14. Januar 2018 / 14:35 Uhr

RB-Coach Hasenhüttl gewinnt Taktik-Duell gegen Schalkes Tedesco

RB-Coach Hasenhüttl gewinnt Taktik-Duell gegen Schalkes Tedesco

Anne Grimm
Leipziger Volkszeitung
Naby Keita trifft zur Glücklichen Leipziger Führung. 
Naby Keita trifft zur Glücklichen Leipziger Führung.  © Imago
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Ralph Hasenhüttl hat die zwei Wochen vor dem Rückrundenstart zum Tüfteln genutzt. Am Samstag überraschte er Schalkes Taktikfuchs Tedesco.

Leipzig. Die Überraschung ist Ralph Hasenhüttl gelungen. Mit einer neuen taktischen Aufstellung und einer anderen Herangehensweise hat der Leipziger Coach am Samstag im Spitzenspiel seinen Schalker Kollegen überrumpelt. Domenico Tedesco gab zu: „Wir haben nicht damit gerechnet, dass RB tiefer steht und uns nicht so hoch anläuft. Das ist untypisch für Leipzig. Alle Spiele die wir gesehen haben, und wir haben ganz schön viele gesehen, waren anders.“

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Leipzigs Diego Demme erklärte nach dem 3:1-Sieg den Matchplan seines Trainers: „Wir wollten Schalke ein bisschen kommen lassen, dass die mal das Spiel machen. Da haben wir den Spieß umgedreht, zum Hinspiel.“ Das 0:2 auf Schalke zum Saisonstart – der Stachel bei Hasenhüttl saß wohl tief. Nicht wegen der Niederlage, sondern, wie er nun zugab: „sind wir taktisch ein bisschen untergangen.“

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Der 50-Jährige nutzte die zwei Wochen vor dem Rückrundenstart, um einen besonderen Plan zu schmieden. Erstmals lief sein Team im 4-3-3 auf. Hasenhüttl erklärte, diese Grundordnung sei Hauptschwerpunkt in der Vorbereitung gewesen: „Durch die Tatsache, dass wir auch viele Einheiten unter Ausschluss der Öffentlichkeit machen konnten, konnten wir das wirklich gut schulen.“  Im Testspiel gegen Dukla Prag hätte er die neue Variante gern ausprobiert, doch dann wäre der Überraschungseffekt dahin gewesen.

Konrad Laimers Debüt auf der rechten Verteidigerposition samt Torvorlage gehörte ebenfalls zu den positiven Überraschungen gegen Schalke. Auch die Mentalität und taktische Anpassungsgabe von Marcel Sabitzer, der erstmals nach sieben Wochen und seiner Schulterverletzung ein Pflichtspiel bestritt, imponierte dem Trainer: „Er weiß sofort was zu tun ist, egal wo man ihn hinstellt. Ich habe dreimal seine Position verändert, aber habe keinen Unterschied in seiner Leistung gemerkt. Die war immer top.“

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Der Schlüssel zum Erfolg, mit dem sich Leipzig in der Bundesliga wieder auf einen Champions-League-Platz schob, waren schließlich die Einwechslungen von Timo Werner und Yussuf Poulsen, in der letzten halben Stunde. „Das hat dazu geführt, dass wir nochmal eine Welle setzen und den Gegner vor Probleme stellen konnten. Deshalb waren die zwei Tore, die danach gefallen sind, nur noch zwangsläufig“, sagte Hasenhüttl.

So euphorisch wie nach den drei Punkten am Samstag haben die RB-Fans den Trainer lange nicht mehr jubeln sehen. „Vielleicht lag es an der Tatsache, dass wir schon lange nichts mehr zu jubeln hatten. Der erste Sieg nach so einer Durststrecke ist immer der Schwerste. Aber er fühlt sich auch nicht so schlecht an“, sagte Hasenhüttl. Die Bedeutung des Erfolgs nach fünf Spielen ohne Sieg verdeutlichte auch Mittelfeldmotor Demme: „Wenn man gegen Schalke gewinnt, die laut Tabelle bis dahin die zweitbeste Mannschaft in Deutschland gewesen ist, dann hat man Selbstvertrauen für die nächsten Spiele.“

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