06. Juli 2021 / 07:18 Uhr

RB Leipzigs Henrichs zu Olympia: Coach Marsch "hat sofort Ja gesagt und mir alles Gute gewünscht"

RB Leipzigs Henrichs zu Olympia: Coach Marsch "hat sofort Ja gesagt und mir alles Gute gewünscht"

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Spielt da, wo der Trainer ihn hinstellt: Leipzig-Akteur Benjamin Henrichs.
Spielt da, wo der Trainer ihn hinstellt: Leipzig-Akteur Benjamin Henrichs. © IMAGO/motivio
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RB Leipzigs Defensivmann Benjamin Henrichs steht im deutschen Aufgebot für die Olympischen Sommerspiele in Tokio. Im SPORTBUZZER-Interview hat der 24-Jährige über die Ziele mit der U21-Auswahl, die Abkömmlichkeit beim hiesigen Bundesligisten und seine bevorzugte Spielposition gesprochen.

Leipzig. Julian Nagelsmann, 33, wollte ihn und bekam ihn. Problem: Der vielseitige Benjamin Henrichs brachte Knie-Schmerzen mit aus Monaco, konnte in seiner Debüt-Saison für RB Leipzig selten befreit trainieren und spielen. Nachdem der Nationalspieler (Vertrag bis 2025) die Blessur auskuriert hatte, zeigte er beim Pokal-Fight in Bremen, weshalb Nagelsmanns Mantra „Nicht ohne meinen Benny!“ geheißen hatte.

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Weil auch U21-Cheftrainer Stefan Kuntz, 58, nicht auf einen fitten Henrichs, 24, verzichten kann/will, fährt der RB-Profi mit zu den Olympischen Spielen nach Tokio. Die Gruppenspiele steigen gegen Brasilien, Saudi-Arabien und die Elfenbeinküste. Falls Henrichs und Co. das olympische Finale erreichen (7. August), fehlt er seinem Club im DFB-Pokal in Sandhausen (6. bis 9. August). Henrichs Vereinskollege Dani Olmo, 23, ist in Tokio für Spanien am Ball. Am Dienstag bittet Jesse Marsch die RB-Kicker um 15 Uhr am Cottaweg zum ersten öffentlichen Training, 400 Fans sind zugelassen.

SPORTBUZZER: Herr Henrichs, wann haben Sie von Ihrer Nominierung erfahren?

Benjamin Henrichs: Dass ich auf der vorläufigen Liste stand, wusste ich schon länger. Vor ein paar Tagen hat mich Stefan Kuntz angerufen und gesagt, dass ich dabei bin. Da habe ich mich natürlich sehr gefreut!

Diverse Clubs haben in Sachen Olympia den Daumen gesenkt. Hatten Sie diesbezüglich Bedenken?

Nein. Ich habe Jesse Marsch gefragt, ob ich fahren darf und er hat sofort Ja gesagt und mir alles Gute gewünscht. Olympische Spiele erlebt man als Fußballer maximal einmal im Leben. Am Montag treffen wir uns in Frankfurt, am Dienstag fliegen wir.


Und kommen mit einer Medaille welcher Farbgebung zurück?

Erstmal müssen wir durch die Gruppenphase. Aber natürlich wäre uns allen die Medaille in Gold am liebsten. Gold wäre traumhaft, dafür werden wir alles geben. Ich saß 2016 beim Finale Deutschland - Brasilien vorm Fernseher, hatte Gänsehaut. Ein großartiges Finale, das unsere Jungs leider im Elfmeterschießen verloren haben. Ich bin stolz, dabei zu sein. Das ist eine große Ehre.

Sie kennen Stefan Kuntz schon ein paar Jahre. Was ist er für ein Typ?

Er ist sehr kommunikativ, nah an der Mannschaft und an jedem Einzelnen. Die U21 ist nicht Europameister geworden, weil sie die besten Einzelspieler, sondern das beste Team hatten. Stefan Kuntz steht für diesen Teamspirit.

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Haben Sie keine Bedenken, dass Sie sich bei RB nach verpasster Vorbereitung hinten anstellen müssen?

Nein. So ein Turnier bringt Praxis und im Idealfall Rückenwind für die ganze Saison. Ich habe im Urlaub mit einem persönlichen Trainer hart an mir gearbeitet, bin fit.

Ihr Start in Leipzig war schwierig, Sie konnten monatelang nicht zeigen, was Sie können.

Wenn man nicht schmerzfrei trainieren kann, kann man auch nicht gut spielen. Das Ende der Saison kam für mich zu früh. Da war ich endlich gesund und der Benny, den ich, der Trainer und die Fans sehen wollen. Insofern bin ich vielleicht eine Art Neuzugang für RB.

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Herr Nagelsmann ist weg.

Ist mir auch aufgefallen. Er wollte in seine Heimat zu den Bayern. Ich kann das verstehen, das ist Fußball. Jesse Marsch passt super nach Leipzig, das kann richtig gut werden.

Falls Sie Kuntz und/oder Marsch nach Ihrer bevorzugten Position fragen: Wo spielen Sie am liebsten?

Auf der Sechs. Da ist man mittendrin, hat viele Bälle und Zweikämpfe und kann das Spiel beeinflussen. Ich kann aber auch links oder rechts spielen. Wie heißt es so schön: Ich spiele da, wo mich der Trainer hinstellt.

RB hat just Frankfurts Topstürmer André Silva geholt. Kann man das als Zeichen an die Konkurrenz werten?

Sein Ja-Wort spricht für die Entwicklung und die Möglichkeiten von RB. Ich finde es klasse, dass so ein Mann zu uns kommt. Hinter André waren viele große Clubs her.