26. März 2022 / 08:03 Uhr

RB Leipzig baut Akademie aus und schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe

RB Leipzig baut Akademie aus und schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Die aktuelle Baustelle am Cottaweg. Hier wird das Greenkeeping-Gebäude überbaut.
Die aktuelle Baustelle am Cottaweg. Hier wird das Greenkeeping-Gebäude überbaut. © RB Leipzig
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Die Silhouhette rund um das Trainingszentrum von RB Leipzig wird aktuellen von großen gelben Kränen bestimmt. Denn der Bundesligist erweitert die Akademie um ein Gebäude. Dabei dient der Bau auch als Test für ein weitaus größeres Projekt. Über allem steht das Stichwort Nachhaltigkeit.

Leipzig. Sportlich ist am Cottaweg in diesen Tagen aufgrund der Länderspielpause nicht ganz so viel los. Der Großteil der Profis ist in Richtung Nationalteams ausgeflogen. Gewusel herrscht dennoch im Trainingszentrum, wo seit einigen Wochen ein großer gelber Kran die Szenerie beherrscht. Denn bevor RB Leipzig Anfang kommenden Jahres mit dem Bau der neuen Geschäftsstelle an der Ecke Cappastraße/Erich-Köhn-Straße beginnt, wird am Stammsitz gewerkelt, genauer gesagt am Betriebshof. Dort wird das bisherige Greenkeeping-Gebäude überbaut, entstehen auf einer Brutto-Geschossfläche von rund 950 Quadratmetern 50 Arbeitsplätze. Die sollen künftig das Zuhause der PR- und Medienabteilung des Bundesligisten sowie des Scouting-Teams sein.

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„Theorie ist das eine, Praxis das andere“

Mit dieser Erweiterung trägt der Club laut Jens May, Chief Operating Officer (COO) des Clubs, der stetig gewachsenen Belegschaft sowie der zunehmenden Spezialisierung innerhalb dieser Rechnung. Es handele sich um „einen weiteren Schritt in der infrastrukturellen Weiterentwicklung“. Dabei sind die Verantwortlichen bemüht, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Getreu dem Motto „Theorie ist das eine, Praxis das andere“ testet RB im aktuell im Entstehen befindlichen Gebäude Raumpläne und Nutzungskonzepte für die künftige Geschäftsstelle. Wie Vorstandschef Oliver Mintzlaff vor einiger Zeit in einem Mediengespräch erklärte, seien diese gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entstanden. „Eine Arbeitsgruppe hat das gemeinsam mit der Gesamtbelegschaft so ausgearbeitet, dass wir jetzt soweit sind und sagen können: Das fühlt sich so an, als könnte es unser neues Zuhause werden,“ so Mintzlaff. Nun sollen die Vorschläge auf ihre Tauglichkeit hin geprüft werden.

Dabei gilt: modern und nachhaltig soll es sein. Erst in dieser Woche hatten die Messestädter ihr Nachhaltigkeitskonzept präsentiert, für das Evelyn Holderbach verantwortlich zeichnet. Ihr Geschäftsbereich trägt den Titel „Sustainability & International Development“ und wurde erst zu Jahresbeginn neu geschaffen. RB will es nicht bei Lippenbekenntnissen belassen. „Die Integration von nachhaltigem Denken und Handeln wird sich durch alle Geschäftsbereiche ziehen und soll neue Formen der Zusammenarbeit hervorbringen“, kündigte der Club an.

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Nachhaltigkeit als Kriterium für die Lizenzierung

RB will sich dabei auf drei Säulen konzentrieren: Ökologie, Ökonomie und Soziales. Im ökologischen Bereich sollen konkret der CO2-Fußabdruck verringert, die Umweltauswirkungen aller Aktivitäten verkleinert, die Klimabilanz durch die Vermeidung beziehungsweise Reduzierung von Abfall verbessert sowie bewusster mit der Ressource Wasser umgegangen werden, und zwar sowohl am Cottaweg als auch in der Red Bull Arena. In diesem Zusammenhang wird nach LVZ-Informationen derzeit die Installation einer Regenauffanganlage geprüft. Das so gewonnene Wasser könnte für die Rasenpflege verwendet werden. Eine Reihe von Maßnahmen aus dem Bereich Ökologie werden bereits umgesetzt. Dazu gehört die Weitergabe der alten Stadionsitze an lokale Vereine ebenso wie das vegetarische und vegane Speisenangebot an Spieltagen.

Die Arbeit am Thema kommt nicht von ungefähr. Denn Nachhaltigkeitskriterien werden künftig Teil des Lizenzierungsverfahren der Deutschen Fußball-Liga (DFL) sein. Das hatten die Clubs der ersten und zweiten Liga im Dezember beschlossen. Konkrete Punkte, die im Rahmen der Lizenzerteilung geprüft werden sollen, werden gerade erarbeitet. Für die kommende Saison ist zunächst eine Pilotphase geplant, in der jeder Verein prüfen kann, wo noch Handlungsbedarf besteht. Ab der Saison 2023/24 sollen die Nachhaltigkeitskriterien endgültig greifen. Das bedeutet auch: Bei Nicht-Erfüllung drohen dann entsprechende Auflagen oder Strafen.