24. April 2019 / 16:12 Uhr

RB-Leipzig-Fans aus dem Landkreis Leipzig feiern in Hamburg

RB-Leipzig-Fans aus dem Landkreis Leipzig feiern in Hamburg

LVZ
Leipziger Volkszeitung
Das RB-Leipzig-Edel-Fan-Paar Doris und Rainer Kurth aus Kitzen beim DFB-Pokal-Halbfinale in Hamburg im Volksparkstadion.
Das RB-Leipzig-Edel-Fan-Paar Doris und Rainer Kurth aus Kitzen beim DFB-Pokal-Halbfinale in Hamburg im Volksparkstadion. © privat
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Rund 4500 Leipziger Fans waren beim Pokal-Halbfinale in Hamburg, darunter auch viele aus dem Leipziger Landkreis. Sie waren nach dem RB-Sieg begeistert und haben lange gefeiert – wir haben mit einigen gesprochen.

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Pegau/Borna. Fast die halbe Mannschaft der Pegauer „Elsteraue Bullen“ war schon Ostermontag mit zwei Pkw und einem Kleinbus nach Hamburg gereist. „Erst die Stadt angucken und am nächsten Tag ins Stadion“, sagt Jens Wittenbecher, der krankheitsbedingt zu Hause bleiben musste und das Halbfinale nur von der Couch aus im Fernsehen verfolgte. „Das Spiel war gerade in der ersten Halbzeit durchwachsen. Hamburg hat gut mitgehalten, aber dann hat die Klasse überragt“, findet der RB-Leipzig-Fan. „Für meine Begriffe spielt der Hamburger SV bald wieder erstklassig, er hat es auf jeden Fall verdient.“

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Hamburger SV - RB Leipzig (1:3) ©
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Früh halb vier waren die Pegauer Schlachtenbummler dann wieder zu Hause – erschöpft, aber glücklich und zufrieden über das Weiterkommen ihrer Mannschaft. „Jetzt schreiben wir ständig Nachrichten hin und her, wer am 25. Mai mit zum Finale nach Berlin fährt“, lacht der Vorsitzende des 2017 gegründeten Vereins. Die Elsteraue-Bullen zählen aktuell 39 Mitglieder, darunter sind viele Kinder. Wie in einer großen Familie fahren die befreundeten Familien gemeinsam zu Heim- und Auswärtsspielen – dann in richtiger Fankluft mit Schals, Mützen und Trikots in Rot-Weiß.

Leipziger Fan zollt HSV Respekt

Auch die Bornaer Bullen schickten eine 20-köpfige Abordnung mit Kleinbussen und Pkw in den hohen Norden. Der Vereinsvorsitzende Tom Löbel musste berufsbedingt jedoch zu Hause bleiben, stand aber mit seinem Sohn vor Ort per WhatsApp in Kontakt. „Der HSV war nah dran, an der Sensation zu schnuppern“, zollt er dem Halbfinalgegner Respekt. „Aber jetzt freuen wir uns natürlich, dass RB in der relativ kurzen Zeit, die es den Verein gibt, im Pokalfinale steht. Am 25. Mai geht es auf jeden Fall nach Berlin.

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(1) Peter Gulacsi: Sieht beim 1:1 nicht ganz so gut aus. Ansonsten schon. Note 3 Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Sieht beim 1:1 nicht ganz so gut aus. Ansonsten schon. Note 3 ©

Dem 2013 gegründeten Fanclub aus Borna gehören mittlerweile 150 Mitglieder an. „Aufnahmestopp“, sagt Tom Löbel, „mehr geht im Moment nicht. Es will auch alles organisiert sein.“ Neben Stadionbesuchen bei Heim- und Auswärtsspielen unternehmen die Wyhrastädter auch sonst eine Menge. „Wir organisieren Sommerfeste und Weihnachtsfeiern, machen Ausflüge und haben Fußballturniere und Grillfeste im Pestalozzi-Kinderheim veranstaltet.“ Zudem luden sie die Mädchen und Jungen aus dem Kinderheim zu RB-Heimspielen nach Leipzig ein, spendierten ihnen Fahrt, Eintritt sowie Essen und Getränke. „Das ist uns ein großes Anliegen“, erklärt der Vorsitzende.

