21. Januar 2020 / 10:10 Uhr

RB Leipzig: Gierige Blicke auf Werner, Klostermann, Upamecano & Co.

RB Leipzig: Gierige Blicke auf Werner, Klostermann, Upamecano & Co.

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Die immer mehr auftrumpfenden Konrad Laimer, Christopher Nkunku, Dayot Upamecano, Yussuf Poulsen und Lukas Klostermann (von links) bejubeln ein Tor.
Die immer mehr auftrumpfenden Konrad Laimer, Christopher Nkunku, Dayot Upamecano, Yussuf Poulsen und Lukas Klostermann (von links) bejubeln ein Tor. © dpa
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Noch gilt für die Konkurrenz: Nur gucken, nicht anfassen. Es gilt allerdings als unwahrscheinlich, dass RB Leipzig im kommenden Sommer alle Asse halten kann.

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Leipzig. Der Fluch guter RB-Taten zeigt sich unter anderem darin, dass andere Clubs ran wollen ans Leipziger Tafelsilber. Zuvorderst, na klar, wollen sie ran an Tormaschine Timo Werner. Stand der Dinge: Es gibt keinen neuen. Der 23-jährige Schwabe spielt seine vierte und beste Saison für RB Leipzig, ist qua Vertragsverlängerung bis 2023 ein gemachter Mann und hat sich von seinem väterlichen Freund und Berater Karlheinz Förster, 61, ein Ausstiegsszenario in das Arbeitspapier zaubern lassen.

Für die Summe X könnte Werner gehen, wenn er wöllte. Zum Kreis der infrage kommenden Clubs gehören weder der VfB Stuttgart noch Borussia Dortmund und auch nicht die Bayern. Dass sich Werner in seiner knapp bemessenen Freizeit gerüchteweise der spanischen Sprache nähert, kann alles und nichts bedeuten. Liverpool und Chelsea sind bekannt für ganz wunderbare spanische Restaurants, in denen man es ganz wunderbar findet, wenn sich der Gast auf Spanisch vorstellt. Me llamo Timo. Ich bin der Timo.

DURCHKLICKEN: Timo Werner bei RB Leipzig

2016 Juli: Werner beim Training (@GEPA Pictures) Zur Galerie
2016 Juli: Werner beim Training (@GEPA Pictures) ©

Auch in Madrid gibt es spanische Restaurants. Und in Paris ebenfalls. Aber das wirklich nur der Vollständigkeit halber. Es ist übrigens nicht ausgeschlossen, dass Werner noch ein Jährchen in Leipzig dranhängt. Hier liegt man ihm zu Füßen. Hier spielt der Mann, der alles andere als ein Trainingsweltmeister ist, immer. Und eine kongeniale Mischung aus Sächsisch und Schwäbisch hört sich schon auch ein kleines bisschen spanisch an.

Auch Klostermann und Upamecano begehrt

Ganz oben auf dem Einkaufszettel diverser Clubs steht auch Lukas Klostermann. Dortmund scheidet bei allem Respekt vor dem 1909 gegründeten Club als logischer nächster Karriereschritt aus. Die Bayern würden da schon eher passen. Wobei man sich den erdverbundenen Nationalspieler, 23, schwerlich beim FC Hollywood vorstellen kann. Wo Eheversprechen den Charakter von groben Empfehlungen haben und Maßkrüge Bier gestemmt werden. Lederbehost.

Weil RB-Sportdirektor Markus Krösche, 39, selbst beim Abendessen im Da Vito in der Nonnenstraße nur ans eine denkt (Gefügigmachung des Lukas K.), wird er Mittel und Wege finden, diesen an RB zu binden.

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Dayot Upamecano? Ja, bester Abwehrspieler der Bundesliga. Man kann nur hoffen, dass die Großkopferten des europäischen Fußballs Tomaten auf den Augen haben. Falls nicht, ist es gut möglich, dass der 21-Jährige nach Naby Keita, 24, der zweite Mega-Transfer wird.

Dass RB Leipzig im Sommer alle Asse halten kann, ist unwahrscheinlich. Und weil das so und nicht anders ist, wäre eine zeitnahe Gesundung von Ibrahima Konaté wünschenswert. Der 20-jährige Innenverteidiger fehlt seit der 0:2-Niederlage gegen Olympique Lyon vom 2. Oktober. Die anfängliche Diagnose, Muskelfaserriss im rechten Hüftbeuger, musste nach weiteren Untersuchungen einer anderen Erkenntnis weichen. Der 1,93-Meter-Hüne hatte sich eine Sehnen-Blessur zugezogen. Und weil Sehnen nicht beziehungsweise kaum durchblutet sind, dauert es ewig, bis wieder Leben in dem Teil ist. Jetzt soll immerhin der Wiedereinstieg ins Mannschaftstraining bevorstehen.

Als Konaté stündlich besser wurde

Als Ibrahima Konaté 2017 vom Zweitligisten FC Sochaux ablösefrei zu RB Leipzig stieß, war er zarte 18, kannte ihn kein Mensch, war er den für französische Erstligisten spähenden Talente-Scouts irgendwie durch die Lappen gegangen. Am 9. September 2017 streifte Konaté erstmals das RB-Trikot über. Beim 0:0 gegen Dynamo Dresden. Vor 112 Zuschauern. In der A-Junioren-Bundesliga. Das Ganze hatte noch etwas vom Storch im Salat, sollte sich aber schnell in die richtige Richtung entwickeln. Konatés Bundesliga-Debüt stieg beim 2:1-Sieg in Köln am 1. Oktober 2017. Danach wurde er stündlich besser und irgendwann unverzichtbar. Lohn: Vor einem Jahr verlängerte Sportdirektor Ralf Rangnick, 61, Konatés Vertrag bis ins Jahr 2024. Mit viel besseren Bezügen als anfänglich – der Franzose startete mit einem 600 000-Euro-Jahresgehalt – und ohne Ausstiegsklausel. Kann man so machen.