20. August 2017 / 14:51 Uhr

RB Leipzig auf der Suche nach Torchancen

RB Leipzig auf der Suche nach Torchancen

Anne Grimm
Leipziger Volkszeitung
Fc Schalke 04 - RB Leipzig (Imago) (2)
Auch Timo Werner, RB Leipzigs Top-Torjäger der Vorsaison, hatten die Schalker, wie hier Amine Harit, gut im Griff. © Imago
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In allen Phasen der Partie hatte RB Leipzig gegen kompakte Schalker das gleiche Problem: Torchancen kreierte der Vizemeister so gut wie keine. Das Spiel mit Ball wird für das Hasenhüttl-Team die Herausforderung in der Bundesliga bleiben.

Leipzig/Gelsenkirchen. Dem erfolgreichsten Torschützen der vergangenen Saison von RB Leipzig war schon in der Vorbereitung auf das zweite Jahr in der Bundesliga klar: „Viele Mannschaften werden nicht mehr darauf reinfallen, hoch zu stehen oder Gegenpressing zu spielen. Viele werden sich eher hinten reinstellen“, sagte Timo Werner und lag damit zumindest für den Auftakt beim FC Schalke 04 goldrichtig. Trotz Heimvorteil vor fast 61.500 Zuschauern überließen die Königsblauen den Roten Bullen das Spiel. Coach Domenico Tedesco erklärte: „Das war nicht geplant, sondern der Situation geschuldet, dass RB immer wieder Überzahlsituationen hergestellt hat. Trotzdem hatten wir eine Idee, wie wir das mit viel Leidenschaft verteidigen.“

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FC Schalke 04 - RB Leipzig (dpa) (2) Zur Galerie
FC Schalke 04 - RB Leipzig (dpa) (2) ©

Stürmer Yussuf Poulsen sah das ein bisschen anders: „Die hatten einen klaren Plan und wollten nicht zu viele Fehler machen. Das haben sie uns überlassen.“ Dabei war das Spiel in Ballbesitz einer der Schwerpunkte in der Saisonvorbereitung von RB Leipzig gewesen. Bis zu einem gewissen Punkt funktionierte das am Samstagabend, wie die Statistik der 0:2-Niederlage beweist. Das Hasenhüttl-Team legte eine größere Laufleistung an den Tag, hatte mit 81 Prozent eine bessere Passquote und mit zwölf Torschüssen einen mehr als Schalke.

Nur zwei Torchancen im Spiel

Doch das Entscheidende fehlte – echte Torchancen. Nur zwei Möglichkeiten kreierte RBL insgesamt, in der ersten Halbzeit keine einzige. Nationalspieler Werner sowie sein Nebenmann Yussuf Poulsen kamen nicht zum Zug. Beide mussten sich mit einem einzigen Torschuss begnügen. Werner verzeichnete am Ende sogar weniger Ballbesitz als Keeper Peter Gulacsi. Der letzte Pass in die Spitze fehlte, da waren sich alle RB-Akteure einig.

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Torschüsse: RB zieht ein Mal mehr ab, Schalke trifft zwei Mal. Zur Galerie
Torschüsse: RB zieht ein Mal mehr ab, Schalke trifft zwei Mal. ©

Zudem leistete sich der Vizemeister ungewohnt viele Fehlpässe. Dass die überraschende Aufstellung des Trainers mit Naby Keita neben Marcel Sabitzer, Stefan Ilsanker und Konrad Laimer im defensiven Mittelfeld, sowie weitere Umstellungen nach der Pause ein Grund für die fehlende Präzision gewesen sein könnte, verneinten die Spieler. Der RB-Coach erklärte seine Intention: „Wir sind teilweise im 4-3-3 angelaufen und konnten den Gegner dadurch früh zu Fehlern zwingen. Wir haben uns versprochen, von den Halbspuren mehr Druck zu bekommen und von dort die Bälle gut durchstecken zu können. Leider Gottes war das nicht mit der Präzision, die uns eigentlich auszeichnet.“

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Peter Gulacsi: Chancenlos beim Elfer, vorher top gegen Bentalebs Böller aus 20 Metern. Note 2. (@GEPA Pictures) Zur Galerie
Peter Gulacsi: Chancenlos beim Elfer, vorher top gegen Bentalebs Böller aus 20 Metern. Note 2. (@GEPA Pictures) © GEPA Pictures

Sieg der Mentalität

Dass Hasenhüttl sich dafür entschieden hatte, Spielgestalter Emil Forsberg in der ersten Halbzeit draußen zu lassen, verteidigte der Trainer auch nach der Partie als richtige Entscheidung. Wegen der fehlenden Fitness nach eitriger Angina sei die Verletzungsgefahr für einen längeren Einsatz zu hoch gewesen, begründete der 50-Jährige.

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Willi Orban (RB Leipzig): „Wir sind gut reingekommen. Spätestens mit dem Elfmeter ist das Spiel gekippt. Das ist sehr ärgerlich, denn bis dato haben wir ganz gut agiert und nichts zugelassen. So rennen wir dem Rückstand hinterher und haben es nicht mehr geschafft, es auszubügeln.“ (@ Imago) Zur Galerie
Willi Orban (RB Leipzig): „Wir sind gut reingekommen. Spätestens mit dem Elfmeter ist das Spiel gekippt. Das ist sehr ärgerlich, denn bis dato haben wir ganz gut agiert und nichts zugelassen. So rennen wir dem Rückstand hinterher und haben es nicht mehr geschafft, es auszubügeln.“ (@ Imago) ©

Der Sieg der Schalker war auch einer der Mentalität, sagte der neue Kapitän Ralf Fährmann: „Wir sind als Team zusammengerückt. Keiner war sich zu schade, für den anderen in den Zweikampf zu gehen und Meter zu machen, auch wenn man gefühlt fast vor einem Krampf stand.“ RB-Spielführer Orban monierte auf der anderen Seite, zum Bundesligastart habe er zu wenig vom eigentlichen RB-Fußball gesehen. „Wir müssen als Mannschaft noch geschlossener agieren und die Situationen erzwingen. Uns die Zentimeter erarbeiten, die uns gefehlt haben.“

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Erstes Training von RB Leipzig nach der Niederlage auf Schalke (3) (Dirk Knofe) Zur Galerie
Erstes Training von RB Leipzig nach der Niederlage auf Schalke (3) (Dirk Knofe) ©

Sportdirektor Ralf Rangnick sagte am Sonntag im Doppelpass bei Sport1: „Wir müssen schauen, dass wir wieder in die Form der letzten Saison kommen, dann werden wir auch wieder Spiele gewinnen. Das hat nichts mit entschlüsselt zu tun. Man hat uns ja schon zur Rückrunde vergangene Saison gesagt, wir wären entschlüsselt und dann haben wir fast so viele Punkte geholt, wie in der Hinrunde.“

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