Schüler und Väter sind die Borsdorfer Apfelbullen

FGB steht für Fangruppe Borsdorf und auch Freies Gymnasium Borsdorf. Beides verknüpft RB-Fans, denn die Gruppe hat sich 2014 aus dem Gymnasium heraus gebildet. Schüler und ihre Väter sowie andere Sympathisanten gehören dazu, darunter auch der fußballbegeisterte evangelische Pfarrer. Spenden oder der Erlös aus Veranstaltungen, welche die Fangruppe organisiert, erhält der Förderverein der Schule.

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Konrad Laimer (RB Leipzig): Auch wenn es ein Zweitligist war. Man hat schon nach 20 Minuten gesehen, dass sie gut kicken können. Das haben sie gezeigt. Aber sind verdient ins Finale eingezogen. Die Rückfahrt wird sicher lustig. Man kommt nicht jeden Tag ins Finale. Das feiern wir. Zur Galerie
Konrad Laimer (RB Leipzig): "Auch wenn es ein Zweitligist war. Man hat schon nach 20 Minuten gesehen, dass sie gut kicken können. Das haben sie gezeigt. Aber sind verdient ins Finale eingezogen. Die Rückfahrt wird sicher lustig. Man kommt nicht jeden Tag ins Finale. Das feiern wir." ©

Sie nennen sich auch die Borsdorfer Apfelbullen mit derzeit 55 Fans, sagt deren Chef Christian Backmann. 16 von ihnen waren am Dienstagabend beim Pokal-Halbfinale in Hamburg. Beim Endspiel in Berlin werden es wesentlich mehr sein, „wir werden wohl einen Bus voll bekommen“. Schon als Kind spielte Christian Backmann leidenschaftlich gern Fußball, zwischendurch sei er mal auf Abwegen Bayern-Fan gewesen, wie er lächelnd erzählt. Die gemeinsamen Fußballaktionen in der Fangruppe genießt er. Auch zu Spielen in Salzburg, Glasgow und Porto waren einige Apfelbullen schon. Zum Finale sagt der Borsdorfer siegessicher: „Leipzig kann schon mal rot-weiß schmücken!“

Zettel in Hosentasche: Rainer Kurth lag mit 1:3 richtig

Natürlich ließ sich das RB-verrückte Paar Kurth aus Kitzen das Halbfinale nicht entgehen. Die beiden sind besondere Fans – denn bei welchem Paar geht die Liebe zur Fußballmannschaft so weit, dass es im Stadion heiratet mit Bulli als Trauzeugen und einem Fußball als Ringkissen? Auch sonst dreht sich bei den Kurths das Leben viel um RB. In und an ihrem Haus ist nahezu alles rot-weiß, alles bullig: Hausfassade, Zaun, Flaschenöffner, Schals, T-Shirts, Vorhänge, Kissen, Handyhülle und rot-weiße Gummienten im Pool. Sogar das Autokennzeichen passt.

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Nach dem 3:1 gegen den Hamburger SV feiern Fans und Spieler ausgelassen den Einzug ins DFB-Pokalfinale. Zur Galerie
Nach dem 3:1 gegen den Hamburger SV feiern Fans und Spieler ausgelassen den Einzug ins DFB-Pokalfinale. ©

„Es war eine fantastische Stimmung in Hamburg“, sagt Doris Kurth. „Die Fans haben danach noch lange gefeiert, herrlich! Wir waren erst früh um vier zu Hause.“ Gemeinsam mit ihrem Mann fieberte sie wie immer für ihre Lieblingsmannschaft. Zwar seien sie sich „ziemlich sicher“ gewesen, dass das RB-Team als Sieger vom Platz geht, dennoch sei eine gewisse Aufregung ja normal. Am Ende des Spiels nahm Rainer Kurth einen Zettel aus seiner Hosentasche und meinte zu seiner Frau: „Jetzt kann ich’s dir ja zeigen.“ Darauf stand 1:3.

Die Tickets fürs Finale in Berlin hat das Paar schon sicher. „Wenn sie das gewinnen, das wäre der Gipfel“, kommt die Frau ins Schwärmen. Allerdings: „Wichtiger ist aber noch die Champions League.“ RB soll ganz oben mitspielen. Das Paar aus Kitzen will auch dann live dabei sein und Doris Kurth nimmt dafür sogar ihre Flugangst in Angriff.

Von Kathrin Haase und Claudia Carell

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