13. August 2020 / 09:31 Uhr

Champions Check: RB Leipzig will den größten Erfolg der Vereinsgeschichte krönen - dort, wo alles begann

Champions Check: RB Leipzig will den größten Erfolg der Vereinsgeschichte krönen - dort, wo alles begann

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Für RB Leipzig um Marcel Sabitzer und Trainer Julian Nagelsmann ist das Finalturnier der Champions League auch eine Art Homecoming.
Für RB Leipzig um Marcel Sabitzer und Trainer Julian Nagelsmann ist das Finalturnier der Champions League auch eine Art Homecoming. © imago images/Christian Schroedter
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Nur noch zwei Siege bis zum Finale: RB Leipzig steigt am Donnerstag mit dem Duell gegen Atlético Madrid ins Finalturnier der Champions League ein. Die Roten Bullen haben gute Erinnerungen an Lissabon.

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Es sind schöne Erinnerungen, die die Protagonisten von RB Leipzig an die portugiesische Hauptstadt haben. Denn vor inzwischen fast schon einem Jahr fing in Lissabon die Reise der Sachsen in der Königsklasse dort an. Zum zweiten Mal hatte sich die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann für die Champions League qualifiziert – und startete gleich mit einem starken und wichtigen 2:1-Auswärtssieg bei Benfica, der die Weichen früh in die richtige Richtung, nämlich aufs Achtelfinale, stellte.

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Nun, gut elf Monate später, ist RB noch immer im Wettbewerb, gehört zu den besten acht Teams des Kontinents und kommt mit enorm breiter Brust zurück an den Ort des ersten Sieges in der Gruppenphase. Geht es nach Sportdirektor Markus Krösche, will der Bundesliga-Dritte auch nicht gleich am Freitag wieder abreisen, sondern nach Möglichkeit sogar bis zum 23. August in Portugal bleiben. „Jede Mannschaft hat dieses Jahr die Möglichkeit, die Champions League zu gewinnen. Es ist schon jetzt die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte“, sagte er in einem Interview mit Sport1. „Und es liegt an uns, unsere Geschichte in Lissabon weiterzuschreiben. Wir haben die historische Chance, mit zwei Siegen ins Finale einzuziehen.“

RB Leipzig: Zwei Siege reichen für das Finale

Nur zwei Siege würden tatsächlich reichen, da aufgrund des engen Terminkalenders wegen der Corona-Unterbrechung entschieden wurde, ab dem Viertelfinale lediglich eine Partie auszutragen. Sky-Kommentator Wolff Fuss glaubt, dass der Modus beim Finalturnier den „Roten Bullen“ in die Karten spielen könnte: „In einem Spiel kann RB Leipzig jede Mannschaft schlagen, das haben sie bewiesen“, sagt er im Gespräch mit dem SPORTBUZZER. „In einem Wettbewerb mit Hin- und Rückspiel setzt sich meistens doch die größere Qualität durch. An einem Abend ist aber alles möglich – in die eine wie in die andere Richtung.“ Dass die individuelle Klasse und vor allem die jahrelange Europacup-Erfahrung für Viertelfinalgegner Atlético Madrid sprechen, steht außer Frage. Aus Leipzigs Kader stand lediglich Patrik Schick schon einmal unter den letzten acht in der Champions League – mit der AS Rom.

Gut möglich, dass Nagelsmann den Tschechen, um dessen Verbleib in Leipzig RB derzeit noch mit den Römern ringt, am Donnerstag (21 Uhr, Sky) gemeinsam mit Rückkehrer Yussuf Poulsen stürmen lassen wird. Der dänische Nationalspieler hat die lange Pause genutzt, um seinen Syndesmosebandanriss komplett auszukurieren, und kann RB gegen die favorisierten Spanier wieder helfen. Nach dem Abgang des eher spielerischen Angreifers Timo Werner zum FC Chelsea zieht der Leipziger Coach eine Variante mit zwei langen, kopfballstarken Stürmern durchaus in Betracht – Schick misst 1,87 Meter, Poulsen 1,93 Meter.

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RB-Star Poulsen vor Atlético-Duell: "Wir sind aktiv und spritzig"

So schön und wichtig die Rückkehr von Poulsen für Nagelsmann auch ist, so schwer würde ein Ausfall von Marcel Halstenberg wiegen. Ob er nach seinen hartnäckigen Rückenbeschwerden noch rechtzeitig fit wird, dürfte sich erst am Spieltag endgültig entscheiden. Der RB-Coach schätzt die Situation wie folgt ein: „Wir müssen schauen, ob Marcel bis Donnerstag auf ein körperlich gutes Niveau kommt, da er bis dato nahezu nichts trainiert hat. Wir probieren es und hoffen, dass er auf Spur kommt und die nötige Frische und Power hat.“ Auch Marcel Sabitzer schleppt noch eine Innenbanddehnung aus der Bundesliga mit sich rum, Verteidiger Ibrahima Konaté fällt definitiv aus.

Zumindest dürften die Akkus wieder voll aufgeladen sein, nachdem die Mannschaft im Saisonendspurt teilweise auf der letzten Rille daherkam, oft müde und ausgelaugt wirkte, war in den letzten Wochen wieder ordentlich Zug drin, wie Poulsen bestätigt: „Die Qualität im Training ist höher als sonst zu einem solchen Zeitpunkt der Vorbereitung. Wir sind aktiv und spritzig.“ Und Lissabon ist ja bekanntlich ohnehin ein gutes Pflaster. Auch wenn es diesmal im Estadio Alvalade um den Einzug ins Halbfinale geht, und nicht in Benficas „Da Luz“. Dort, wo alles anfing.