20. November 2021 / 17:22 Uhr

RB Leipzig enttäuscht blass und ideenlos - 0:2 Niederlage bei der TSG Hoffenheim

RB Leipzig enttäuscht blass und ideenlos - 0:2 Niederlage bei der TSG Hoffenheim

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Da mochte man gar nicht hingucken. Andre Silva, Kevin Kampl, Christopher Nkunku, Willi Orban und Lukas Klostermann nach dem Hoffenheimer 1:0.
Da mochte man gar nicht hingucken. Andre Silva, Kevin Kampl, Christopher Nkunku, Willi Orban und Lukas Klostermann nach dem Hoffenheimer 1:0. © Picture Point
Anzeige

Das war gar nichts. Nach der Gala gegen Borussia Dortmund folgt ein ganz böses Erwachen. 0:2 (0:1) verliert RB Leipzig bei der TSG Hoffenheim und lässt dabei nahezu alles vermissen, was das Team in dieser Saison schon ausgezeichnet hat. 

Sinsheim. RB Leipzigs Auswärtsgesicht bleibt ein tristes und farbloses. Die Sachsen bleiben auch nach dem 12. Bundesliga-Spieltag ohne Sieg in der Fremde, kassierten am Samstagnachmittag bei der TSG 1899 Hoffenheim eine völlig verdiente 0:2-Pleite (0:1). In Sinsheim fand der Vizemeister zu keinem Zeitpunkt zu dem von Coach Jesse Marsch geforderten Mix aus Balljagd, Umschalten und Pressing. Vor allem die Offensivleistung war mehr als traurig.

Ohne Konrad Laimer, Amadou Haidara, Mohamed Simakan und Yussuf Poulsen, die verletzt gar nicht erst mitgereist waren in den Kraichgau, zeigte RB recht eindrücklich, warum sie nach wie vor auf einen Auswärtssieg warten und in der Fremde bis dato lediglich drei Treffer zu Stande bekamen. Die Marsch-Elf agierte unerklärlich ideenlos, vor allem gemessen an dem starken Auftritt gegen den BVB vor der Länderspielpause. Wie man presst und den Gegner stresst, zeigten dagegen die Hausherren. Deren völlig verdiente 1:0-Führung resultierte, mal wieder, aus einem individuellen Leipziger Fehler. Keeper Peter Gulacsi verschätzte sich bei einer Ecke von Dennis Geiger, tauchte unter dem Ball durch, statt ihn wegzufausten. Diadie Samassekou war per Kopf zur Stelle. Tyler Adams hatte das Kopfballduell gar nicht erst so richtig aufgenommen (12.).

DURCHKLICKEN: Die Bilder zur Leipziger Niederlage

Offenbahrungseid von RB Leipzig: Die Messestädter unterlagen nach einer indiskutablen Leistung mit 0:2 bei der TSG 1899 Hoffenheim. Zur Galerie
Offenbahrungseid von RB Leipzig: Die Messestädter unterlagen nach einer indiskutablen Leistung mit 0:2 bei der TSG 1899 Hoffenheim. ©

Mit dem Rückstand im Gepäck agierte es sich für die Sachsen nicht gemütlicher. Die Fehlerquote blieb hoch. In der Offensive mangelte es den kreativen Köpfen um Dominik Szoboszlai und Christopher Nkunku an Einfällen. Vor allem der zuletzt in Top-Form befindliche Franzose, gerade erst zum Bundesliga-Spieler des Monats Oktober gekürt, blieb blass. André Silva, der den Job von Poulsen in der Sturmzentrale zugeteilt bekommen hatte, konnte keine Akzente setzen. Es mangelte allerdings auch an verwertbaren Vorlagen. Einen ordentlichen Torschuss brachten die Gäste in Halbzeit eins zu Stande, abgegeben von Linksverteidiger Josko Gvardiol. Über das 0:1 zur Pause konnte sich RB nicht beschweren. Es entsprach schlicht der farblosen Vorstellung.

Anzeige

Nicht ein Hauch von Wende

Mit dem Seitenwechsel ersetzte Emil Forsberg Kevin Kampl. Wenig später kam Benjamin Henrichs für Nordi Mukiele. Besser wurde dadurch nichts. Hoffenheim blieb bissiger, engagierter in den Zweikämpfen, zielgerichteter im Vortrag nach vorn. Mehr Ballbesitz hatten zwar die Gäste. Aber was sie daraus machten, blieb fragwürdig. Kurz: Die TSG war deutlich näher dran am 2:0 als RB am 1:1. Und schlug zu. Munas Dabbur nutzte den schlafmützigen Einsatz von Adams im Duell Mann gegen Mann und schon schlug es ein im Leipziger Tor (68.). Natürlich völlig verdient.

Jesse Marschs Reaktion? Der US-Amerikaner ließ die Jugend los, brachte Ilaix Moriba für den angeschlagenen Szoboszlai und Brian Brobbey für den beschäftigungslosen Silva. Und schließlich auch noch Hugo Novoa für Klostermann. Doch im Vorwärtsgang war nur eine Mannschaft und das waren die Gastgeber. Die TSG drückte die Sachsen teilweise derart in den eigenen Sechzehner, dass die teilweise regelrecht hilflos wirkten. Ein Hauch von Wende war nicht zu spüren. Statt dessen setzte Ilas Bebou den Ball an die Latte. Es wäre das 3:0 gewesen.

Die Statistik zum Spiel:

Hoffenheim: Baumann - Posch, Grillitsch, Vogt - Akpoguma (89. Asllani), Raum, Geiger, Samassekou (64. Stiller), Bebou, Rutter (73. Adamyan) - Dabbur (73. Richards).


Leipzig: Gulacsi - Klostermann (79. Novoa), Orban, Gvardiol - Mukiele (53. Henrichs), T. Adams, Kampl (46. Forsberg), Angelino, Nkunku, Szoboszlai (71. Moriba) - Silva (71. Brobbey).

Tore: 1:0 Samassekou (12.); 2:0 Dabbur (68.).