15. Oktober 2019 / 04:11 Uhr

Rassismus gegen England-Stars: Spiel in Bulgarien mehrfach unterbrochen - "Erschütternde Nacht"

Rassismus gegen England-Stars: Spiel in Bulgarien mehrfach unterbrochen - "Erschütternde Nacht"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Beim Spiel der englischen Mannschaft in Bulgarien ist es erneut zu rassistischen Vorfällen gekommen.
Beim Spiel der englischen Mannschaft in Bulgarien ist es erneut zu rassistischen Vorfällen gekommen. © Getty
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Beim Spiel der englischen Nationalmannschaft in Bulgarien ist es zu erheblichen rassistischen Zwischenfällen gekommen. Dunkelhäutige England-Spieler sind von den Tribünen teils obszön beleidigt worden. Schiedsrichter Ivan Bebek unterbrach das EM-Qualifikationsspiel in der ersten Halbzeit zwei Mal.

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Schon wieder ein Rassismus-Skandal bei einem Auswärtsspiel der englischen Nationalmannschaft! Während des EM-Qualifikationsspiels der "Three Lions" in Bulgarien, das die Mannschaft von Trainer Gareth Southgate souverän mit 6:0 (4:0) für sich entscheiden konnte, ist es erneut zu rassistischen Ausfällen gekommen. Nachdem dunkelhäutige Spieler um Danny Rose und Raheem Sterling bereits bei der Partie in Montenegro im März offen angefeindet wurden, folgte nun in Sofia ein neuerlicher Zwischenfall, der die UEFA beschäftigen wird. Die englische FA forderte am Abend bereits eine umfangreiche Untersuchung.

Gleich zwei Mal musste Schiedsrichter Ivan Bebek die Partie in der ersten Halbzeit in der bulgarischen Hauptstadt wegen rassistisch motivierter Eskapaden von einheimischen Zuschauern unterbrechen. Beim Stand von 2:0 für die Engländer nach Toren von Marcus Rashford und Ross Barkley begannen Anhänger der Gastgeber, englische Spieler rassistisch zu beleidigen und obszöne Gesten zu zeigen.

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Wie schon in Montenegro soll es auch in Sofia wieder Affenlaute gegen Englands Spieler Raheem Sterling, Marcus Rashford und Tyrone Mings gegeben haben. Mings, der sein Debüt für die Nationalmannschaft feierte, hat nach eigenen Aussagen schon beim Aufwärmen entsprechende Äußerungen gehört. "Es ist eine der erschütterndsten Nächte, die ich im Fußball erlebt habe", erklärte FA-Präsident Greg Clarke.

Bebek unterbrach das Spiel nach 24 Minuten erstmals und veranlasste eine stadionweite Durchsage. "Wegen rassistischer Verhaltensweisen, die das Spiel stören, hat der Schiedsrichter erklärt, dass die Partie möglicherweise ausgesetzt werden muss. Bitte seien sie versichert, dass das Spiel ausgesetzt oder sogar abgebrochen werden kann, falls das rassistische Verhalten anhält." Davon ließen die rassistischen Zuschauer sich allerdings nicht beeindrucken.

England-Trainer Southgate: "Wichtiges Zeichen gesetzt"

Sie störten das Spiel mit ihren kaum verhohlenen rassistischen Äußerungen und Gesten weiter massiv. TV-Kameras und Agentur-Fotografen fingen einige vermummte Menschen ein, die unter anderem den Hitlergruß in Richtung von Gästespielern zeigten. Während die erste Unterbrechung nur einige Augenblicke anhielt, musste Bebek nach 42 Minuten nochmals den Spielverlauf stören, diesmal sogar für einige Minuten. Die Nachspielzeit betrug folglich sechs Minuten.

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"Ich glaube nicht, dass ein Spiel dieser Größenordnung schonmal zwei Mal unterbrochen worden ist", sagte der sichtlich wütende England-Trainer Gareth Southgate, der sich früh beim Schiedsrichter-Team über den offenen Rassismus gegen seine Spieler beschwert hatte. "Wir haben heute ein wichtiges Zeichen gesetzt mit der Art und Weise, wie wir unter so schwierigen Umständen aufgetreten sind."

Einige teilweise vermummte Zuschauer wurden dazu angehalten, das Stadion zu verlassen. Bulgariens Kapitän Ivelin Popov redete in der Halbzeit dann intensiv am Zaun auf Anhänger ein, die rassistischen Äußerungen zu unterlassen, weil der Abbruch des Spiels drohte. Die zweite Hälfte ging dann immerhin ohne Unterbrechungen über die Bühne.

England-Spieler kündigten Reaktion gegen Rassismus an

Eine Rückblende. Die Partie zwischen Bulgarien und England stand bereits im Vorfeld unter besonderer Beobachtung: Die englischen Spieler hatten vor einigen Tagen angekündigt, bei ersten Anzeichen von Rassismus sofort das Feld zu verlassen. Laut UEFA-Reglement hätte das Team in diesem Fall sogar einen Punktabzug in Kauf nehmen müssen. "Wir konzentrieren uns in erster Linie auf unsere Aufgabe auf dem Platz und hoffen, diesen Schritt nicht wirklich gehen zu müssen", sagte Englands Kapitän Harry Kane vor dem Spiel.

Bulgarien-Trainer Balakov: "Wir haben kein Rassismus-Problem"

Die Bulgaren waren wegen anderer rassistischer Vorfälle von der UEFA bereits zu einer Blocksperre für das Spiel gegen England und die nächste Partie gegen Tschechien verurteilt worden. Der frühere Bundesliga-Profi Krassimir Balakov, inzwischen Nationaltrainer der Bulgaren, reagierte verärgert: "Wir haben kein Rassismus-Problem. In unserer Liga spielen viele dunkelhäutige Spieler. Ich finde überhaupt nicht gut, dass dieses Thema so hoch gepusht wird. Diese Probleme gibt es in England weitaus häufiger."

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Ärger schon bei Spiel in Montenegro: Affenlaute gegen England-Stars

Nach dem Spiel in Montenegro im März, als es zum Teil Affenlaute gegen die englischen Spieler gegeben hatte, forderte ManCity-Star Raheem Sterling stärkere Konsequenzen - auch gegen vermeintlich Unbeteiligte. "Es ist eine Schande, dass es damit kein Ende hat", betonte der Rechtsaußen. "Wir können nur ein Bewusstsein für diese Situation schaffen. Es ist nun an der Zeit für die verantwortlichen Personen, eine klare Linie einzunehmen."

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