verlieren. Für uns gilt es, noch zweimal straff zu trainieren und dann die letzte, vermeintliche Pflichtaufgabe, im Pokalspiel bei der SpG Thekla / Plaussig erfolgreich zu absolvieren. Der Einzug ins Pokalviertelfinalte wäre die Krönung einer überragenden Hinserie.

Taucha mit:  Fynn –Anton, Jonas H., Louis – Paul, Noah, Simon F.  – Lucas (Marvin, Jonas G., Bruno)

Tore:  1:0 (37.) Marvin, 2:0 (52.) Simon F., 3:0 (55.) Paul, 4:0 (57.) Simon F.

Zuschauer: 46 

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