14. Mai 2022 / 22:10 Uhr

Rätselhafte Nagelsmann-Erklärung: Darum fehlte Süle im letzten Spieltags-Kader beim FC Bayern

Rätselhafte Nagelsmann-Erklärung: Darum fehlte Süle im letzten Spieltags-Kader beim FC Bayern

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Julian Nagelsmann verzichtete am letzten Bundesliga-Spieltag der Saison im Kader auf Niklas Süle.
Julian Nagelsmann verzichtete am letzten Bundesliga-Spieltag der Saison im Kader auf Niklas Süle. © Getty Images (Montage)
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Beim Saisonabschluss des FC Bayern München beim VfL Wolfsburg fehlte Niklas Süle im Kader des bereits feststehenden deutschen Meisters. Verletzt war der Nationalspieler jedoch nicht. Trainer Julian Nagelsmann machte den Süle-Abschied vom FCB mit seiner Begründung nach Spielende nur noch rätselhafter.

Noch nicht einmal eine Woche ist es her, dass sich Niklas Süle unter großem Jubel der Bayern-Fans vom Publikum in der Allianz-Arena verabschiedete. "Mia san mia", das Credo des FC Bayern München, brüllte der zur kommenden Saison ablösefrei zu Borussia Dortmund wechselnde Nationalspieler auf dem Zaun der Fankurve ins Megafon. Es war ein perfekter Abschied – mit nur wenigen BVB-Schmähgesängen seitens des Bayern-Anhangs – im Rahmen der Feier mit der Meisterschale. Und plötzlich ist alles anders: Denn beim Saisonfinale am 34. Spieltag gegen den VfL Wolfsburg (2:2) stand der Innenverteidiger gar nicht erst im Bayern-Kader. Ein merkwürdiger Abschied des 26-Jährigen, den die Erklärung von Trainer Julian Nagelsmann nur noch rätselhafter machen sollte.

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Der Coach hatte zuletzt stets betont, in den letzten Saisonspielen auf Spieler setzen wollen, die auch über den Sommer hinaus beim FCB bleiben werden. Dies habe er Süle unter der Woche nach eigener Aussage auch erklärt: "Wir haben mit Niklas unter der Woche gesprochen. Wir hatten eigentlich geplant, den Kader komplett vollzumachen und Spieler mitzunehmen, die auch nächstes Jahr dann noch da sind", erklärte Nagelsmann auf der Pressekonferenz nach der Partie. Eine Beschreibung, die auf Süle nicht zutrifft. Der Verteidiger unterschrieb im Februar beim Rivalen BVB einen Vierjahresvertrag.

Wollte Nagelsmann Süle also gar nicht erst zu dessen letztmöglichem Bayern-Spiel mitnehmen? Eine Verletzung von Marcel Sabitzer im Abschlusstraining hat ihn wohl umgestimmt. "Bei Sabi war es so, dass er leider im Abschlusstraining muskuläre Probleme hatte, deswegen mussten wir ihn zu Hause lassen", sagte der Trainer. Ein potenzieller Kaderplatz für Süle, der wohl ohnehin auf der Bank gesessen hätte, wurde also frei. Doch der Innenverteidiger wollte wohl gar nicht mehr mit, wie der Trainer weiter erklärte: "Und Niki war dann im Abschlusstraining nicht mehr so von seiner Gefühlslage – wir haben ihn dann noch gefragt, ob er mit will, und er hat gesagt: 'Eher nicht', weil er sich da jetzt nicht drauf vorbereitet hatte. Und deswegen haben wir ihn dann zu Hause gelassen." Eine rätselhafte Begründung, die Nagelsmann mit den Worten "das hat jetzt keinen extrem tieferen Grund" abschloss.

Damit beendet Süle, der am 33. Spieltag gegen Stuttgart in der Schlussphase eingewechselt wurde, seine seit 2017 andauernde Bayern-Karriere mit einer Bilanz von 170 Pflichtspielen, fünf Meistertiteln, zwei Pokalsiegen und einem Champions-League-Triumph. Am Sonntag (13.30 Uhr) empfängt Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) den Serienchampion zur Titelfeier auf dem Münchner Rathaus-Balkon auf dem Marienplatz. Ob Süle dort dabei ist?