16. Januar 2021 / 13:38 Uhr

Rassismus-Verdacht gegen Union-Profi Hübner: DFB nimmt Ermittlungen im Fall Amiri auf

Rassismus-Verdacht gegen Union-Profi Hübner: DFB nimmt Ermittlungen im Fall Amiri auf

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Nach den Sprüchen gegen Leverkusen-Profi Nadiem Amiri (verdeckt, im Disput mit Florian Hübner) hat der DFB Ermittlungen bestätigt.
Nach den Sprüchen gegen Leverkusen-Profi Nadiem Amiri (verdeckt, im Disput mit Florian Hübner) hat der DFB Ermittlungen bestätigt. © imago images/Matthias Koch
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Eine vermeintliche rassistische Beleidigung gegen Leverkusen-Profi Nadiem Amiri hatte am Freitagabend für Empörung gesorgt. Trotz einer Entschuldigung durch Florian Hübner hat der DFB-Kontrollausschuss nun Ermittlungen gegen den Verteidiger von Union Berlin aufgenommen.

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Die vermeintliche rassistische Beleidigung gegen Nadiem Amiri von Bayer 04 Leverkusen hat nun womöglich ein sportjuristisches Nachspiel: Wie der Deutsche Fußball Bund am Samstagmittag mitteilte, hat der Kontrollausschuss des Verbandes wegen des Vorfalls bei der Leverkusener 0:1-Niederlage bei Union Berlin am Freitagabend Ermittlungen aufgenommen. "Es besteht der Verdacht, dass der Berliner Spieler Florian Hübner seinen Leverkusener Gegenspieler Nadiem Amiri, dessen Eltern aus Afghanistan stammen, rassistisch beleidigt haben könnte", teilte der Verband mit und lüftete damit auch das Geheimnis, um welchen Union-Profi es sich bei dem Vorfall gehandelt haben soll.

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"Wir werden uns dieses Anfangsverdachts annehmen und mit Beginn der neuen Woche entsprechende Ermittlungen einleiten. Im ersten Schritt werden alle Beteiligten von uns angeschrieben und zu Stellungnahmen aufgefordert werden. Parallel dazu werden wir das bis dahin vorliegende Material auswerten", zitierte der Verband den Vorsitzenden des DFB-Kontrollausschusses Dr. Anton Nachrainer. Ein zunächst nicht namentlich bestimmter Union-Profi soll Amiri als "Scheiß-Afghane" bezeichnet haben, wie Leverkusen-Verteidiger Jonathan Tah nach dem Spiel bei DAZN sagte und damit überhaupt erst auf den Vorfall aufmerksam machte.

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Noch am Freitagabend hatte Hübner seinen Leverkusener Gegenspieler offenbar bereits in der Kabine aufgesucht, um sich zu entschuldigen, wie aus einem Statement von Amiri auf der Homepage von Leverkusen hervorging. "Es sind aus den Emotionen heraus unschöne Worte gefallen, die ihm sehr leid tun", erklärte der deutsche Nationalspieler Amiri. "Er hat mir das glaubwürdig versichert, deswegen ist die Sache für mich erledigt."

Ob die vermeintliche Entgleisung nun trotzdem noch ein Nachspiel haben wird, wird das Verfahren zeigen. DFB-Funktionär Nachrainer stellte aber bereits klar, dass rassistische Äußerungen in jedem Fall sanktioniert würden: "Unabhängig vom Ausgang dieses Verfahrens duldet der DFB grundsätzlich keinerlei Rassismus oder Diskriminierung auf seinen Plätzen! Das ist für uns ein absolutes No-Go und wird bei Nachweis auch entsprechend bestraft", sagte er.