14. April 2022 / 20:38 Uhr

HALBFINALE! Doppelter Nkunku schießt RB Leipzig ins europäische Glück

HALBFINALE! Doppelter Nkunku schießt RB Leipzig ins europäische Glück

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Tor! RB Leipzigs Spieler feiern das 1:0.
Tor! RB Leipzigs Spieler feiern das 1:0. © IMAGO/Gribaudi/ImagePhoto
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Was für ein Abend! Dank zweier Tore von Christopher Nkunku und einer Energieleistung vor allem in der zweiten Halbzeit steht RB Leipzig im Halbfinale der Europa League. 2:0 (1:0) gewinnen die Sachsen bei Atalanta Bergamo, denen offensiv zu wenig einfiel, um die Partie noch umzubiegen.

Bergamo. Ein Fight vom Allerfeinsten, Dramatik bis in die letzten Minuten, dann schraubt der beste Mann auf dem Platz den Deckel drauf. Christopher Nkunku trifft in Bergamo in der 87. Minute zum 2:0 und feiert mit seinen Roten Bullen den Einzug ins Halbfinale der Europa League. Dort trifft das Team von Domenico Tedesco ohne den gesperrten Abwehrchef Willi Orban entweder auf Sporting Braga oder die Glasgow Rangers. Matchwinner Nkunku sorgt im stimmungsvollen Gewiss-Stadium auch fürs 1:0 (18.).

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Tedesco nach dem 3:0 gegen Hoffenheim mit der erwartbaren Elf. Angelińo ersetzt Marcel Halstenberg, Benny Henrichs verteidigt rechts statt Nordi Mukiele, Dani Olmo übernimmt Dominik Szoboszlais Part und Mittelstürmer André Silva darf anstelle von Emil Forsberg ran. Tedescos Trainer-Kollege Gian Piero Gasperini verzichtet überraschend auf den 1:0-Torschützen vom Hinspiel, Luis Muriel, lässt Davide Zappacosta stürmen. Das kleine Atalanta-Stadion ist zu weiten Teilen denkmalgeschützt, nur zur Hälfte überdacht, entwickelt aber an ausgesuchten Tagen eine besondere Atmosphäre. Heute ist so ein Tag.

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RB Leipzig steht im Halbfinale der Europa League: Die Tedesco-Elf gewann das Auswärtsspiel bei Atalanta Bergamo mit 2:0 Zur Galerie
RB Leipzig steht im Halbfinale der Europa League: Die Tedesco-Elf gewann das Auswärtsspiel bei Atalanta Bergamo mit 2:0 ©

Atalanta legt entsprechend los, hat durch Davide Zappacosta die erste Chance, Peter Gulacsi greift sich den Flachschuss (6.). RB macht auch mit, Henrichs prüft Keeper Juan Masso (13.). Leipzigs linke Abwehrseite bietet nach Fehlern von Josko Gvardiol wiederholt Angriffsfläche, Gulacsi und Abwehrchef bügeln Unwuchten aus. Dann schlögt es ein - im Kasten der Gastgeber. Henrichs schickt Konrad Laimer, der geht über rechts blitzschnell ab, dringt in den Strafraum, kann schießen, passt aber auf mitgelaufenen Christopher Nkunku, der den Ball an den rechten Innenpfosten nagelt - 1:0 für RB (18.).

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RB ist nach problematischer Anfangsphase besser im Spiel, lässt den Ball zirkulieren und findet mehr Räume als vor einer Woche vor. Und wenn Angeliño einen rechten Fuß hätte, wäre nach glänzender Nkunku-Vorarbeit das 2:0 möglich gewesen (30.). Atalanta sucht vergeblich nach Lücken, spielt RB in die Füße und Karten. Der überragende Laimer hat die nächste Chance, verzieht knapp (40.). Gefahr für den RB-Kasten entsteht selten und nach wie vor ausschließlich über die rechte italienische und linke sächsische Seite. Kurz vorm Wechsel klärt Abwehrchef Orban in höchster Not vor einschussbereiten Atalanta-Angreifern. Halbzeit, Leipzig führt durch Nkunkus Innenpfostentor 1:0, die Tür zum Halbfinale steht offen.

Wiederbeginn, Freistoß aus 16 Metern für Bergamo, kein Tor. Aber Hand von Dani Olmo und Elfer? Schiri Miguel Lahoz guckt ewig Video und entscheidet: Kein Elfmeter (52.). Durchatmen. Dann ein sensationeller Konter der Rasenballer über Henrichs, Silva und Nkunku. Am Ende hat Kampfmaschine Laimer das 2:0 auf dem Fuß, wird kurz vorm Einschlag von Torhüter Musso gestoppt. Atalanta gibt angefeuert von heißblütigen Tifosi alles, hat durch Hans Hateboer das 1:1 auf den Fuß. Tedesco will mehr Entlastung, bringt Szoboszlai für den ausgepumpten Silva. RB jetzt wieder etwas sortierter und mit der Möglichkeit zum 2:0. Nkunku trifft, das Außennetz. Die Italiener spielen auf ihre Fankurve, drücken, rennen ohne Rücksicht auf eigene Verluste an. Lukas Klostermann und Tyler Adams kommen für Laimer und Henrichs. RB wankt, diverse Spiele sind nachvollziehbar am Ende ihrer Kräft, müssen beißen. Tedesco sieht das, bringt auch noch Halstenberg und Yussuf Poulsen. Die Schlussphase ist dramatisch. Atalanta fightet mit Verve fürs 1:1, RB hält mit heißem Herz dagegen. Dann ein Konter, Poulsen spielt Nkunku an, der wird vom Torhüter umgesenst. Den Elfmeter haut Supermann Nkunku zum 2:0 unters Tordach. Der Sieg, das Weiterkommen, Chapeau!

Nach dem Spiel muss mit Blick auf den abendlichen Rückflug und die so wichtige Regeneration alles ganz schnell gehen. Am Sonntag, 19.30 Uhr, tritt RB (Platz vier/51 Punkte) beim Dritten Bayer Leverkusen (52) an. Ja, richtungsweisend. Wieder mal.

Die Statistik zum Spiel:

Bergamo: Musso - Palomino, Demiral (70. Scalvini), de Roon - Zappacosta, Freuler (88. Pasalic), Koopmeiners, Hateboer - Boga (70. Miranchuk), Malinowski (58. Muriel) - Zapata.

Leipzig: Gulacsi - Simakan, Orban, Gvardiol (79. Halstenberg) - Henrichs (73. Klostermann), Kampl (79. Poulsen), Laimer (73. Adams), Angelino - Olmo - Nkunku, Silva (63. Szoboszlai).

Tore: 0:1 Nkunku (18.); 0:2 Nkunku (87./FE).

Schiedsrichter: Antonio Mateu Lahoz (Spanien).