14. Januar 2019 / 11:56 Uhr

Hinten sicher, vorn mit Luft nach oben: RB Leipzigs Doppeltest-Bilanz

Hinten sicher, vorn mit Luft nach oben: RB Leipzigs Doppeltest-Bilanz

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
Das Trainerteam um Cheftrainer Ralf Rangnick und den beiden Co-Trainern Jesse Marsch und Robert Klauß konnte aus den beide Testspielen gegen Galatasaray Istanbul und den Wolfsberger AC wichtige Erkenntnisse gewinnen. 
Das Trainerteam um Cheftrainer Ralf Rangnick und den beiden Co-Trainern Jesse Marsch und Robert Klauß konnte aus den beide Testspielen gegen Galatasaray Istanbul und den Wolfsberger AC wichtige Erkenntnisse gewinnen.  © PICTURE POINT
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Zwei Mal konnte sich Ralf Rangnick am Wochenende vom aktuellen Leistungsvermögen seiner Mannschaft überzeugen. Während die Defensive bereits punktet, fehlt im Angriff noch die Durchschlagskraft. Zwei Verletzte hoffen auf ihr Comeback.

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Leipzig. Die Fans von RB Leipzig konnten sich nach drei Wochen Fußballentzug am Wochenende gleich zwei Mal einen Eindruck vom Zustand ihrer Roten Bullen holen. Während die Defensive beim 1:1 (1:0) gegen Galatasaray Istanbul und 1:0 (1:0) gegen den Wolfsberger AC starke Frühform zeigte, blieben in der Offensive noch einige Fragen unbeantwortet. Eine Bilanz des Doppeltests.

Die Defensive – das "Bullwerk" steht

Aktuell das Prunkstück der Roten Bullen – Chancen für die Gegner waren in beiden Testspielen Mangelware. Zwar präsentierte sich Galatasaray am Samstag gnadenlos effektiv und nutzte eine der wenigen Unachtsamkeiten im RB-Spiel zum 1:1-Ausgleich. Über weite Strecken verzweifelte der türkische Rekordmeister jedoch ebenso wie einen Tag später der Wolfsberger AC an der hoch und vor allem eng stehenden Leipziger Defensive. Die profitiert schon im Mittelfeld von der eigenen Laufstärke und -bereitschaft. Diego Demme, der nach auskurierten Kniebeschwerden besonders motiviert wirkende Konrad Laimer oder auch Routinier Stefan Ilsanker scheinen sich trotz anstrengender Trainingseinheiten unter der Woche für keinen Weg zu schade zu sein.

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Im Rahmen der Wintervorbereitung testete RB Leipzig am 12. Januar gegen Galatasaray Istanbul. Zur Galerie
Im Rahmen der Wintervorbereitung testete RB Leipzig am 12. Januar gegen Galatasaray Istanbul. © Picture Point
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Der Kampf um die beiden Plätze in der Innenverteidigung könnte sich derweil mit den bereits bestens aufgelegten Dayot Upamecano, Ibrahima Konaté und Willi Orban zum Luxusproblem entwickeln, wenngleich Rangnick das Thema am Sonntag nicht zu hoch hängen wollte: "Es kommt immer auf den Gegner an und was wir brauchen im Spiel." Auch einen gemeinsamen Startelf-Einsatz des Trios gegen Dortmund wollte er nicht ausschließen: "Wir haben uns noch nicht entschieden, ob wir vielleicht mit einer Dreierkette spielen, nachdem Bruma auszufallen droht."

Orban zeigte sich selbstbewusst, obwohl er gegen Istanbul in der vermeintlichen A-Mannschaft fehlte,: "Ich habe in der Hinrunde viele Spiele gemacht, habe gezeigt, wie wichtig ich bin. Und grundsätzlich weiß ich, dass die Saison lang ist. Deshalb mache ich mir keine Sorgen und lasse mich überraschen, wer am Samstag spielt."

Die Offensive – viele Chancen, geringer Ertrag

Rangnick brachte es nach dem 1:1 gegen Galatasaray auf den Punkt: "Wir hätten natürlich ein oder zwei Tore mehr machen können." Allzu hart wollte er mit seiner Mannschaft wegen der anstrengenden Trainingseinheiten im Vorfeld aber noch nicht ins Gericht gehen. Dennoch, zufrieden konnte der Trainer mit der Ausbeute auch nicht sein. Am Samstag scheiterten Timo Werner und Yussuf Poulsen gleich mehrfach aus bester Position, einen Tag später schoss Jean-Kevin Augustin freistehend Fahrkarten für zwei Spiele. Eine grundlegende Kritik an den Leipziger Offensivbemühungen würde der Leistung am Wochenende aber nicht gerecht werden.

