03. März 2019 / 09:15 Uhr

RB Leipzigs Auswärtsserie sollte kein Grund für Übermut sein

RB Leipzigs Auswärtsserie sollte kein Grund für Übermut sein

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
02.03.2019, Bayern, Nürnberg: Fußball: Bundesliga, 1. FC Nürnberg - RB Leipzig, 24. Spieltag im Max-Morlock-Stadion. Der Nürnberger Yuya Kubo (l) kämpft mit Marcel Halstenberg von RB Leipzig um den Ball. Foto: Daniel Karmann/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++
RB Leipzig bleibt auch nach der Begegnung in Nürnberg 2019 auf fremden Plätzen ungeschlagen. © dpa
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RB Leipzig hat am Samstag gegen den 1. FC Nürnberg im vierten Auswärtsspiel der Rückrunde den vierten Sieg eingefahren. Die schweren Prüfungen in der Fremde stehen jedoch noch bevor.

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Vier Spiele, vier Siege, 11:1 Tore – RB Leipzig kann nach dem 1:0-Erfolg gegen den 1. FC Nürnberg im Jahr 2019 auf fremden Plätzen eine nahezu lupenreine Bilanz vorweisen. Schon jetzt hat das Team von Trainer Ralf Rangnick doppelt so viele Auswärts-Dreier wie in der kompletten Hinrunde geholt und damit – so liest sich zumindest die Statistik – eine eklatante Schwäche in eine Stärke umgewandelt. Was die Serie tatsächlich wert ist, wird sich jedoch erst in den kommenden Wochen zeigen.

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1. FC Nürnberg - RB Leipzig (0:1) Zur Galerie
1. FC Nürnberg - RB Leipzig (0:1) ©
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Denn seit dem Jahreswechsel hat RB auswärts mit Ausnahme von Fortuna Düsseldorf, die sich mittlerweile zur absoluten Überraschungsmannschaft dieser Saison gemausert haben, ausschließlich gegen Abstiegskandidaten gespielt. Hinzu kam, dass sowohl der 1. FC Nürnberg als auch Hannover 96 und der VfB Stuttgart jeweils vor der Partie gegen die Roten Bullen personelle Wechsel zu verkraften hatten.

Spitzenteams warten

Die Tour durch die Abstiegszone ist außerdem vorerst vorbei. Mit Schalke 04 wartet in zwei Wochen zwar erneut ein Gegner aus dem unteren Tabellendrittel. Die Knappen dürften sich jedoch spätestens nach einem Trainerwechsel wieder in anderer Form präsentieren. Nach der Länderspielpause stehen dann bei Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach zwei waschechte Feuerproben auf dem Programm. Zumal die beiden Teams im Kampf um die Champions-League-Plätze noch ein Wörtchen mitreden und ihre jüngsten Niederlagen in der Red Bull Arena wettmachen wollen.

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(1) Peter Gulacsi: Guckt Elfer an die Latte, ansonsten vornehmlich mit gymnastischen Übungen beschäftigt. Note 3
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(1) Peter Gulacsi: Guckt Elfer an die Latte, ansonsten vornehmlich mit gymnastischen Übungen beschäftigt. Note 3 ©

Soll die Auswärtsserie der Roten Bullen auch in diesen Spielen halten, muss RB Leipzig offensiv noch eine Schippe drauflegen. Vor allem gegen tiefstehende Gegner gelingt es zu selten, klare Offensivaktionen zu kreieren. Zwar schoss RB gegen Hannover, Stuttgart und Düsseldorf jeweils mindestens drei Treffer, insgesamt tun sich Yussuf Poulsen & Co. jedoch schwer, wenn es darum geht, sich durch die Abwehrreihen vermeintlich schwächerer Gegner zu kombinieren. Immer wieder mussten deshalb zuletzt Standardsituationen herhalten, um den Bann zu brechen.

Fehlende Effizienz

Außerdem gelang es in den Schlussphasen der vergangenen Spiele, wenn die Kontrahenten ihre Deckungsverbände aufgrund von Rückständen lockern mussten, nur selten, die sich bietenden Räume konsequent zu nutzen. Obwohl beispielsweise Nürnberg in der zweiten Halbzeit deutlich offensiver auftrat als zu Beginn des Spiels, schoss RB nach dem Seitenwechsel nur noch vier Mal aufs Tor. Nach der Partie konstatierte Rangnick deshalb vollkommen berechtigt: „In der zweiten Halbzeit hatten wir einige gute Kontermöglichkeiten, die wir nicht so präzise zu Ende gespielt haben, wie ich mir das gewünscht hätte.“

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Yussuf Poulsen (RB Leipzig): Früher haben wir solche Spiele oft nicht gewonnen. Daraus haben wir was gelernt, dass man nicht immer schön spielen kann und den Kampf annehmen muss. Wir mussten hart arbeiten. Am Ende haben wir verdient gewonnen. Zur Galerie
Yussuf Poulsen (RB Leipzig): "Früher haben wir solche Spiele oft nicht gewonnen. Daraus haben wir was gelernt, dass man nicht immer schön spielen kann und den Kampf annehmen muss. Wir mussten hart arbeiten. Am Ende haben wir verdient gewonnen." ©

Die Schuld ist hier keineswegs nur bei den Stürmern zu suchen. Vor allem das sonst so ballsichere Mittelfeld um Winterneuzugang Tyler Adams offenbart beim letzten Abspiel in die Spitze noch so manche Schwäche. Gegen spielstarke und schnell umschaltende Mannschaften wie Leverkusen oder Gladbach könnten Fehlpässe, die gegen Abstiegskandidaten zuletzt noch folgenlos bleiben, zu schmerzhaften Bumerangs werden.

Schommers mit Lob für RB Leipzig

Nürnbergs Interimscoach Boris Schommers sagte nach dem Spiel anerkennend über RB: „Da kommt Leipzig, das ist eine der besten Mannschaften Deutschlands. Man muss sich nur die letzten Ergebnisse anschauen.“ Schmeichelnde Worte, die, schaut man nur auf die Tabelle, nicht gänzlich von der Hand zu weisen sind, in den kommenden Wochen jedoch gegen stärkere Gegner unter Beweis gestellt werden müssen.

Mehr zum Spiel 1. FC Nürnberg - RB Leipzig

Am Sonntag kommen die RB-Profis zu einer öffentlichen Einheit am Cottagweg zusammen. Gegen den FC Augsburg soll dann am Wochenende der erste Heim-Erfolg in der Bundesliga-Rückrunde gefeiert werden.

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