20. Februar 2020 / 07:56 Uhr

RB Leipzig hält mit Abwehrchef Ethan Ampadu die Null in Tottenham

RB Leipzig hält mit Abwehrchef Ethan Ampadu die Null in Tottenham

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
LONDON, ENGLAND - FEBRUARY 19: Steven Bergwijn of Tottenham Hotspur and Ethan Ampadu of RB Leipzig  during the UEFA Champions League round of 16 first leg match between Tottenham Hotspur and RB Leipzig at Tottenham Hotspur Stadium on February 19, 2020 in London, United Kingdom. (Photo by Laurence Griffiths/Getty Images)
Einsatz in der Champions League: Dass Abwehrchef Ethan Ampadu gegen Tottenham Hotspur von Beginn an spielen durfte, hatte der Aushilfsabwehrchef erst in der Kabine erfahren. © Getty Images
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Mit der Hereinnahme von Ethan Ampadu sorgte RB-Coach Julian Nagelsmann beim 1:0-Sieg gegen Tottenham Hotspur für eine kleine Überraschung. Sein Vertrauen in den 19-Jährigen wurde belohnt, der Aushilfsabwehrchef empfahl sich mit viel Energie und Abgeklärtheit für weitere Einsätze in der Startelf.

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Von Krämpfen geplagt legte sich Ethan Ampadu nach dem Schlusspfiff in der 96. Minute auf den Rasen des Tottenham Hotspurs Stadiums und griff sich an seine Oberschenkel. Soeben hatte der 19-Jährige als letzter Mann gegen Steven Bergwijn ein Sprintduell gewonnen und das mögliche 1:1 im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinales in London vereitelt. Schlusspfiff, durch einen Elfer von Timo Werner (58.) 1:0 (0:0) gewonnen, Leipziger Glückseligkeit – auch dank des unermüdlichen Einsatzes von Ampadu.

Nagelsman sorgt für Überraschung

Mit der Hereinnahme des Teenagers hatte Coach Julian Nagelsmann für eine kleine Überraschung gesorgt. Der 19 Jahre alte Waliser, der in seinen bisher sechs Saisoneinsätzen nur einmal mehr als eine Halbzeit spielen durfte, lief in der Dreierkette neben Lukas Klostermann und Marcel Halstenberg für den gesperrten Dayot Upamecano als Abwehrchef auf. Eine durchaus mutige Entscheidung. „Ethan hat ein herausragendes Spiel gemacht, was nicht so einfach in seiner Situation war“, gab Nagelsmann zu. „Er hat dem Spiel angemessen performt. Ihn will ich mal herausheben, weil Lukas Klostermann und Marcel Halstenberg das seit Wochen gut machen.“

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Das war ganz stark: RB Leipzig hat sich durch einen 1:0-Auswärtserfolg bei den Tottenham Hotspur eine hervorragende Ausgangsposition für das Rückspiel verschafft. Zur Galerie
Das war ganz stark: RB Leipzig hat sich durch einen 1:0-Auswärtserfolg bei den Tottenham Hotspur eine hervorragende Ausgangsposition für das Rückspiel verschafft. ©

Gulacsi freut sich für Ampadu

Ethan Kwame Colm Raymond Ampadu, so sein vollständiger Name, machte mit dem Anpfiff einen engagierten Eindruck, gab seinen Kollegen Handzeichen, wollte seinen Coach unbedingt von sich überzeugen. In der 20. Minute sah der neunfache Walisische Nationalspieler allerdings nicht gut aus, als er bei einem langen Ball auf Lucas Moura den Kopf wegzog. Der Spurs-Angreifer konnte das Spielgerät dank des beherzten Eingreifens von Halstenberg nicht kontrollieren. Das sollte Ampadus einzige wirklich schwache Szene bleiben. In der Offensive setzte der Leihspieler vom FC Chelsea Akzente, zum Beispiel bei einem schönen Diagonalpass auf Angelino (13.). „Ich finde Ethan hat ein überragendes Spiel gemacht. Er war mit dem Ball sehr stark, hat sehr gute Diagonalbälle geschlagen und auch in der Verteidigung extrem stabil gespielt“, lobte Torwart Peter Gulacsi seinen Vordermann. „Ich freue mich sehr, der ist ein super super Junge. Der hat es sich verdient, auf so einer großen Bühne so ein Spiel zu machen.“ Die Qualität zeigte sich auch in Zahlen: In der ersten Halbzeit hatte der 1,82-Meter-Mann die meisten Ballkontakte und die meisten angekommenen Pässe aller 22 Spieler zu verzeichnen. Und eine überragende Passquote von 96 Prozent.

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Nagelsmann: „Sei nicht nervös“

Dass er von Beginn an durfte, hatte Ampadu erst in der Kabine erfahren. „Der Trainer hat vor dem Spiel gesagt: Sei einfach du selbst, sei nicht nervös, helfe dem Team dabei aktiv zu sein. Ich hoffe, das habe ich getan“, sagte er nach dem Schlusspfiff. „Für Spiele wie dieses trainiert man als Fußballer Tag für Tag.“

Neben seiner Rettungstat in der letzten Minute klärte Ampadu schon zuvor (74. gegen Bergwijn/93. gegen Moura) zwei bedrohliche Situationen souverän. Und das in einem K.o.-Spiel vor einer beeindruckenden und lautstarken Kulisse von mehr als 60.000 Fans. Ob er nach seiner Leistung nun häufiger von Beginn an auflaufen wird? Immerhin ist die RB-Hintermannschaft durch die Ausfälle von Willy Orban und Ibrahima Konaté weiterhin arg ausgedünnt. „Ich weiß nicht, was das Spiel für die nächsten Wochen bedeutet“, sagte der 19-Jährige zurückhaltend. „Ich werde weiter hart trainieren. Ich darf nichts für gegeben nehmen“. Worte, die Julian Nagelsmann gefallen haben dürften. Gut möglich, dass Ethan Ampadu schon am Samstag (18.30 Uhr) beim FC Schalke 04 seine nächste Chance erhält. Nach der Schulterblessur von Konrad Laimer könnte für den Defensivallrounder vor der Abwehrkette ein Platz frei werden.

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