21. Oktober 2019 / 21:59 Uhr

RB am Mittwoch gegen Zenit: Russischer Bär im Anflug

RB am Mittwoch gegen Zenit: Russischer Bär im Anflug

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
LEIPZIG,GERMANY,28.SEP.19 - SOCCER - 1. DFL, 1. Deutsche Bundesliga, RasenBallsport Leipzig vs FC Schalke 04. Image shows Timo Werner (RB Leipzig). Photo: GEPA pictures/ Sven Sonntag - D
Knipst Timo Werner gegen Zenit St. Petersburg à la erste Sahne!? © GEPA Pictures
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Die Nagelsmänner bekommen es am Mittwoch mit geballter Power, grimmigen Hünen und Maschinen zu tun. Es gilt, sich die Zähne gegen den FC Zenit St. Petersburg auszubeißen. RB Leipzig muss hervorragende Qualität auf den Platz bringen.

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Leipzig. RB Leipzig unter Dauerstrom. Nach Bundesliga, Wolfsburg und Maschine Wout Weghorst ist vor Champions League, Zenit St. Petersburg und Maschine Artyom Dzyuba. Anpfiff der richtungsweisenden Partie: Mittwoch, 18.55 Uhr, Red-Bull-Arena. Ein Leipziger Sieg würde die Chancen auf die K.o.-Runde explosionsartig vergrößern und den FC Freiburg in Mark und Bein treffen. Am Sonnabend spielt RB in, ja, Freiburg.

Am Dienstag, 12.45 Uhr, schwebt der russische Meister nach 1469,43 Kilometern in der Luft ein. An Bord: Die Tabellenführung in der Premjer-Liga, ein 6:1 gegen Rostow, Platz eins in der Champions-League-Gruppe G, jede Menge internationale Erfahrung – und ein furchterregender Mittelstürmer à la Weghorst.

Knipser Dzyuba an Bord

Der Sportkamerad Artyom Dzyuba ist 31 Jahre alt, 1.96 Meter groß, 91 Kilo schwer, hat in 13 Liga-Spielen achtmal getroffen und acht Tore vorgelegt. Ein grimmig dreinblickender Mann, der in 40 Länderspielen 24 Tore gemacht hat. Ein Mann, der Bierkästen aus dem Strafraum köpft, eine Lok vom Schienenstrang rempelt. Einer, der sich außerhalb des Platzes für Straßenhunde in Russland einsetzt und einen Magister-Grad in Sportwissenschaften besitzt. Dass Maschine Weghorst den Roten Bullen beim 1:1 einen Sieg gekostet hat, sei wirklich nur der Vollständigkeit erwähnt.

Fürsten, Untertanen und Herzen am rechten Fleck

Angeleitet wird die Mannschaft, die eine Mischung aus gut abgehangener Routine und jugendlichem Elan ist, von zwei Berühmtheiten. Cheftrainer Sergei Bogdanowitsch Semak, 43, war Kapitän der russischen Nationalmannschaft.

Sein Assistent Anatolij Olexandrowytsch Tymoschtschuk, 40, war Kapitän der ukrainischen Nationalmannschaft spielte bei Bayern München und ließ seinen Frisör einfliegen.

Ihre Untergebenen hören auf klangvolle Namen. Techniker Douglas Santos, 24, ist vom HSV gekommen. Die serbische Ikone Branislav Ivanovic, 35, kann immer und überall.

Oleg Shatov, 29, ist russischer Nationalspieler. Magomed Ozdoev, 26, ist russischer Nationalspieler.

Vyacheslav Karavaev, 24, ist russischer Nationalspieler. Sardar Azmoun, 24, ist iranischer Nationalspieler.

Yaroslav Rakytskyy, 30, ist ukrainischer Nationalspieler. Und, und, und... Diesen Herren rutscht beim Klang der Champions-League-Hymne nicht das Herz in die Turnhose.

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Erreicht RB den Zenit gegen Zenit?

Wer gegen Zenit dünn drüber geht, beißt auf Granit. Dieses Team muss man stressen. Mit eben jenen Tugenden, die zur DNA der Roten Bullen gehören: Tempo, Leidenschaft, Zuversicht, Mut. Auch Mut zur Lücke. All das und noch viel mehr wollen Julians Nagelsmänner am Mittwoch zeigen.

Vor der Gegner-Analyse stand bei RB gestern ein Blick aufs Wolfsburg-Spiel auf dem Programm. Was war gut? Es gab viele Balleroberungen bzw. Rückeroberungen. Das Nachrücken bei eigenem Ballbesitz hat funktioniert. Hüne Weghorst wurden in konzertierter Vorgehensweise die Versorgungswege abgeklemmt. Timo Werners Tor war erste Sahne.

Nagelsmänner oder junge Dachse?

Nach Werners 1:0 war nichts mehr gut, riss Wolfsburg die jedem Spiel innewohnende Eigendynamik an sich. RB zog sich zurück. Kann man machen, wenn die Konter sitzen. Problem: Es gab keinerlei Befreiung mehr, der Stecker war gezogen. Kopfsache? Kraft flöten? Eher Ersteres, denn nach dem 1:1 rannten sie wieder wie die Hasen im Leutzscher Holz. Coach Nagelsmann, 32, und seine jungen Dachse sind und bleiben einstweilen Lernende und längst noch kein Spitzenteam. Auf dem Weg dahin gehört auch, mit all den emotionalen Achterbahnen während des Tagwerks umzugehen. Ein Topteam sagt sich nach einer 1:0-Führung: „So, jetzt sortieren wir kurz unsere Stutzen und unser Haar, nehmen einen Schluck und blasen denen das Licht aus. Bei uns daheim darf der Gegner maximal am Hering des Erfolges lutschen, verschlungen wird das Teil von uns.“

Personal: Nationalspieler Marcel Halstenberg kann auflaufen. Wie auch Emil Forsberg und Kevin Kampl.

Sponsor: Seit Gazprom seine Liebe für Zenit entdeckt hat (2005), wurden die Petersburger fünfmal Meister. Folgerichtig wird am Dienstag im mondänen Steigenberger genächtigt.

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