25. November 2021 / 16:50 Uhr

Rassismus-Vorwürfe: FC Brome stellt Mannschaftsverantwortlichen vorerst frei

Rassismus-Vorwürfe: FC Brome stellt Mannschaftsverantwortlichen vorerst frei

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Geht den Rassismus-Vorwürfen nach: Fußball-Bezirksligist FC Brome.
Vorläufige Entscheidung getroffen: Der FC Brome hat einen Mannschaftsverantwortlichen nach Rassismus-Vorwürfen freigestellt, wartet aber für eine finale Entscheidung die Sportgerichtsverhandlung ab. © dpa
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Fußball-Bezirksligist FC Brome hat nach den Rassismus-Vorwürfen gegen einen Vereinsverantwortlichen nun erste Konsequenzen gezogen. Für eine finale Entscheidung will der Klub allerdings das Sportgerichtsurteil abwarten.

Fußball-Bezirksligist FC Brome hat nun erste Konsequenzen nach den Rassismus-Vorwürfen gegen ein Mitglied des Vereins gezogen, die Barnstorfs Coach Angelo Allegrino nach dem 1:1 der beiden Teams am vergangenen Sonntag öffentlich gemacht hatte. "Der FC Brome verurteilt die Vorkommnisse aufs Schärfste, und der Vorstand hat sich dazu entschieden, die kurzfristig folgende Sportgerichtsverhandlung abzuwarten, um eine endgültige Entscheidung zu treffen. Bis zur Verkündung des Sportgerichtsurteils wird der betroffene Mannschaftsverantwortliche unsererseits vom Spielbetrieb freigestellt", teilte der Klub am Donnerstagnachmittag in einem offiziellen Statement mit. "Zudem erwarten wir seinerseits eine ausdrückliche und persönliche Entschuldigung bei den Betroffenen des SV Barnstorf."

Bereits am Montag hatte sich der Bromer Spartenvorstand beraten, am Sonntagabend und auch am Dienstag standen jede Menge Gespräche mit dem Trainerteam und Spielern auf der Tagesordnung. "Wir haben den Vorfall intern aufgearbeitet und als Vorstand beschlossen, dass wir ein klares Zeichen setzen müssen – für unsere Mitglieder, Fans und die Öffentlichkeit", heißt es vonseiten des Klubs, der die Geschehnisse in dem Duell mit Barnstorf wie folgt schildert: "Noch während des Spiels wurde der Mannschaftsverantwortliche durch uns aufgefordert, derartige Äußerungen unverzüglich zu unterlassen. Unmittelbar nach Spielende haben wir das Gespräch mit allen Beteiligten gesucht, um Einzelheiten zu erfahren und uns bei unseren Gästen und beim Schiedsrichter-Team zu entschuldigen."

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Der Bromer Vorstand betont: "Als Verein distanzieren wir uns ausdrücklich von solchen Äußerungen und Gedanken." Und weiter: "Umso größer war unsere Bestürzung, als wir im Verlauf des Bezirksligaspiels unserer 1. Herren gegen den SV Barnstorf informiert wurden, dass es vonseiten eines Mannschaftsverantwortlichen zu einer Äußerung in Richtung unserer Gäste gekommen ist, die weder auf dem Fußballplatz noch in unserer Gesellschaft etwas zu suchen hat."

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Doch wie aus dem Statement hervorgeht, handelt es sich bei der Freistellung des Vereinsverantwortlichen nicht um eine finale Entscheidung des Klubs, die soll erst nach dem Sportgerichtsurteil getroffen werden. Der Schiedsrichter des Spiels hatte die Beleidigungen zwar selbst nicht gehört, wurde aber darauf hingewiesen. Der Bericht liegt dem NFV-Bezirk Braunschweig vor und landet nun vorm Sportgericht.

"Wir können im Bezirksspielausschuss nicht ermitteln", sagt Bezirksliga-Staffelleiter Bernd Naujoks. "Wir haben uns im Spielausschuss darauf geeinigt, dass es zum Sportgericht geht." Dort seien aber nun einige Fristen einzuhalten, es müssen Statements aller Beteiligten eingeholt werden - und es muss entschieden werden, ob die Verhandlung schriftlich oder mündlich vonstatten geht. Mit einem raschen Urteil sei daher nicht zu rechnen, das ordnungsgemäße Prozedere könne rund zwei bis drei Wochen in Anspruch nehmen, so Naujoks.

"Wir haben den Schiedsrichter-Bericht gelesen und geben dazu beim Sportgericht nun unsere Stellungnahme ab", sagt SVB-Trainer Allegrino, der mit Bromes Spartenleiter René Wedekind stets in engem Austausch gewesen sei. "Bis wir uns öffentlich dazu äußern, möchten wir aber auch erst mal die Verhandlung abwarten."


Fest steht allerdings schon jetzt: Der 1. FC Wolfsburg und der SV Barnstorf haben sich für den kommenden Sonntag (14 Uhr), wenn beide Mannschaften aufeinandertreffen, eine gemeinsame Aktion überlegt, wollen in bunten Shirts ein Zeichen gegen Rassismus im Allgemeinen setzen. Das alles geschieht im Rahmen der FC-Aktion: "Miteinander, statt gegeneinander. Gegen Rassismus."