04. November 2019 / 17:57 Uhr

Rauhe startet Vorbereitung auf sechste Olympische Spiele

Rauhe startet Vorbereitung auf sechste Olympische Spiele

Peter Stein
Märkische Allgemeine Zeitung
Ronald Rauhe nahm bisher fünfmal an Olympischen Spielen teil.
Ronald Rauhe nahm bisher fünfmal an Olympischen Spielen teil. © dpa
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266 Tage vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in Tokio startet Kanute Ronald Rauhe in das Vorbereitungstraining. Es werden seine sechsten Spiele.

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Exakt 266 Tage und zehn Stunden vor Eröffnung der XXXII. Olympischen Sommerspiele am 24. Juli 2020 in Tokio begann am Montagvormittag für Ronald Rauhe die Vorbereitung. Er griff zum Paddel und schwang sich im weltweit einzigartigen Strömungskanal am Olympiastützpunkt in Potsdam ins schmale Kanu. Der 38-Jährige peilt seine sechste Olympia-Teilnahme an. Das schafften in Deutschland bisher nicht viele, und im Kanurennsport nur seine „angeheiratete Tante“, wie er sagt, Birgit Fischer. Die Brandenburgerin ist mit achtmal Gold und viermal Silber auch Deutschlands erfolgreichste Olympiateilnehmerin. Der 38 Jahre alte Rauhe vom Kanuclub Potsdam, der mit Ehefrau Fanny (als geborene Fischer ebenfalls Kanu-Olympiasiegerin) und den Söhnen Til (5) sowie Leo (3) in Falkensee wohnt, blickt zurück auf seine bisher fünf Sommerspiele und voraus auf 2020.

Erstes Olympia ist überwältigend

Sydney 2000, Bronze K2 500 Meter: „Daran habe ich tatsächlich wenig fassbare Erinnerungen, weil ich als damals noch 18-Jähriger einfach überwältigt war von den vielen Eindrücken. Allein mit der Teilnahme hatte sich für mich ein Traum erfüllt und dann noch die Weltreise nach Australien. Im olympischen Finale selbst hatte ich mit meinem Partner Tim Wieskötter Pech, dass wir auf einmal sehr starken Gegenwind hatten, weil wir damals noch zwei Leichtgewichte waren. Das Rennen ist wegen des Windes mehrmals verschoben worden, musste am letzten Tag der Spiele aber stattfinden. Da war sogar mehr drin, weil wir in den Vorläufen Weltrekord gefahren sind.“

Athen 2004, Gold K2 500 Meter: „Seit 2001 waren wir auf dieser Strecke bei Weltmeisterschaften ungeschlagen, konnten aber dem Druck standhalten. Das war ein Traum, da flossen bei mir auch ein paar Tränen – endlich Olympiasieger. Danach habe ich mir ein Olympia-Tattoo auf den linken Fuß tätowieren lassen.“

Peking 2008, Silber K2 500 Meter: „Wir waren bis zum Finale immer noch ungeschlagen, haben aber um neun Hundertstel gegen die Spanier verloren. Die Enttäuschung war groß, ich habe lange zu tun gehabt, mit der Niederlage umzugehen und zu erkennen, dass auch Olympia-Silber ein großer Erfolg ist. Für das weitere Leben war das sehr lehrreich.“

Große Enttäuschung

London 2012, zweimal 8. im K1 und K2 über 200 Meter: „Das war deprimierend, dabei waren es vom Umfeld und der Begeisterung her ganz wunderbare Spiele. Ich war eigentlich gut in Schuss, aber zwei Wochen vorher bin ich krank geworden. Danach stand ich an dem Punkt, aufhören oder nicht. Ich wollte mit einem Misserfolg nicht meine Karriere beenden.“

Rio 2016, Bronze K1 200 Meter: „Nachdem ich im K2 mit Tom Liebscher Fünfter geworden war, wusste ich, das wird mein letztes olympisches Rennen, das ist meine letzte Chance. Dann kam das Drama mit dem Zielfoto-Entscheid. Ich dachte, ich wäre Dritter, aber auf der Anzeigetafel wurde ich als Vierter geführt. Ich war wie in Trance, lag wahrlich wie am Boden zerstört auf dem Steg, bis mir dann Bundestrainer Arndt Hanisch zurief, dass ich Dritter bin zeitgleich mit dem Spanier Saúl Craviotto, der mir schon 2008 Gold weggeschnappt hatte. Diese Gefühls-Achterbahn lässt sich kaum in Worte fassen.“

In Tokio Geschichte schreiben

Tokio 2020: „Eigentlich sollte nach 2017 Schluss sein. Aber dann wurde der Kajakvierer über 500 Meter olympisch, das ist genau meine Strecke. Ich bin tatsächlich immer noch der Schnellste und man braucht auch ein bisschen Ausdauer. Ich habe mich zum Weitermachen entschlossen und fühle mich bestätigt. Wir sind jetzt dreimal in Folge Weltmeister geworden. Ich habe insgesamt 16 WM-Titel und die Riesenchance, bei Olympia noch mal was ganz Großes zu schaffen. Ich bin so motiviert, dass ich mich darauf freue, mich jeden Tag im Training zu quälen. Wir sind ein super Team. Ich bin zwar der Boots-Papa und habe aufgrund meiner Erfahrung manchmal das letzte Wort, aber wir sind alle gleichberechtigt. Das macht das Boot aus. Der Countdown für Tokio läuft, ich wollte mir eigentlich noch einen Abrisskalender besorgen. Am 18. November steht das erste vierwöchige Trainingslager in Florida/USA an.“

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