19. Mai 2020 / 14:25 Uhr

Rasta-Rakete Mbabu: "Es ist wie eine Erlösung"

Rasta-Rakete Mbabu: "Es ist wie eine Erlösung"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Kevin Mbabu hat sein erstes Training beim VfL Wolfsburg absolviert.
Hat beim 2:1 in Augsburg den Siegtreffer vorbereitet: Kevin Mbabu vom VfL Wolfsburg. © imago images
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Beim 2:1 des VfL Wolfsburg am Samstag beim Re-Start der Fußball-Bundesliga war Kevin Mbabu stark - und das will er auch in den restlichen Spielen bleiben.

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Es ist noch nicht lange her, dass sich Oliver Glasner mehr Flügelpower auf dem Platz gewünscht hatte - beim 2:1-Sieg des VfL am Samstag beim FC Augsburg war sie vorhanden. Links sorgte Paulo Otavio dafür, auf der rechten Seite machte das Kevin Mbabu, der am Ende gar den Siegtreffer von Daniel Ginczek mustergültig vorbereitete. Auch zuvor hatte der Nationalspieler der Schweiz gut gespielt. Die großen Anlaufschwierigkeiten nach seinem Wechsel im vergangenen Sommer von Bern zum Wolfsburger Fußball-Bundesligisten sind Geschichte. "Es ist wie eine Erlösung, weil die ersten vier, fünf Monate für mich schwer waren."

Er habe nicht viel Einsatzzeit bekommen, "aber ich habe nicht aufgegeben. Ich wusste, meine Chance wird kommen. Und jetzt muss ich so weitermachen." Mit Tempo und mit großem Offensivdrang. So, wie er das in Augsburg hatte. Haben die VfL-Fans da den besten Mbabu im Wolfsburger Trikot gesehen? "Ja", sagt der Rechtsverteidiger - und denkt bei dieser Frage aber auch an seine Leistungen in den Spielen gegen Gladbach, Schalke (da war ihm sein erstes und bislang einziges VfL-Tor gelungen) und bei den Bayern. "Ich habe viel Selbstvertrauen."

"Habe in den vergangenen Wochen gut trainiert"

Das zeigte der 25-Jährige kurz vorm Ende in Augsburg. Dass er so gut in Form sei, habe auch mit der Corona-Pause zu tun. "Ich habe in den vergangenen Wochen gut trainiert. Auf dem Platz habe ich nicht überlegt, was zu tun ist, sondern habe instinktiv gehandelt", beschreibt Mbabu, der zuletzt viel an seiner Technik gearbeitet habe. Vor allem am ersten Ballkontakt, der im heutigen schnellen Spiel so wichtig sein kann. "Jetzt habe ich den Lohn für meine Arbeit bekommen."

Ein hartes Stück Arbeit wiederum wartet auf Mbabu und Co. am Samstag, wenn Top-Team Borussia Dortmund in Wolfsburg gastiert. "Eines der stärksten Teams, wenn man bedenkt, wie gut sie gerade in der Offensive aufgestellt sind. Aber wir sind gut in Form, spielen zu Hause und haben alle Chancen, das Spiel zu gewinnen", sagt Mbabu selbstbewusst.

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Man kann Haaland stoppen

Wichtig dafür: Die VfL-Defensive muss am Samstag Dortmunds Wunderstürmer Erling Haaland (neun Bundesliga-Spiele, zehn Tore) in den Griff kriegen. Aber geht das überhaupt? "Es wird nicht einfach, aber man kann jeden stoppen", sagt der Wolfsburger, gleichwohl lobt der Wolfsburger den norwegischen Goalgetter: "Er ist in einer unglaublich guten Verfassung." Aber nicht nur auf Haaland gelte es zu achten. Auch Thorgan Hazard, Julian Brandt und Jadon Sancho müsse man in den Griff bekommen.

Gut: Mit Mbabu und Renato Steffen (erzielte in Augsburg das zwischenzeitliche 1:0 für den VfL) haben die Wolfsburger auf der rechten Seite viel Speed und viel Torgefahr im Team. "Wir verstehen uns blind", sagt Mbabu über das Zusammenspiel mit seinem Landsmann. "Er mag es, auf dem Platz nach innen zu ziehen, so habe ich auf der Seite mehr Freiräume, um nach vorn zu ziehen", lobt der Wolfsburger die "Swiss Connection".

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Rastazöpfe ab?

In den sozialen Medien wurde er aufgrund seiner Schnelligkeit und seiner auffälligen Frisur zuletzt als Rasta-Rakete bezeichnet. Kann er mit diesem Spitznamen leben? Mbabu grinst und sagt dann: "Klar, den mag ich." Seine Rasta-Frisur wird demnächst übrigens etwas auf Vordermann gebracht, wegen des Lockdowns sei es lange nicht möglich gewesen, einen Friseur aufzusuchen. Kommen die Rastazöpfe nun ab? "Nein, das ist unmöglich", sagt Mbabu lachend. "Ich werde sie mir nur ein bisschen kürzen lassen."