14. Mai 2019 / 19:47 Uhr

Rassismus-Skandal bei DFB-Länderspiel: Keine Strafen wegen Hetze gegen Sané und Gündogan

Rassismus-Skandal bei DFB-Länderspiel: Keine Strafen wegen Hetze gegen Sané und Gündogan

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ilkay Gündogan und Leroy Sané wurden von deutschen Fans in Wolfsburg aufs Übelste beschimpft. Trotzdem kommen die Zuschauer straffrei davon.
Ilkay Gündogan und Leroy Sané wurden von deutschen Fans in Wolfsburg aufs Übelste beschimpft. Trotzdem kommen die Zuschauer straffrei davon. © dpa
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Nur eine Geldstrafe wegen eines Nazi-Aufrufs – zwei der drei wegen Volksverhetzung angeklagten Männer, die beim Länderspiel zwischen Deutschland und Serbien Ende März in Wolfsburg gegen die Nationalspieler fremdenfeindlich gepöbelt hatten, kommen ungestraft davon.

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Sie bezeichneten die Nationalspieler Ilkay Gündogan und Leroy Sané beim Fußball-Länderspiel gegen Serbien (1:1) am 20. März in Wolfsburg als „Türke“ und „Neger“. Jetzt steht fest: Die beiden Männer kommen straffrei davon. Ein hinreichender Tatverdacht ist laut der Staatsanwaltschaft Braunschweig nicht gegeben. Ein weiterer Beschuldigter, der „Heil Hitler“ gerufen hatte, muss allerdings mit einer Geldstrafe in Höhe von 2400 Euro rechnen.

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Dritter Beschuldigter muss wegen Parole mit Geldstrafe rechnen

Die Staatsanwaltschaft begründet ihre Abschlussentscheidung zu dem Rassismus-Skandal-Fall auch damit, dass die beiden Beschuldigten die Beleidigungen zugegeben haben. Eine weitere zielte offenbar in Richtung des Bundestrainers, den sie als „Schwuchtel-Löw“ betitelt haben sollen. Ein strafbares Verhalten sei ihnen jedoch nicht nachzuweisen.

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Gegen den dritten Beschuldigten wurde wegen des Skandierens der Parole „Sieg Heil!“ der Erlass eines Strafbefehls beim Amtsgericht Wolfsburg beantragt. Die Staatsanwaltschaft hat darin beantragt, gegen den Beschuldigten eine Geldstrafe von 2400 Euro zu verhängen.

Journalist André Voigt brachte Affäre ins Rollen

Vor gut einem Monat hatte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen die drei Männer aus Wolfsburg und Braunschweig im Alter von 28, 32 und 42 (zwei sind Eintracht-Braunschweig-Fans, einer VfL-Wolfsburg-Anhänger) aufgenommen. Die Strafverfolgungsbehörde prüfte vor der Abschlussentscheidung unter anderem die Vorwürfe der Volksverhetzung, des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und der Beleidigung.

Bei einer Vernehmung hatten sie zugegeben, einige Spieler als „Neger“, „Bimbo“ oder „Türke“ betitelt zu haben. Dies sei jedoch ohne rassistischen Hintergrund geschehen, man habe sich nur über die Leistung der Spieler geärgert. Volksverhetzende oder rechtspopulistische Absichten stellten sie in Abrede. Die Affäre ins Rollen gebracht hatte der Journalist André Voigt, der ein Video veröffentlichte, in dem er von verbalen Ausfällen einiger Zuschauer während der Partie der deutschen Nationalmannschaft gegen Serbien berichtetete.

Der DFB hatte den Zwischenfall beim Länderspiel in einer Stellungnahme auf das Schärfste verurteilt. Auch in der Mannschaft waren die rassistischen Ausfälle Thema. „Ich habe mir das Video angeschaut. Es hat mich sehr bewegt. Ich bin ein Kind des Ruhrgebiets. Da antwortet man auf die Frage nach der Nationalität mit Schalke, Dortmund oder Bochum“, sagte Leon Goretzka.

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