25. Oktober 2017 / 23:40 Uhr

RB Leipzig fliegt im Pokalkrimi gegen Bayern raus: Werner vergibt letzten Elfer

RB Leipzig fliegt im Pokalkrimi gegen Bayern raus: Werner vergibt letzten Elfer

Anne Grimm
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzigs Timo Werner versucht an Bayerns Jerome Boateng vorbeizukommen. 
RB Leipzigs Timo Werner versucht an Bayerns Jerome Boateng vorbeizukommen.  © Imago
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RB Leipzig ist in der zweiten Runde des DFB-Pokals nach einer extrem spannenden Partie ausgeschieden. Obwohl das Hasenhüttl-Team ab der 53. Minute gegen den Rekordmeister in Unterzahl spielte, schaffte es RBL bis ins Elfmeterschießen.

Leipzig. Gegen 23.30 Uhr ist der Krimi vorbei, Bayern München ins Achtelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Leipzigs Stürmer Timo Werner läuft als letzter aller Elfmeterschützen an und vergibt mit einem unplatzierten Schuss seinen Versuch gegen FCB-Keeper Sven Ulreich. Das bittere Eregbnis: 4:5 nach Elfmeterschießen. Damit ist der Pokaltraum für die Leipziger bereits nach der zweiten Runde beendet.

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Dabei bietet der Abend Hochspannung: Obwohl RBL ab der 53. Minute durch einen Platzverweis von Naby Keita in Unterzahl spielt, bringt Emil Forsberg den Gastgeber per Elfmeter in Führung (68.). Nur fünf Minuten später erzielt Thiago den Ausgleich. Nach der Verlängerung steht es 1:1 (1:1, 0:0). Es ist ein äußerst turbulentes Topspiel mit einem Platzverweis und jeder Menge Diskussionsstoff. Das Duell zwischen RB Leipzig und Bayern München bietet zwar überraschend wenig Tore, dafür aber reichlich Unterhaltung.

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RB Leipzig - FC Bayern München (Imago) (11) Zur Galerie
RB Leipzig - FC Bayern München (Imago) (11) ©

Ralph Hasenhüttl lobt seine Jungs im Anschluss: "Es war fast ein heroischer Kampf, den wir heute geliefert haben. Ich kann verstehen, dass die Mannschaft die Köpfe hängen lässt, wenn man sieht, was alles gegen uns gelaufen ist. Heute gibt es nur Lob, Anerkennung und die Herzen unserer Fans, sonst aber nichts. Ich war so überzeugt, dass wir trotz der Rückschläge etwas holen." Jupp Heynckes war froh, über das Erreichen der nächsten Runde : "Es war heute ein dramatischer Pokal-Fight, bei dem beide Teams bis zur letzten Minute alles reingeworfen haben. Wir haben heute gegen einen Gegner gespielt, der einen richtigen guten Fußball zeigt und taktisch und läuferisch erstklassig ist."

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Werner nicht in der Startelf

Die Fans sorgen für prächtige Stimmung. Beide Mannschaften sind gut drauf, spielen von Beginn an mit offenem Visier, versuchen den Gegner früh im Spielaufbau unter Druck zu setzen. Bayern-Stürmer Lewandowski ist nach acht Minuten auf der rechten Seite durch, passt den Ball flach ins Zentrum, doch Bernardo klärt in höchster Not.

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RB-Coach Hasenhüttl bringt im Vergleich zum 1:0-Heimsieg am Samstag gegen Stuttgart vier Neue. Für Klostermann, Konaté, Demme, und Werner spielen Upamecano, Halstenberg, Kampl, und Augustin. Bruma (Oberschenkel) und Ilsanker (gebrochener Zeh) haben es aus Verletzungsgründen nicht in den Kader geschafft.

Das Tempo ist hoch, Verschnaufpausen gibt es keine. Nach 28 Minuten die erste hochkarätige RB-Chance: Keita findet Augustin, der scheitert aus kurzer Distanz an FCB-Keeper Ulreich. Die ansehnlicheren Ballstafetten kreieren die Leipziger und sind oft nur durch Fouls zu stoppen.

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Peter Gulacsi: Super-Mann im Tor, fantastische Reflexe. Note 1. (@ GEPA Pictures) Zur Galerie
Peter Gulacsi: Super-Mann im Tor, fantastische Reflexe. Note 1. (@ GEPA Pictures) ©

Rangnick stürmt auf den Rasen

Der Aufreger des ersten Durchgangs: Vidal säbelt Forsberg (35.) an der Strafraumgrenze um. Schiedsrichter Zwayer zeigt zunächst auf den Elfmeterpunkt, hält dann aber nochmal Rücksprache mit seinem Linienrichter. Der Unparteiische revidiert seine Entscheidung, gibt stattdessen Freistoß. Den schießt Forsberg nur knapp über die Latte.

