20. April 2021 / 09:30 Uhr

RB Leipzig hat 0:0 gegen Köln nicht vergessen: „Wollen uns die Punkte wieder holen“

RB Leipzig hat 0:0 gegen Köln nicht vergessen: „Wollen uns die Punkte wieder holen“

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Im Hinspiel lieferten sich RB Leipzig und Köln einen Abnutzungskampf. Der Effzeh feierte das torlose Unentschieden anschließend wie einen Sieg.
Im Hinspiel lieferten sich RB Leipzig und Köln einen Abnutzungskampf. Der Effzeh feierte das torlose Unentschieden anschließend wie einen Sieg. © Getty Images
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Der nächste Gegner der Leipziger durchläuft aktuell eine schwierige Phase. Mit dem neuen Trainer Friedhelm Funkel wollte der 1. FC Köln eigentlich eine Wende einleiten. Der Einstand ging daneben. Nun kommen Julian Nagelsmann und RB Leipzig. Das klare Ziel des Bundesliga-Zweiten: eine Entwicklung wie im Hinspiel vermeiden, wo am Ende lediglich ein 0:0 zu Buche stand.

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Köln/Leipzig. Am Montagabend twitterte RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann, dass er und seine Mannschaft in der Domstadt angekommen seien. Beim 1. FC Köln (Dienstag, 18.30 Uhr/Sky) wollen die Roten Bullen (natürlich) gewinnen. Der Coach verspricht: „Wir geben Gas für die drei Punkte.“ Nach dem 0:0-Unentschieden gegen Hoffenheim am Freitag wäre ein Sieg nötig, um ein Zeichen zu setzen. Und um die Champions-League-Teilnahme endgültig abzusichern. Mit einem Dreier hätten die Sachsen mindestens zwölf Punkte Vorsprung vor der fünftplatzierten Borussia aus Dortmund. Vier Spieltage vor Saisonende gäbe es dann nur noch die theoretische Möglichkeit, dass RB nicht einen der ersten vier Plätze belegt.

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Starke Auswärtsbilanz spricht für Leipziger Sieg

In Sachen Titel sind die Aussichten weit weniger rosig, auch wenn Leipzigs 33-jähriger Cheftrainer in Sachen Meisterschaftschance das Wörtchen "nichtig" nicht in den Mund nehmen wollte. „Klein, aber noch vorhanden“, sagte er statt dessen. Als Motivationshilfe für seine Jungs braucht er sie indes nicht. Dafür genüge bereits die Aussicht auf die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte.

DURCHKLICKEN: Bilder vom Spiel gegen Köln

Erster Punktverlust für RB Leipzig in der heimischen Red Bull Arena: Gegen den 1. FC Köln kam die Nagelsmann-Elf nicht über ein torloses Unentschieden hinaus. Zur Galerie
Erster Punktverlust für RB Leipzig in der heimischen Red Bull Arena: Gegen den 1. FC Köln kam die Nagelsmann-Elf nicht über ein torloses Unentschieden hinaus. ©

In den letzten drei Heimspielen haben die Roten Bullen zwei Punkte geholt, also keines davon gewonnen. Da passt es ganz gut, dass sie am Dienstag auf gegnerischem Platz ran müssen. Denn die Auswärtsbilanz sieht deutlich besser aus: Die vergangenen fünf Partien in der Ferne gewannen die Messestädter allesamt, und zwar fast immer sehr deutlich. Bis auf das Spiel bei Arminia Bielefeld (1:0) standen immer drei Tore plus für RB Leipzig auf der Anzeigetafel. Die Begegnung mit den Kölnern könnte Auswärtssieg Nummer sechs in Folge bringen.

