29. November 2020 / 17:10 Uhr

Rassismus-Wirbel um Steffen Freund: S04-Suspendierungen von Bentaleb und Harit wegen afrikanischer Wurzeln

Rassismus-Wirbel um Steffen Freund: S04-Suspendierungen von Bentaleb und Harit wegen afrikanischer Wurzeln

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Amine Harit und Nabil Bentaleb sind beim FC Schalke 04 suspendiert worden. Steffen Freund steht wegen rassistischer Aussagen im Fokus.
Amine Harit und Nabil Bentaleb sind beim FC Schalke 04 suspendiert worden. Steffen Freund steht wegen rassistischer Aussagen im Fokus. © imago images/Team 2/Revierfoto/Montage
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Der ehemalige BVB-Profi Steffen Freund hat sich wegen rassistischer Aussagen eine Menge Unmut zugezogen. In der TV-Sendung "Doppelpass" am Sonntagvormittag führte er die Suspendierungen der Schalke-Profis Nabil Bentaleb und Amine Harit auf ihre afrikanischen Wurzeln zurück und deklarierte sie als Fehlkäufe für den S04.

+++UPDATE: Steffen Freund hat sich via Twitter für seine Aussagen entschuldigt. Hier geht es zum aktuellen Artikel.+++

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Das Netz empört sich über rassistische Aussagen von Ex-BVB-Profi Steffen Freund. In der Talk-Sendung "Doppelpass" von Sport1 führte der Europameister von 1996 die afrikanischen Wurzeln der beim FC Schalke 04 unter Vertrag stehenden Profis Nabil Bentaleb und Amine Harit als Mitgrund für ihre Suspendierungen unter der Woche an. Vor allem Bentaleb, den Freund in seiner Funktion als Co-Trainer bei den Tottenham Hotspur erlebt hatte, kritisierte der 50-Jährige für dessen Einstellung. "Er ist einer der besten Spieler dann auch. Im Endeffekt bei Schalke gelandet. Aber ist französisch-algerischer Herkunft. Charakter...", schlussfolgerte Freund.

Freund weiter: "Wenn sie Kaderplaner haben, muss man wissen, dass da eine bestimmte Aggressivität, auch eine gewisse Disziplinlosigkeit schnell kommt, wenn er nicht derjenige ist, der gesetzt ist." Beim FC Schalke sei das "Malochen" das "Allerwichtigste", so der heutige TV-Experte. "Jeder Spieler muss bereit sein, sein Herz auszuschütten für den Verein", sinnierte Freund weiter und leitete über zu Harit, "Auch er kann das natürlich nicht mit seinen Wurzeln." Freunds Fazit: "Falsche Spieler gekauft." Zwar nicht von der individuellen Klasse, aber eben charakterlich.

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Nachdem der ehemalige Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund mitbekommen hatte, dass seine Aussagen heftige Empörung hervorgerufen hatte, versuchte er sich an einer Erklärung. "Ich habe in den öffentlichen Medien gehört, dass das rassistisch rübergekommen ist. Das war so natürlich nicht gemeint“, sagte der 50-Jährige. Jedoch spiele die Herkunft eine Rolle, wie man als Mensch aufwachse. "Und wie deine Mentalität ist. In Tottenham, wenn ihm das Spiel nicht gefallen hat, hat er das Spielfeld einfach verlassen", sagte Freund, der ebenso wie Bentaleb früher auch für die Spurs spielte.

Bei den Schalkern kamen die Aussagen Freunds überhaupt nicht gut an. Während ihm die Social-Media-Gemeinde unverhohlenen Rassismus vorwarf, stellten die krisengebeutelten Gelsenkirchner über Twitter klar: "Die Denkpause für Harit und Bentaleb hat nichts mit deren Wurzeln zu tun! Sowas hat für uns grundsätzlich nichts mit der Herkunft zu tun."