Tolisso hat kurz vorm Pausenpfiff noch eine gute Chance für die Gäste, doch es geht ohne Tore in die Kabine. Ralf Rangnick ist sauer wegen des zurückgenommenen Elfers, stürmt auf den Platz, um dem Schiedsrichter ein Handyvideo zu zeigen. Rudelbildung, erst Bayern-Keeper Sven Ulreich kann den RB-Sportdirektor beruhigen.

FC Bayern in Noten: Die Einzelkritik gegen RB Leipzig

Sven Ulreich:  Zuletzt drei Spiele zu null. Der Neuer-Ersatzmann stark vis-à-vis gegen Forsberg (25.). Hielt alles, was auf ihn zukam. Machtlos beim Forsberg-Elfmeter (68.). NOTE 2  Zur Galerie
Sven Ulreich:  Zuletzt drei Spiele zu null. Der Neuer-Ersatzmann stark vis-à-vis gegen Forsberg (25.). Hielt alles, was auf ihn zukam. Machtlos beim Forsberg-Elfmeter (68.). NOTE 2  ©

Schiedsrichter im Mittelpunkt

Die Partie entwickelt sich im zweiten Durchgang zu einer extrem hitzigen. Augustin wird im Strafraum von Boateng zu Fall gebracht – einen Elfmeter gibt es nicht. Dafür sieht Keita nach einem Zupfer am Trikot und taktischen Foul an Lewandowski seine zweite Gelbe Karte, wird in der 53. Minute vom Platz gestellt. RB-Coach Hasenhüttl stärkt in Unterzahl seine Defensive, bringt Demme für Stürmer Augustin.

Die Bayern werden immer stärker. In dem Moment gibt es für die Leipziger einen Elfmeter. Poulsen sucht im Strafraum den Kontakt zu Boateng und bekommt den Strafstoß. Forsberg läuft an, verwandelt eiskalt links unten zur Führung (68.). Es dauert nur fünf Minuten, bis Thiago per Kopf den Ausgleich erzielt.

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Eklat in der Halbzeitpause des Spitzenspiels zwischen RB Leipzig: Sportdirektor Ralf Rangnick stürmt auf den Platz. Zur Galerie
Eklat in der Halbzeitpause des Spitzenspiels zwischen RB Leipzig: Sportdirektor Ralf Rangnick stürmt auf den Platz. ©

Der FCB schnürt Leipzig ein. Thiago hat das 2:1 auf dem Fuß, aber Gulacsi ist mit toller Parade zur Stelle. Hasenhüttl bringt in der 80. Minute Nationalstürmer Werner für Dänenblitz Poulsen. Doch RB kommt nicht zum Kontern. Beim einzig erfolgreichen Versuch steht Werner im Abseits.

Die Verlängerung muss die Entscheidung bringen. In der 95. Minute wird Demme von Thiago mit hohem Bein direkt im Gesicht getroffen, bleibt lange liegen. Keita hat gegen Gladbach für eine ähnliche Aktion Rot bekommen, Bayerns Offensivmann sieht nur Gelb. RB-Keeper Gulacsi rettet mit Doppelparade das Remis. Laimer kommt nach 100 Minuten für Sabitzer. Der eingewechselte Wriedt köpft an die Unterkante der Latte, von dort springt der Ball heraus. Es brennt im Leipziger Strafraum. Klostermann ersetzt ab der 108. Minute Forsberg, soll hinten dicht machen. Werner steht beim nächsten Kontertor haarscharf im Abseits. RB verteidigt mit Maus und Mann – Elfmeterschießen.

Die Elfmeterstatistik:

0:1 Lewandowski, 1:1 Bernardo, 1:2 Alaba, 2:2 Kampl, 2:3 Hummels, 3:3 Halstenberg, 3:4 Rudy, 4:4 Orban, 4:5 Robben, 4:5 Werner veschießt


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Emil Forsberg: „Für mich war es ein Elfmeter. Es ist schwer zu sagen. Es tut weh. Wir haben ein super Spiel abgliefert. Wir waren über 60 Minuten mit einem Mann weniger auf dem Platz. Das Leben geht weiter.“ (@ Imago) Zur Galerie
Emil Forsberg: „Für mich war es ein Elfmeter. Es ist schwer zu sagen. Es tut weh. Wir haben ein super Spiel abgliefert. Wir waren über 60 Minuten mit einem Mann weniger auf dem Platz. Das Leben geht weiter.“ (@ Imago) ©

Statistik zum Spiel:

RBL: Gulácsi – Bernardo, Orban (C), Upamecano, Halstenberg – Keita (53., Gelb-Rot), Kampl – Sabitzer (100. Laimer), Forsberg (108. Klostermann) – Poulsen (80. Werner), Augustin (57. Demme)

FCB: Ulreich – Kimmich, Boateng, Hummels, Alaba – Tolisso (88. Rafinha), Vidal (56. Rudy) – Robben (C), Thiago (100. Wried), Coman (60. Martinez) - Lewandowski

Tore: 1:0 Forsberg (68., Foulelfmeter), 1:1 Thiago (73.)

Zuschauer: 42.558

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