11. Februar 2021 / 07:19 Uhr

RB Leipzig gegen Augsburg auf Schnäppchenjagd: „Wir werden Angel kaufen“

RB Leipzig gegen Augsburg auf Schnäppchenjagd: „Wir werden Angel kaufen“

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Spielt gegen Augsburg die Partie für seine RB-Zukunft: Angelino.
Spielt gegen Augsburg die Partie für seine RB-Zukunft: Angelino. © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB
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Endlich ist es soweit: Wenn RB Leipzig am Freitagabend den FC Augsburg empfängt, vollzieht sich personell Bedeutsames. Denn stellt Coach Julian Nagelsmann einmal mehr Angelino auf, greift die Kaufpflicht im Leihvertrag zwischen den Messestädtern und Manchester City. Eine Tatsache (und Gelegenheit), die die Verantwortlichen am Cottaweg nur allzu gern ergreifen.

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Leipzig. Am Freitagabend steht ein prekärer TV-Zwiespalt ins Haus. Einer, der Familien in Pappnasen/Weck/Worscht/Woi und Fan-Mützen/Bier/Bratwurst teilt. Der den Haussegen auf eine knallharte Probe stellt. Der die Fernbedienung zu Goldstaub macht. Um 20.15 Uhr sendet die ARD „Mainz bleibt Mainz“ aus dem Kurfürstlichen Schloss. Ein Gassenhauer, der seit 1973 zum Schoppen stechen lädt, Schwellköpp berühmt gemacht hat und alle Jahre wieder mit dem großen Finale der Hofsänger endet (das sind die Fischer-Chöre in verkleidet und mit tieferen Stimmen).

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15 Minuten nach Sendebeginn der Fastnachtssitzung wird das Bundesliga-Heimspiel der Roten Bullen gegen den FC Augsburg angepfiffen und via DAZN in die Wohnzimmer transportiert. In Mainz am Rhein geht es um Frohsinn und Blödsinn, in Leipzig um brutal wichtige Punkte, die den Einen auf dem Weg in die Champions League und den Anderen beim Klassenerhalt behilflich wären.

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Warm anziehen, lautet das Motto von RB-Coach Julian Nagel im übertragenen und leibhaftigen Sinn. Vor Minusgraden schützen lange U-Hosen und Handschuhe des Ausrüsters. Gegen seit Geburt bärbeißige Augsburger helfen Fußballer, die wissen, was auf sie zukommt, die mit Wonne einstecken und noch viel lieber austeilen. Laut Nagelsmann verengt Augsburg besser als viele andere die attraktiven Räume, ist physisch auf der Höhe (Standards!) und extrem konterstark. Ändert alles nix an der Spieltagsaufgabe: „Wir wollen die drei Punkte.“

Sinkflug der Puppenkiste

RB trifft übrigens zum vierten Mal in Folge auf einen arg lädierten und folglich gefährlichen Boxer. Die Mainzer hatten den Ring Opel-Arena wankend und zweifelnd betreten und verließen selbigen als 3:2-Sieger gegen eigentlich überlegene Rasenballer. Leverkusen kam mit diversen Wirkungstreffern im Turnbeutel an die Pleiße und wurde von beseelten Leipzigern 1:0 auf die Bretter geschickt. Die Schalker hofften auf einen Lucky Punch, hatten aber die Boxhandschuhe verlegt. Die Headline des 3:0 der Nagelsmänner: Du kannst nicht treffen, was du nicht siehst. Das wusste schon Muhammad Ali.


Augsburg ist ebenfalls angeknockt. Das Team von Heiko Herrlich hat fünf der der letzten sechs Spiele verloren, nur noch fünf Punkte Abstand zur Abstiegszone. Dabei war da dieser herrliche Saisonstart mit einem 3:1 bei Union, dem 2:0 gegen den BVB und dem 0:0 in Wolfsburg. Am vierten Spieltag wurde RB Leipzig in der WWK-Arena vorstellig, hatte lange Zeit Mühe, den Verschiebebahnhof der Gastgeber auseinander zu dividieren, um Haken oder Schwinger anzusetzen. Kurz vorm Wechsel flankte Dani Olmo butterzart auf Angeliños Kopf - 1:0. Ein Traumtor von Yussuf Poulsen schraubte den 2:0-Deckel drauf - und leitete den Sinkflug der Puppenkiste ein.

Schweden-Comeback in Ungarn

Apropos Angeliño: Es existieren unterschiedliche Zeit-Achsen in Sachen Kaufoption. War der Spanier schon nach dem RB-Sieg auf Schalke käuflich zu erwerben oder muss RB-Chef Oliver Mintzlaff noch auf's Augsburg-Match warten, um die Option mit Leben zu füllen? Für Nagelmann ist unstrittig: „Wir werden Angel kaufen.“ 20 Millionen Euro wandern auf's Konto von Manchester City. Wie man nicht erst seit heute weiß: ein Schnäppchen.

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Schweden-Comeback: Emil Forsberg soll beim Champions-League-Knüller am Dienstag, 21 Uhr, in Budapest gegen Liverpool wieder mitmischen. Der Umzug an die Donau bereitet Forsbergs Chef Nagelsmann keine schlaflosen Nächte. „Ich bin sehr froh, dass wir spielen dürfen. Es ist kein Zeitpunkt, sich über irgendetwas zu beschweren.“ Große Worte. Gelassen ausgesprochen.