21. September 2019 / 20:22 Uhr

RB Leipzig bricht den Bremen-Fluch - 3:0-Sieg an der Weser

RB Leipzig bricht den Bremen-Fluch - 3:0-Sieg an der Weser

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
Marcel Sabitzer (Mitte) besorgte das zweite Leipziger Tor.
Marcel Sabitzer (Mitte) besorgte das zweite Leipziger Tor. © dpa
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Im vierten Anlauf gelingt der Erfolg. RB Leipzig gewinnt die Partie beim SV Werder 3:0 (2:0). Willi Orban, Marcel Sabitzer und Marcelo Saracchi treffen für die Roten Bullen, die die Partie mit nur zehn Mann beenden.

Bremen. RB Leipzig bleibt ungeschlagen und Tabellenführer der Bundesliga. Die Roten Bullen setzten sich am Samstagabend mit 3:0 (2:0) auswärts bei Werder Bremen durch und holten damit erstmals in der Vereinsgeschichte einen Dreier im Weserstadion. Gegen stark ersatzgeschwächte, aber aufopferungsvoll kämpfende Norddeutsche kamen die Sachsen lange nicht ins Rollen und gingen etwas überraschend durch einen Kopfball von Willi Orban in Führung. Marcel Sabitzer erhöhte noch vor der Pause zum 2:0. Kurz vor Schluss machte Marcelo Saracchi trotz eines mehr als strittigen Platzverweises gegen Konrad Laimer den Decke drauf.

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SV Werder Bremen - RB Leipzig (0:3) Zur Galerie
SV Werder Bremen - RB Leipzig (0:3) ©

Julian Nagelsmann ist vor dem Spiel gezwungen zu rotieren. Im Vergleich zum 2:1-Siege bei Benfica Lissabon fehlen Emil Forsberg, Marcel Halstenberg, Diego Demme und Yussuf Poulsen. Der Däne ist in Leipzig bei seiner Verlobten geblieben, die am Samstag einen Sohn zur Welt gebracht hat. Neu in der Elf sind Matheus Cunha, Christopher Nkunku, Lukas Klostermann und Dayot Upamecano, der nach längerer Verletzung in dieser Saison sein Startelfdebüt feiert.

Orban trifft

Den Fans wird in der ersten Viertelstunde schwere Kost geboten. Bremen geht mit viel Einsatz in die Partie, während die Roten Bullen zunächst nicht wirklich zum Kombinieren kommen. Die erste nennenswerte Aktion gehört Werder. Nach acht Minuten schickt Davy Klaassen den jungen Josh Sargent auf die Reise. Upamecano darf direkt ins brenzlige Laufduell, doch hat im Strafraum körperlich mehr entgegen zu setzen. Stark geklärt.

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(1) Peter Gulacsi: Aufgepeppter Vertrag, gleichbleibend starke Leistung. Note 2. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Aufgepeppter Vertrag, gleichbleibend starke Leistung. Note 2. ©

Doch RB reagiert im Stile einer Spitzenmannschaft. Neuzugang Nkunku schlägt eine Ecke von rechts. Im Strafraum reagiert Willi Orban am schnellsten, hängt Gegenspieler Theodor Gebre Selassie ab und köpft den Ball unhaltbar in die Maschen.

Stieler muss für Ruhe Sorgen

Danach hat vor allem Schiedsrichter Tobias Stieler jede Menge zu tun. Zunächst rasseln im Spielfeld-Nirgendwo Konrad Laimer und Gebre Selassie ineinander. Gleich darauf macht Nordi Mukiele an der Auslinie Bekanntschaft mit Klaassens Ellenbogen. Der Referee belässt es bei einer Verwarnung für alle Beteiligten. Die gelbe Karte bekommt dafür Konaté wegen Ballwegschlagens. Aus dem Spiel geht weiterhin wenig.

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Marcel Sabitzer (RB Leipzig): Es hat heute wieder Riesenspaß gemacht. Der Trainer stellt uns super ein. Wir können auch während des Spiels reagieren, wenn es nicht so passt. Den Freistoß treffe ich super. Da hat der Torwart keine Chance. Von nicht kommt nichts. Wir haben unter der Woche eins, zwei Möglichkeiten, Standars zu trainieren. Manchmal kannst du ein Spiel damit entscheiden. Zur Galerie
Marcel Sabitzer (RB Leipzig): "Es hat heute wieder Riesenspaß gemacht. Der Trainer stellt uns super ein. Wir können auch während des Spiels reagieren, wenn es nicht so passt. Den Freistoß treffe ich super. Da hat der Torwart keine Chance. Von nicht kommt nichts. Wir haben unter der Woche eins, zwei Möglichkeiten, Standars zu trainieren. Manchmal kannst du ein Spiel damit entscheiden. ©

Marcel Sabitzer ist das egal. Der Österreicher wird an der Strafraumgrenze gefoult, tritt selbst zum Freistoß an und schießt das Spielgerät unnachahmlich zum 2:0 in den linken Knick. Mit der Führung geht es in die Kabinen, wo Nordi Mukiele auch bei Wiederanpfiff bleibt. Für den Franzosen kommt Marcelo Saracchi ins Spiel.


RB dominiert

Wie schon gegen Lissabon macht RB zu Beginn der zweiten Halbzeit deutlich mehr Druck, doch zunächst verpasst Nkunku eine Sabitzer-Flanke von rechts, kurz darauf Cunha um ein Haar eine flache Werner-Hereingabe von links.

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Bei 58 Prozent Ballbesitz und mit der Führung im Rücken lässt RB den Ball ohne den ganz großen Zug zum Tor laufen. Weil Bremen dennoch in der Defensive genug zu tun hat, bleiben Chancen auf beiden Seiten vorerst Mangelware. Wieder rückt dafür Stieler in den Fokus. Der Schiedsrichter schickt Laimer mit gelb-rot vom Platz, nachdem der Österreicher im Duell mit Leonardo Bittencourt der Ball auf den Arm gefallen war – eine mindestens zweifelhafte Entscheidung. Kurz vor der Pause war der Leipziger für ein taktisches Foul zu Recht mit Gelb bedacht worden.

Führung hält

Wirkliche Vorteile kann Werder aus der Überzahl nicht schlagen. Nagelsmann ist das zwischenzeitliche 2:0 ohnehin genug. Der Coach bringt zur Absicherung der Führung Diego Demme in die Partie. Dennoch kommen die Roten Bullen kurz vor Schluss noch zum dritten Treffer. Werner zieht auf rechts den Konter an, legt auf den eingewechselten Amadou Haidara zurück, der mit seinem Schuss noch an Jiri Pavlenka scheitert. Doch Saracchi ist beim Abpraller völlig frei und lässt sich den Abstauber nicht nehmen. RB bleibt damit Erster in der Tabelle und tritt am kommenden Samstag zuhause gegen den FC Schalke 04 an.

RBL: Gulacsi – Mukiele (45. Saracchi) , Konaté, Upamecano, Orban, Klostermann – Laimer – Sabitzer, Cunha (63. Haidara) , Nkunku (74. Demme) – Werner

SVW: Pavlenka – Lang, Gebre Selassie, Groß, Friedl – M. Eggestein (66. Bargfrede) – Bittencourt, Klaassen, Goller, Sargent (Ihorst) – J. Eggestein (63. Pizarro)

Tore: 0:1 Orban (18. Minute), 0:2 Sabitzer (35.), 0:3 Saracchi (84.)