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Obwohl der Gegner am Samstag taktisch diszipliniert auftrat und der Rasen am Sonntag alles andere als optimal war, erspielten sich die Roten Bullen immer wieder hochkarätige Chancen. Während gegen Galatasaray vor allem Läufe zur Grundlinie und flache Hereingaben das Mittel der Wahl waren, kam RB gegen Wolfsberg häufiger über steile Pässe aus dem Zentrum in die Gefahrenzone. Noch verhalfen Spielfreude und Variabilität nicht ausreichend zum Erfolg – eine Erkenntnis, die den Trainer nicht um den Schlaf zu bringen scheint: "Ich mache mir keine Sorgen. Wir schießen schon unsere Tore."

Der Neuzugang: Take your time, Tyler

Tyler Adams, Winter-Neuzugang von den New York Red Bulls, war einer der wenigen Spieler, die am Wochenende insgesamt über 90 Minuten ranmussten. Gegen Galatasaray kam der 19-Jährige neben Diego Demme im zentralen Mittelfeld zum Einsatz, leistete sich keine groben Schnitzer, fiel aber in der schwächeren Leipziger Hälfte auch nicht durch Ausreißer nach oben auf. Das sah gegen den Wolfsberger AC am Folgetag schon anders aus. Eingesetzt auf dem rechten Flügel gehörte Adams gemeinsam mit Nordi Mukiele zu den auffälligsten Profis, präsentierte sich zweikampfstark und mit guten Ideen im Spiel nach vorn.

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RB Leipzig - Wolfsberger AC (1:0) Zur Galerie
RB Leipzig - Wolfsberger AC (1:0) ©

Den Leistungsanstieg bemerkte auch sein neuer Trainer: "Gegen Galatasaray hat er für meinen Geschmack noch ein bisschen zu lange den Ball gehalten und zu viele Querpässe gespielt. Heute war das schon einen Tick besser, aber es war heute auch eine andere Position." Hohen Druck scheint Rangnick tunlichst vermeiden zu wollen und stellt sich provisorisch vor das Talent: "Der Junge braucht ein bisschen Zeit, um sich umzustellen – völlig normal – nicht nur was den Fußball angeht. Er hat den Kontinent gewechselt und ist zum ersten Mal von Zuhause weg. Insofern kriegt er die Zeit auch."

Die Standards – Fortschritt unter Verschluss

Rangnick hatte zu Beginn der Rückrundenvorbereitung einerseits die Stärke bei gegnerischen Standards gelobt, anderseits die Schwäche bei eigenen ruhenden Bällen beklagt. Besonders aufschlussreich waren die beiden Testspiele trotz des Kopfball-Treffers von Willi Orban nach einer Ecke gegen den Wolfsberger AC nicht. Zumindest für den Coach alles andere als verwunderlich: "Wir haben da noch nicht viel Zeit investiert. Das wird erst diese Woche der Fall sein, wenn wir auch öfter unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainieren."

Die Verletzten – Forsberg und Kampl in den Startlöchern

Mit Emil Forsberg kehrt nach aktuellem Plan am Dienstag zumindest ein ausgewiesener Freistoß-Spezialist ins Mannschaftstraining zurück: "Er hat jetzt keine Schmerzen und wenn das so bleibt, spricht nichts dagegen, dass er in den nächsten Trainingseinheiten wieder voll dabei ist", verriet Rangnick am Wochenende. Gleiches gilt für Kevin Kampl, der in der vergangenen Woche nach seiner Zehenverletzung zunächst ins Lauftraining zurückgekehrt war. Ein Einsatz des Slowenen gegen Dortmund ist derzeit nicht ausgeschlossen, das Pflichtspiel-Comeback von Emil Forsberg nach deutlich längerer Fehlzeit unwahrscheinlich.

Eng wird es auch für Bruma, der am Samstag gegen seinen Ex-Klub einen Schlag oberhalb des rechten Sprunggelenks abbekommen hat. Rangnicks Prognose am Sonntagnachmittag: "Im Moment müssen wir schon davon ausgehen, dass er womöglich ausfällt gegen Dortmund. Es ist sicherlich nichts Langwieriges, aber für Samstag wird es sicherlich knapp." Neuzugang Amadou Haidara fehlt noch länger wegen einer Kreuzbandverletzung.

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