29. Dezember 2018 / 11:43 Uhr

Kevin-Prince Boateng über Rassismus im Fußball: „Für bestimmte Personen ist ein farbiger Mensch ein Affe“

Kevin-Prince Boateng über Rassismus im Fußball: „Für bestimmte Personen ist ein farbiger Mensch ein Affe“

Redaktion Sportbuzzer
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Kevin-Prince Boateng setzt sich auch in Italien wieder im Kampf gegen Rassismus ein.
Kevin-Prince Boateng setzt sich auch in Italien wieder im Kampf gegen Rassismus ein. © 2018 Getty Images
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Beim Spiel des SSC Neapel gegen Inter Mailand wurde der senegalesische Spieler Kalidou Koulibaly rassistisch beleidigt. Kevin-Prince Boateng, selbst in der Serie A aktiv, ärgert sich über mangelnde Fortschritte beim Kampf gegen Rassismus in Fußballstadien.

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Der ehemalige Bundesligaprofi Kevin-Prince Boateng hat beklagt, dass in den letzten Jahren kaum Fortschritte beim Kampf gegen Rassismus in Fußballstadien gemacht worden sind. Der Fußballer, der derzeit beim italienischen Serie-A-Club Sassuolo Calcio spielt, wurde während seiner Zeit beim AC Mailand 2013 ebenfalls rassistisch beschimpft. „Für bestimmte Personen ist ein farbiger Mensch ein Affe“, sagte Boateng der italienischen Zeitung Corriere della Sera.

Hintergrund der Äußerungen von Boateng ist ein Vorfall vor wenigen Tagen in der Serie A. Bei der Partie Inter Mailand gegen den SSC Neapel am zweiten Weihnachtsfeiertag war der senegalesische Neapel-Spieler Kalidou Koulibaly rassistischen Beleidigungen ausgesetzt. Dieser reagierte nach dem Vorfall sehr bemerkenswert, obwohl er in der Partie noch vom Platz gestellt wurde. „Ich entschuldige mich für die Niederlage und vor allem dafür, dass ich meine Brüder im Stich gelassen habe", schrieb Koulibaly bei Twitter. „Aber ich bin stolz auf meine Hautfarbe, darauf, dass ich ein Senegalese bin, ein Franzose, Napolitaner: ein Mann.“

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Boateng meint, die Situation habe sich verschlimmert

Boateng wurde in Berlin geboren, sein Vater stammt aus Ghana. Es sei gut möglich, dass sich der Rassismus in der jüngsten Vergangenheit verschlimmert habe, sagte der ehemalige Spieler von Eintracht Frankfurt. „Wenn man bedenkt, dass sich einst über mich 50 Fans hermachten. Im (Mailänder Stadion) San Siro waren es letztens Zehntausend.“ Auch in Deutschland sei die Lage nicht sehr anders. Zwar habe er im Alltag keine Diskriminierung erlebt, „aber ich bin 1,90 Meter groß und wiege 90 Kilo. Vielleicht überlegt da einer vorher“.

Man hätte die Partie in Mailand abbrechen müssen, findet Boateng. „Versuchen Sie, Koulibaly zu fragen, wie er sich gefühlt hat, als er vom Feld ist. Ich sage es Ihnen, er war wie von einem Zug überrollt.“ Generell reiche es nicht, Anti-Rassismus-Plakate aufzuhängen. Die Gesellschaft müsste besser sensibilisiert werden. „Die Fakten sprechen für sich: Es passiert immer noch, überall. Für müssen jetzt sofort anfangen.“

Kevin-Prince Boateng: Die Bilder seiner Karriere

Seine Profikarriere startete Kevin-Prince Boateng 2005 in Berlin bei Hertha BSC, dort stand er einige Zeit gemeinsam mit seinem Bruder Jérôme (rechts, jetzt FC Bayern München) im Kader. Zur Galerie
Seine Profikarriere startete Kevin-Prince Boateng 2005 in Berlin bei Hertha BSC, dort stand er einige Zeit gemeinsam mit seinem Bruder Jérôme (rechts, jetzt FC Bayern München) im Kader. ©
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Boateng gegen Rassismus: Rede vor der UNO und Sonderpreis

Boateng setzt setzt sich seit vielen Jahren für Kampagnen ein, um Rassismus in der Gesellschaft im Allgemeinen und im Fußball im Speziellen zu bekämpfen. Er forderte während seiner Zeit bei der Eintracht, die er mit dem Pokalsieg im Mai gegen den FC Bayern gekrönt hatte, unter anderem in seiner Rede vor der UNO einen internationalen Zusammenschluss gegen Rassismus und war das Gesicht einer Kampagne der Bundesliga gegen Ausländerfeindlichkeit. Für seinen Einsatz erhielt der Ex-Bundesligaprofi einen Sonderpreis des Radiosenders 1LIVE.

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