Bloß nicht wieder ein Remis

Dazu kommt: Die Kölner Heimbilanz ist nicht optimal. Von sieben Heimspielen anno 2021 hat der Effzeh nur eines gewonnen, zweimal unentschieden gespielt. Insgesamt konnten sie aus ihren zehn letzten Spielen nur eines für sich entscheiden, zwackten dem Gegner noch zweimal einen Punkt ab und verloren die restlichen sieben, zuletzt dreimal in Folge. An der Negativserie konnte auch der neue Trainer Friedhelm Funkel nichts ändern. Bei seinem ersten Spiel als Kölner Coach verloren die Geißböcke mit 0:3 bei Bayer Leverkusen.

„Es ist aus der Sicht des Trainers extrem schwer in der Kürze der Zeit viel zu verändern“, weiß auch Julian Nagelsmann um die Situation, in der sich sein Gegenüber befindet. Trotz der Niederlage des Effzeh, bewertet der Leipziger Trainer den Kölner Auftritt gegen die Werkself positiv. „Ich finde, sie haben es ordentlich gemacht. Wir müssen gut vorbereitet sein.“ Dennoch sei es nicht zu 100 Prozent vorhersehbar, was Funkel noch anpassen wird. „Wir schauen uns das Spiel noch einmal an, entwickeln hoffentlich eine ordentliche Idee und wählen die für diesen Spieltag besten Spieler aus“, so Nagelsmann.

Im Hinterkopf hat der Coach sicher noch das Hinspiel. Da waren die Voraussetzungen ähnlich, seine Elf hoch favorisiert und deutlich überlegen. Dennoch trennten sich beide Teams in der Red-Bull-Arena lediglich 0:0. „Am Ende des Tages war es für uns zu wenig. Die Punkte, die wir damals liegen gelassen haben, wollen wir uns jetzt gerne wieder holen“, kündigte der Bullen-Coach an.

Sørloth "positiv aggressiv"

Zu den Spieler, die Nagelsmann am Dienstagabend auf's Feld schickt, dürfte auch Alexander Sørloth sein. Der hatte es beim Spiel gegen die TSG nicht in die Startelf geschafft und in seinem knapp halbstündigen Einsatz später keinen Einfluss mehr auf das Ergebnis nehmen können. Nach seiner Einwechslung brachte der Norweger aber auf jeden Fall mehr Power in die Partie. Im Nachgang erklärte der Coach ein: „Ich kann verstehen, dass die Fans meine Entscheidung, ihn gegen Hoffenheim nicht spielen zu lassen, kritisch gesehen haben. Als Außenstehender kann man nicht hundertprozentig bewerten, warum ich ihn nicht spielen lassen habe. Schließlich hat er zweimal getroffen und ich sage doch immer, dass wir mehr Tore brauchen“, räumte der Coach ein und schmunzelte dabei.

Deshalb plane er grundsätzlich, dass Sørloth wieder spielt. Am Sonntag sei der Stürmer im Wettkampfersatztraining „positiv aggressiv“ gewesen, berichtete Nagelsmann. „Er war sehr gewillt. Man hat gemerkt, dass er sauer und total unzufrieden ist, dass er nicht gespielt hat. Das ist eine Reaktion, die ich mir erhoffe.“ Dabei sei er weder unfair noch schnippisch gewesen. „Er hat einfach gemerkt, dass er eine gute, gesunde Grundaggressivität hat, die er am Dienstag gerne um 18.30 Uhr bis 20.18 Uhr und 34 Sekunden auch auf dem Acker bringen kann.“

Eher weniger begeistert war der Bullen-Coach hingegen vom ersten Einsatz seines Allrounders Angelino, der nach knapp sechswöchiger Pause gegen die TSG zum ersten Mal wieder auf dem Rasen stand. „Er kann eigentlich besser spielen. Aber das ist normal, das soll jetzt kein Vorwurf sein. Er war lange Zeit weg. Es war ein kleines Risiko von mir, ihn spielen zu lassen, in der Hoffnung, dass offensiv viel Power aus der letzten Linie kommt.“ Da das nicht der Fall gewesen sei, habe sich Nagelsmann dazu entschieden, den Spanier zur Halbzeit auszuwechseln. Ob es für einen Einsatz gegen Köln reicht, bleibt noch abzuwarten.