27. Oktober 2019 / 10:01 Uhr

RB Leipzig auf der Suche nach der zündenden Idee

RB Leipzig auf der Suche nach der zündenden Idee

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
Hängende Köpfe bei den Roten Bullen: Nach dem Hoch in der Champions League folgte die Niederlage in Freiburg.
Hängende Köpfe bei den Roten Bullen: Nach dem Hoch in der Champions League folgte die Niederlage in Freiburg.
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Bei RB Leipzig ist nach der 1:2-Niederlage in Freiburg die Ernüchterung groß. Trainer Julian Nagelsmann kritisierte vor allem die mangelhafte Umsetzung seines Spielplans.

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Julian Nagelsmann war seine Enttäuschung am Samstagabend deutlich anzumerken. Nach dem 2:1-Sieg am Mittwoch in der Champions League folgte in der Liga mit der bitteren 1:2 (0:1)-Niederlage beim SC Freiburg der Rückschlag. Die Roten Bullen haben zwar wegen der Patzer der Konkurrenz immer noch nur drei Punkte Rückstand auf Tabellenführer Bayern München. Zwei Punkte aus den vergangenen vier Spielen sind aber besonders mit Blick auf den überragenden Saisonstart zu wenig, wie auch der 32-Jährige mit deutlichen Worten einräumte: "In der Liga ist es eine komische Situation. Wir haben viele ordentliche Spiele gemacht, aber zu wenig Punkte. Der Druck, der eh schon ein bisschen da war, ist heute nicht kleiner geworden. Da müssen wir den Bock schon ein bisschen umstoßen."

Besonders trauerte der detailversessene Coach seinem Matchplan hinterher: "Wenn du als Trainer eine Idee hast, denkst du ja, dass der Gegner so und so reagieren wird. Es ist dann eine Kunst, dass wir in der Idee bleiben, auch wenn ein Spiel mal 20 Minuten 0:0 steht. Dann ist es die Aufgabe des Trainers, zu reagieren, wenn die Idee Scheiße ist. Wenn wir aber frühzeitig sehr ungeduldig sind und die Positionen nicht so besetzen, wie wir es wollen, ist es sehr schwer. Du weißt dann nicht, ob es daran liegt, dass der Gegner so gut verteidigt, dass der Plan nicht so gut ist oder einige Spieler müde sind. Da gibt es 1000 Facetten."

DURCHKLICKEN: Die Bilder zur 1:2-Niederlage von RB Leipzig beim SC Freiburg

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SC Freiburg - RB Leipzig (2:1) ©
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Dominanz ohne Ertrag

Gegen den Sportclub aus Freiburg hatte Leipzig in den ersten 35 Minuten das Spiel bestimmt und mit präzisem Passspiel überzeugt. Zählbares sprang dabei jedoch nicht raus, was auch Kapitän Willi Orban wurmte: "Aus meiner Sicht fehlt uns ein bisschen der Tiefgang und der Spielwitz im letzten Drittel, um auch mal hinter die Kette zu kommen. Wir spielen es bis da hin gut, haben eine gute Positionierung. Aber wenn es drauf ankommt, haben wir keine Sprints und keine Dynamik. Die brauchst du aber, um zu klaren Torchancen zu kommen."

Großchancen blieben so gegen diszipliniert und leidenschaftlich auftretende Freiburger Mangelware. Dass RB aus der Überlegenheit in der ersten Halbzeit kein Kapital schlagen konnte, war für Nagelsmann in seiner Zeit als Bullen-Coach keine völlig neue Erfahrung: "Wir hatten schon zwei, drei solche Spiele, in denen wir die ersten 35 Minuten dominiert haben. Da ist es nicht ganz einfach, wenn du nicht in Führung gehst."

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Lukas Klostermann (RB Leipzig): Letztendlich war es heute eine verdiente Niederlage. Wir haben es nicht geschafft, die optische Überlegenheit in Tore umzumünzen. Gerade in der ersten Halbzeit waren wir in letzter Instanz nicht torgefährlich genug. Ich denke nicht, dass es ein Kraftproblem war. Wir haben einen großen Kader. Eigentlich waren wir bisher in keinem Spiel die wirklich schlechtere Mannschaft. Das bringt aber nix, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Zur Galerie
Lukas Klostermann (RB Leipzig): "Letztendlich war es heute eine verdiente Niederlage. Wir haben es nicht geschafft, die optische Überlegenheit in Tore umzumünzen. Gerade in der ersten Halbzeit waren wir in letzter Instanz nicht torgefährlich genug. Ich denke nicht, dass es ein Kraftproblem war. Wir haben einen großen Kader. Eigentlich waren wir bisher in keinem Spiel die wirklich schlechtere Mannschaft. Das bringt aber nix, wenn die Ergebnisse nicht stimmen." ©

Fünf Minuten als Knackpunkt

Stattdessen geriet Leipzig kurz vor der Pause völlig überraschend in Rückstand, zum Unverständnis von Nagelsmann: "Es gab ab der 39. Minute eins, zwei Aktionen im Spiel, die ich nicht ganz nachvollziehen konnte. Wir haben die Halbzeitglocke gehört und das Spielen eingestellt. In diesen vier, fünf Minuten haben wir das Spiel verloren."

Und so entwickelte sich In der zweiten Hälfte ein Spiel zum Vergessen, bei dem auch deutlich wurde, dass der junge Kader die anhaltende Dreifach-Belastung nicht spurlos wegsteckt: "Nach der Pause war es sehr schlecht. Wir haben sehr spät angefangen, die Chip-Bälle zu spielen. Warum, das weiß ich ehrlich gesagt nicht. Wir müssen da hin kommen, dass wir in solchen Spielen in den ersten 40 Minuten ein Tor machen. Dann kannst du ein bisschen lauern. Da kannst du Konter setzen und da kommt auch die Schnelligkeit auf den Platz.“

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Schwere Wochen drohen

Nagelsmann muss nun mit seinem Team unbedingt einen Weg finden, um sich trotz hoher Belastung gegen tiefstehende Mannschaften durchzusetzen, wenn der starke Saisonstart nicht völlig verloren gehen soll. Nach dem Auswärtsspiel in der zweiten Runde des Pokals gegen den VfL Wolfsburg am Mittwoch warten in der Liga Mainz, Hertha, Köln und Paderborn. Offensivfeuerwerke sind von diesen Teams eher nicht zu erwarten.

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