11. Oktober 2021 / 18:39 Uhr

Rassismuseklat, Tore, Zuschauer und sportliche Überraschungen im Kreispokal: Die 3. Runde in Oberhavel/Barnim im Überblick

Rassismuseklat, Tore, Zuschauer und sportliche Überraschungen im Kreispokal: Die 3. Runde in Oberhavel/Barnim im Überblick

Matthias Schütt
Märkische Allgemeine Zeitung
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Oranienburgs Dreifachtorschütze Omar Ali Dieb (l.) stibitzt Forst-Keeper Michael Kleeblatt den Ball. © Robert Roeske
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Kreispokal Oberhavel/Barnim: Die 16 Partien boten Spektakel auf und neben dem Platz. Einige der Zuschauer fielen jedoch in Joachimsthal negativ auf.

In der 3. Runde des Fußball-Kreispokalwettbewerbs der Männer in der Saison 2021/22 hat sich auf den Plätzen der Region einiges abgespielt. Die wichtigsten Ereignisse aus den 16 Partien im großen SPORTBUZZER-Überblick:

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Der Kantersieg des Oranienburger FC II: Keine Zweifel ließ das Landesklassenteam vom OFC II aufkommen. Die Kreisstädter setzten sich beim Kreisligisten und Ortsnachbarn Forst Borgsdorf, der mittlerweile von Peter Holland trainiert wird, klar mit 8:1 durch und qualifizierte sich souverän für die nächste Runde. OFC II-Kicker Omar Ali Dieb erzielte allein drei Tore.

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Das kurze Bruderduell in Germendorf: FSV-Trainer Deion Nassar traf auf seinen Bruder Declan, der für TuS Sachsenhausen II spielt. Nach nur 37 Spielminuten war das Familienduell schon beendet. Nach einem Zusammenprall mit einem Germendorfer musste Declan Nassar mit Verdacht auf eine Kopfverletzung den Platz vorzeitig verlassen. „Es war eine Vorsichtsmaßnahme“, sagt Bruder Deion. Am Ende siegte Sachsenhausen mit 6:2. „In der ersten Halbzeit ist unser Matchplan aufgegangen“, so der FSV-Trainer. „Uns fehlte am Ende die Kraft, 90 Minuten mitzugehen. Die Niederlage fällt vielleicht um zwei Tore zu hoch aus.“

Die doppelte Überraschung in Glienicke: Zwei Fußballvereine gibt es in der Bieselheide. Beide sorgten für eine Pokal-Überraschung. Kreisligist SV Glienicke/Nordbahn gewann mit 1:0 gegen das Landesklasseteam aus Bötzow. „Der Sieg war nicht unverdient über die 90 Minuten nicht unverdient“, sagt Daniel Jochen, Abteilungsleiter Fußball beim SV Glienicke/Nordbahn. Ortskonkurrent Fortuna Glienicke II, ebenfalls aus der Kreisliga, gewann dagegen mit 2:1 gegen Kreisoberligist FSV Bernau II. Fabian Schulze und Pierre Henkel aus dem Landesliga-Kader der Glienicker schossen dabei die beiden Treffer für die Hausherren. Demnach könnte es nun zum Stadtduell der beiden Teams aus Glienicke kommen. „Für uns ist alles, was jetzt im Pokal kommt, sowieso Zusatz“, sagt Jochen. „Nur ein Heimspiel wäre schön in der nächsten Runde."

Der Außenseitersieg: Mit 4:1 gewann die Spielgemeinschaft aus Klein-Mutz und Zehdenick aus der 1. Kreisklasse gegen das Landesklasseteam aus Wandlitz. Maßgeblichen Anteil daran hatte Philipp Woiton von den Gastgebern, der mit drei Toren zur Stelle war. "Mit der Verstärkung aus der ersten Mannschaft war es natürlich klar, dass es ein Spiel auf Augenhöhe werden kann“, so der in Grüneberg lebende Dreifachtorschütze. Dennoch gingen die Hausherren gegen die drei Spielklassen höher agierenden Wandlitzer als „Außenseiter“ in die Partie, wie Woiton sagt.

1734 Zuschauer kommen insgesamt zu den Partien

Die Zuschauerzahlen: Stark angefangen und stark abgeschlossen. Das Interesse an den Pokalpartien sei „zufriedenstellend“, sagt der Pokalverantwortliche Bernd Jünemann. „Die Spiele wurden sehr gut angenommen.“ Insgesamt kamen nach den Vereinsangaben 1734 Zuschauer. Das macht einen Schnitt von 108 Besuchern pro Partie. Die meisten Zuschauer kamen bereits am Freitagabend nach Joachimsthal, wo die Gastgeber 421 Zuschauer zählten. Am Sonntagnachmittag in Germendorf waren es noch 407 Fans. Die niedrigste Zahl gab es aus Sachsenhausen, wo der TuS III vor 23 Zuschauern gegen Rot-Weiß Schönow spielte.


Der Rassismuseklat und die (nicht belohnte) Aufholjagd in Joachimsthal: Der Fußball geriet zum Auftakt des Kreispokal-Wochenendes in Joachimsthal in den Hintergrund. In der zweiten Halbzeit sollen dunkelhäutige Akteure von Einheit Zepernick auf rassistische Weise von Zuschauern beschimpft worden sein. „,Haut ab nach Afrika’ wurde zum Beispiel gerufen", wird Dirk Opitz von Einheit Zepernick deutlich. „Diese ganze braune Kacke muss man klar verurteilen.“ Da das Schiedsrichterkollektiv aber keine Rufe hörte, „wurde nichts im Spielberichtsbogen vermerkt und ich bin handlungsunfähig“, sagt Bernd Jünemann vom FK. Damit wollen sich die Zepernicker aber nicht abfinden: „Wir schreiben eine Sondermeldung“, so Opitz. Fußball wurde auch gespielt. Eine zwischenzeitliche 5:1-Führung verspielte Einheit in 17 Minuten noch, Joachimsthal glich zum 5:5 aus. Die Entscheidung fiel in der Verlängerung, wo der Zepernicker Fabian Schulz das entscheiden Tor erzielte. „So richtig kam nach dem Sieg keine Freude auf“, sagt Opitz. Die Verantwortlichen von Schorfheide Joachimsthal waren auf Anfrage nicht erreichbar.