14. Juli 2021 / 17:07 Uhr

RB Leipzigs Coach Marsch will „Freiheit für die Jungs“ – Lob für Sörloth

RB Leipzigs Coach Marsch will „Freiheit für die Jungs“ – Lob für Sörloth

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
RB Trainer Jesse Marsch 
 
Training von RasenBallsport Leipzig (RB), Fussball, 1.Liga, 06.07.2021
RB-Trainer Jesse Marsch setzt auf Zusammenhalt. © Christian Modla
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Energisches Pressing, sekundenschnelles Umschaltspiel und kreative Freiheiten seiner Jungs sind Eckpfeiler der Spielphilosophie von Nagelsmann-Nachfolger Jesse Marsch. Der neue Cheftrainer von RB Leipzig setzt auf Zusammenhalt. Dennoch muss der 47-Jährige bald aussortieren.

Leipzig. Die positive Energie von Jesse Marsch strahlt spürbar über den kompletten Trainingsplatz. „Super“ scheint dabei das Lieblingswort des sympathischen US-Amerikaners zu sein. Dabei setzt der neue Cheftrainer von RB Leipzig anders als sein Vorgänger Julian Nagelsmann in den ersten Tagen nicht auf taktische Problemlösungen mit fußballerischer Überforderung, sondern vermehrt auf Tempo, Energie und Umschaltspiel nach hohem Pressing.

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Lobeshymnen für Sörloth

Auch die abgelaufene EM war für den 47-Jährigen ein Fingerzeig, wie die RB-Leistungsträger ideal einsetzbar sind. „Es ist nicht mein Ziel als Trainer, die Qualität der Jungs zu nehmen, aber ich glaube, taktisch und mental, mit Zusammenhalt können wir viel, viel Qualität sehen - wie bei der EM“, betonte der US-Amerikaner am Mittwoch nach einer öffentlichen Trainingseinheit mit dem sächsischen Fußball-Bundesligisten. Er fordert zugleich „Freiheit für die Jungs, diese Balance ist wichtig, aber mit viel Intensität“. Er möchte aggressiv zusammen spielen lassen und garantiert dann auch „mehr Tore. Das wird mit Sicherheit ein Ziel sein“.

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Einen der Erfolgsgaranten erwartet er in André Silva in gut einer Woche. „28 Tore sind viel, wir brauchen so einen Spieler, es ist wichtig, dass wir ihn geholt haben, auch von der Mentalität her ist er ein Super-Junge, ein Super-Spieler“, betonte Marsch, der aufgrund des derzeitigen Überangebots im Sturm schmunzelnd meinte: „Wir können auch mit drei Stürmern spielen.“

Eingeschworene Truppe statt Trainings-Dummys

Beeindruckt ist er von Alexander Sörloth. „Super-Alex, Super-Pass, Super-Aktion“, hallte es über den Übungsplatz am Leipziger Cottaweg. Die Lobeshymnen für den Norweger waren unüberhörbar. „Alex arbeitet sehr gut jeden Tag, er hat eine super Einstellung und eine gute Mentalität im Training, auch im Kraftraum, er ist sehr fit“, sagte Marsch und hofft auch beim Dauerverletzten Dominik Szoboszlai auf den Durchbruch: „Er hat fast jeden Tag gut trainiert und einen positiven Eindruck gemacht. Er ist noch nicht zu einhundert Prozent fit, aber auf einem guten Weg, er braucht noch Zeit und Rhythmus.“ Schon am Samstag (16.00 Uhr) im ersten Testspiel am Cottaweg gegen den AZ Alkmaar will er den Ungarn einsetzen.

Wenn die insgesamt zwölf EM-Fahrer nach und nach zurückkommen, ist Geduld und Gespür nötig. „Zum Glück habe ich es vor drei Jahren nach der WM erlebt als Co-Trainer hier. In dieser Zeit habe ich gelernt, dass Geduld wichtig ist. Der erste Schritt, die erste Arbeit mit der ganzen Gruppe, taktische Themen, Video und alles müssen wir Schritt für Schritt machen, ohne Druck und mit viel Geduld“, sagte Marsch. Auf die Frage, ob das Team dann erst im September stehe, lachte er spontan los. Immerhin kommen am 11. September (18.30 Uhr) die Bayern mit Ex-Trainer Nagelsmann nach Leipzig. „Ich hoffe nicht. Dani Olmo sagte zu mir, ich brauche keine Pause, komme direkt von Olympia. Auch Benjamin Henrichs war guter Dinge.“

Marsch macht derzeit aus der Not eine Tugend. „Bei unserer Idee der Spielentwicklung ist es wichtig, dass die jungen Spieler nicht hier herkommen wie Trainings-Dummys, sondern sie sind ein Teil der Gruppe, sie zeigen Persönlichkeit und Qualität auf dem Platz“, sagte er und fügte an: „Ich arbeite mit jedem Spieler, zum Schluss müssen wir dann ein paar Entscheidungen treffen und schauen, was das Beste für den Verein, für die Spieler und die ganze Gruppe ist.“ Ob die Rückkehr oder die Weitergabe der RB-Leihspieler wie Marcelo Saracchi oder Ademola Lookman sowie der Verkauf von Leistungsträgern wie Marcel Sabitzer oder Marcel Halstenberg aufgrund von weiteren Neuverpflichtungen – der Transfermarkt nimmt nach der EM erst langsam Fahrt auf.


dpa