06. Januar 2020 / 20:23 Uhr

Rassismus-Eklat um Antonio Rüdiger: Polizei findet keine Beweise - kein Verfahren

Rassismus-Eklat um Antonio Rüdiger: Polizei findet keine Beweise - kein Verfahren

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Antonio Rüdiger meldete sich nach dem Spiel auf Twitter zu Wort.
Antonio Rüdiger meldete sich nach dem Spiel auf Twitter zu Wort. © imago images / PRiME Media Images
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Die Londoner Polizei hat keine Beweise für rassistische Beleidigungen gegen den deutschen Nationalspieler Antonio Rüdiger gefunden. Deshalb gibt es auch kein Verfahren. Rüdiger hatte den Vorfall allerdings bestätigt und gemeldet.

Der Rassismus-Eklat um Antonio Rüdiger in der Premier League scheint folgenlos zu bleiben. Die Londoner Polizei hat keine Beweise für rassistische Beleidigungen gegen den deutschen Fußball-Nationalspieler Antonio Rüdiger gefunden. Der 26-Jährige vom FC Chelsea hatte entsprechende Vorwürfe nach dem Gastspiel bei Tottenham Hotspur am 22. Dezember erhoben. Über den Ausgang der Ermittlungen informierten die Spurs am Montag auf ihrer Internetseite.

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„Wir unterstützen Antonio Rüdiger uneingeschränkt bei den von ihm ergriffenen Maßnahmen - es gibt jedoch keine Beweise, die die Behauptung bestätigen oder widerlegen“, heißt es in dem Statement. Daher sei weder der Verein noch die Polizei „in der Lage, weitere Maßnahmen zu ergreifen“. Bei der Untersuchung konnten den Angaben zufolge keine Beweise gefunden werden, „die den Vorwurf des Rassismus stützen“.

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Der deutsche Nationalspieler Rüdiger ist beim Spiel seines FC Chelsea bei Tottenham Hotspur in der englischen Premier League nach eigenen Aussagen mehrfach von Spurs-Fans rassistisch beleidigt worden. Schiedsrichter Anthony Taylor wurde über die Vorfälle informiert und veranlasste den FIFA-Vorgaben entsprechend drei Durchsagen des Stadionsprechers.

Rüdiger wirft Spurs-Fans Rassimus vor

"Es ist sehr traurig wieder Rassismus bei einem Spiel zu sehen, aber ich glaube es ist sehr wichtig darüber in der Öffentlichkeit zu sprechen. Wenn nicht, würde es in ein paar Tage schon wieder vergessen sein (wie immer)", kritisiert Rüdiger. "Ich möchte Tottenham nicht als ganzen Verein in diese Situation einbeziehen, da ich weiß, dass nur ein paar Idioten die Täter waren. Ich habe viele aufmunternde Nachrichten auf Social Media von Spurs-Fans erhalten, vor allem in den letzten Stunden. Vielen Dank dafür", so der Rüdiger. Der Spieler selbst reagierte auf die Beleidigungen indem er den betreffenden Zuschauern wiederholt den Vogel zeigte.

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Nach den rassistischen Beleidigungen kündigte die britische Regierung die Zusammenarbeit mit dem englischen Fußballverband und der Premier League an. "Natürlich müssen die Fußballverbände mehr tun, um dieses Problem zu lösen. Wir sind entschlossen, mit ihnen zusammenzuarbeiten und es aus der Welt zu schaffen", sagte ein Sprecher von Premierminister Boris Johnson am Montag. "Rassismus ist in allen Lebensbereichen völlig inakzeptabel", teilte Innenministerin Priti Patel in London mit. "Der Fußball ist da keine Ausnahme." Bei solchen Taten könnte eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten und ein zehnjähriges Stadionverbot drohen.

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