15. Oktober 2019 / 08:30 Uhr

Kommentar zum Rassismus-Eklat bei England-Spiel: Die UEFA muss endlich handeln!

Kommentar zum Rassismus-Eklat bei England-Spiel: Die UEFA muss endlich handeln!

Stefan Döring
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Beim Länderspiel zwischen Bulgarien und England kam es zu hässlichen rassistischen Vorfällen, unter anderem wurde von bulgarischen Zuschauern der Hitlergruß gezeigt. Für SPORTBUZZER-Redakteur Stefan Döring ist damit eine Grenze überschritten.
Beim Länderspiel zwischen Bulgarien und England kam es zu hässlichen rassistischen Vorfällen, unter anderem wurde von bulgarischen Zuschauern der Hitlergruß gezeigt. Für SPORTBUZZER-Redakteur Stefan Döring ist damit eine Grenze überschritten. © Getty
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Zum wiederholten Male wurden englische Nationalspieler rassistisch in einem EM-Qualifikationsspiel beleidigt. Die UEFA muss endlich harte Strafen aussprechen – und auch mal eine Partie abbrechen, meint SPORTBUZZER-Redakteur Stefan Döring.

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Es reicht! Die Szenen, die sich am Montagabend beim EM-Qualifikationsspiel zwischen Bulgarien und England abspielten, sind skandalös. Zum wiederholten Male wurden englische Nationalspieler bei einem Auftritt in Osteuropa rassistisch beleidigt. Dazu zeigten bulgarische Anhänger sogar den Hitlergruß auf der Tribüne. Die Partie, die England souverän 6:0 gewann und sich zumindest sportlich nicht von den Rassismus-Ausfällen beeinträchtigen ließ, musste zwei Mal unterbrochen werden. Bereits beim Auswärtsspiel in Montenegro vor einigen Monaten kam es zu ähnlichen Vorfällen.

Ebenfalls zum wiederholten Male fielen bulgarische Fußball-Anhänger mit eben solchen Äußerungen und Nazi-Gesten auf. Am Montag blieb als Sanktion aus vorherigen Vergehen sogar eine Tribüne gänzlich geschlossen. Da hilft es auch nichts, wenn sich der neue Nationaltrainer Krassimir Balakov vor der Partie hinstellt und sagt: „Wir haben kein Rassismus-Problem. In unserer Liga spielen viele dunkelhäutige Spieler. Ich finde überhaupt nicht gut, dass dieses Thema so hoch gepusht wird.“

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Da liegt der ehemalige Profi des VfB Stuttgart nämlich vollkommen daneben! Das Thema Rassismus kann gar nicht hoch genug gehängt werden, kommt es in vielen Stadien in vielen Ländern immer häufiger zu solchen inakzeptablen Verhaltensweisen von Menschen. „Diese Probleme gibt es in England weitaus häufiger“, sagte Balakov – zumindest da hat er einen Punkt. Der englische Nationalspieler Raheem Sterling wurde auch schon in der englischen Premier League Opfer von Rassismus.

Rassismus in Sofia: Die UEFA muss deutliche Zeichen setzen

Und genau deshalb muss die UEFA nun dringend handeln. Rassismus ist leider nämlich längst wieder in der Gesellschaft und somit auch im Fußball angekommen – wenn er überhaupt einmal gänzlich weg war. Im kleinen Kosmos Fußball sind nun die Verbände - in diesem Fall die UEFA - gefragt, deutliche Zeichen zu setzen.

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Es ist nicht damit getan, wenn die UEFA eine Kampagne „No to Racism“ mit Plakaten im Stadion fährt oder eine Partie – wie am Montag in Bulgarien – mal unterbricht. Auch Tribünensperren halten Rassisten nicht davon ab, ihre Äußerungen zu unterlassen. Ein erstes deutliches Zeichen seitens der UEFA wäre, eine Partie bei ähnlichen Zwischenfällen direkt abzubrechen – und nicht erst nach drei Vergehen in 90 Minuten, wie eine aktuelle Regel besagt. Nur so würden Rassisten merken, dass ihre Handlungen tatsächlich sanktioniert werden.

Die härteste, aber einzig sinnvolle Form der Bestrafung wäre der Ausschluss der Bulgaren aus allen Wettbewerben. Im Fall von Rassismus sind solche Sanktionen endlich angebracht. Nur so können heute noch wirkliche Zeichen gesetzt werden. Die UEFA würde auch ihrer eigenen Kampagne Glaubwürdigkeit verleihen: No to Racism - Nein zu Rassismus. Denn generell sollte überall gelten: Nazis raus - nicht nur im Stadion.

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