02. August 2021 / 09:15 Uhr

Raum, Jaeckel, Stach weg: Fürth-Manager Azzouzi erklärt Transfers der U21-Europameister

Raum, Jaeckel, Stach weg: Fürth-Manager Azzouzi erklärt Transfers der U21-Europameister

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
David Raum (Hoffenheim), Paul Jaeckel (Union Berlin) und Anton Stach (Mainz 05) haben Greuther Fürth verlassen.
David Raum (Hoffenheim), Paul Jaeckel (Union Berlin) und Anton Stach (Mainz 05) haben Greuther Fürth verlassen. © IMAGO/Montage
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Greuther Fürth hat den Aufstieg in die Bundesliga geschafft - aber mit den U21-Europameistern David Raum, Paul Jaeckel und Anton Stach drei Leistungsträger verloren. Diese Abgänge stehen laut Sportchef Rachid Azzouzi insbesondere in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.

Trotz des überraschenden Aufstiegs in die Bundesliga konnte die SpVgg Greuther Fürth seine Leistungsträger nicht halten. Drei frisch gekürte U21-Europameister haben die Franken nach dem Erringen des zweiten Platzes verlassen. Laut Sport-Geschäftsführer Rachid Azzouzi hat dies finanzielle Gründe. "Wir arbeiten seriös, konnten diese Spieler nicht halten, weil ich wusste, dass wir durch Corona vier Millionen Euro Schulden machen", sagte der 50-Jährige dem Kicker. "Wir bekommen keine Kredite mehr, wenn wir nicht liquide sind, das würde in die Insolvenz führen."

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So muss der Fürther Macher nun Linksverteidiger David Raum (ablösefrei zur TSG Hoffenheim), Innenverteidiger Paul Jaeckel (ebenfalls ohne Ablöse zu Union Berlin) und Defensivmann Anton Stach ersetzen, der im Anschluss an das Ausscheiden des deutschen Teams beim Olympischen Fußballturnier am Samstag seinen Wechsel zu Mainz 05 finalisierte - dieser Transfer spült 3,5 Millionen Euro in die Fürther Kassen. Das Kleeblatt hatte den Mittelfeldspieler erst vor einem Jahr ablösefrei vom VfL Wolfsburg verpflichtet.

Beste 2. Liga aller Zeiten? "Dieser Hype geht mir zu weit"

Der Aufstieg in die Bundesliga sei für Fürth "überlebenswichtig" gewesen, sagte Azzouzi weiter. "Durch Corona wäre ein weiteres Jahr 2. Liga finanziell ein Kraftakt geworden." Statt der Franken tummeln sich nach dem Abstieg unter anderem Schalke 04 und Werder Bremen in der Zweitklassigkeit. Große Namen - von einer "besten 2. Liga aller Zeiten", wie die Staffel zuletzt oft bezeichnet wurde, will der Kleeblatt-Sportchef aber nichts wissen. "Dieser Hype geht mir zu weit. Überall hört man, wie sensationell die 2. Liga sein soll, das Eröffnungsspiel zwischen Schalke und dem HSV wurde fast auf WM-Niveau gehoben", so Azzouzi, der seit 2017 wieder am Ronhof arbeitet (wie bereits als Spieler zwischen 1997 und 2003 und als Manager zwischen 2004 und 2012) und als Sportdirektor auch beim FC St. Pauli und Fortuna Düsseldorf tätig war.

"Ohne überheblich zu sein: Wenn das die beste 2. Liga der Geschichte ist, bin ich gerne in der Bundesliga", sagte der Ex-Profi, der mit den ablösefreien Gideon Jung (Hamburger SV), Nils Seufert (Arminia Bielefeld), Max Christiansen (Waldhof Mannheim) und den Leih-Spielern Justin Hoogma (Hoffenheim), Jessic Ngankam (Hertha BSC) und Adrian Fein (FC Bayern) insgesamt sechs Neuzugänge unter Vertrag genommen hat. Die 2. Liga mit Schalke, Werder, dem HSV und anderen großen Namen werde ihm "zu sehr künstlich aufgebauscht, auch wenn viele tolle Vereine darin sind", sagte er. "Aber am Ende geht es darum, was für ein Fußball gespielt wird, um Qualität und Leistung und nicht um das schönste Stadion, den Namen oder die Geschichte. Das wird den Erstligisten nicht gerecht."