02. September 2021 / 16:26 Uhr

Rassismus-Vorwürfe gegen Saarbrücken-Spieler: DFB-Sportgericht vertagt Entscheidung 

Rassismus-Vorwürfe gegen Saarbrücken-Spieler: DFB-Sportgericht vertagt Entscheidung 

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Rassismus-Vorwürfe gegen den 1. FC Saarbrücken wurden vor dem DFB-Sportgericht verhandelt.
Die Rassismus-Vorwürfe gegen den 1. FC Saarbrücken wurden vor dem DFB-Sportgericht verhandelt. © IMAGO/Eduard Bopp/osnapix (Montage)
Anzeige

Kein Urteil an diesem Donnerstag in der Verhandlung über Rassismus-Vorwürfe gegen Saarbrücken-Spieler Dennis Erdmann. Das DFB-Sportgericht vertagte die Entscheidung. Die Verhandlung wird am kommenden Donnerstag fortgesetzt. Erdmann bleibt so lange vorerst gesperrt.

Das DFB-Sportgericht hat die Entscheidung über die gegen Dennis Erdmann vom Drittligisten 1. FC Saarbrücken erhobenen Rassismus-Vorwürfe vertagt. Die Verhandlung wird am kommenden Donnerstag (14 Uhr) fortgesetzt, teilte das dreiköpfige Gremium unter Leitung von Stephan Oberholz am Donnerstag nach einer dreieinhalbstündigen Sitzung mit. "Wir werden das Verfahren dann hoffentlich zum Abschluss bringen", sagte Oberholz. Erdmann ist bis zur Verkündung des Urteils vorerst gesperrt.

Anzeige

Der 30-Jährige soll am 25. August in der Partie 1. FC Saarbrücken gegen 1. FC Magdeburg (2:1) mehrere Gegenspieler rassistisch beleidigt haben. Diese Anschuldigung bekräftigten die als Zeugen geladenen FCM-Profis Baris Atik, Sirloid Conteh, Leon Bell Bell und Amara Condé vor dem Sportgericht. "Ich habe das in dieser Heftigkeit noch nie erlebt", berichtete Condé. Er selbst sei nicht beschimpft worden, habe aber "einiges mitbekommen".

Saarbrücken-Spieler Erdmann weist Anschuldigungen zurück

Der telefonisch zugeschaltete Schiedsrichter Robert Kampka erklärte, dass er rassistische Beleidigungen in der hitzigen Partie "aus eigener Wahrnehmung nicht mitbekommen" habe. Er sei auch während und nach dem Spiel von Magdeburger Seite nicht auf entsprechende Vorfälle angesprochen worden - weder von Spielern noch Verantwortlichen. Erdmann wies in der Verhandlung alle Anschuldigungen energisch zurück. "Für mich ist das unfassbar. Ich bin kein Mensch, der zwischen Herkunft und Hautfarbe unterscheidet", sagte der Defensivspieler und beteuerte: "Ich habe niemals jemanden rassistisch beleidigt und würde das auch niemals tun."

Erdmanns Rechtsbeistand Horst Kletke hatte eine Vertagung beantragt, um weitere Beweise zu sichten, da die Angelegenheit seiner Ansicht nach nicht aufgeklärt werden konnte. Zu Beginn der Verhandlung hatte Kletke von zahlreichen Hass-Mails gegen Erdmann berichtet. "Ich bin ein mental starker Spieler", sagte Erdmann. "Aber die vergangenen Tage waren unfassbar belastend für mich und meine Familie."