13. Januar 2020 / 14:50 Uhr

RB Leipzig in der Auswärtstabelle schon jetzt meisterlich

RB Leipzig in der Auswärtstabelle schon jetzt meisterlich

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
Auswärts jubelte RB Leipzig besonders häufig.
Auswärts jubelte RB Leipzig besonders häufig. © Getty
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Mit einer Ausbeute von 37 Punkten hätte RB Leipzig zuletzt vor zehn Jahren Herbstmeister werden können. Dafür zeigt sich die Nagelsmann-Elf trotz einer leichten Heimschwäche auf dem gegnerischen Platz deutlich stärker als die Konkurrenz. Und auch vor dem Tor agiert RBL sehr effizient. 

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Leipzig. RB Leipzig konnte vor allem dank seiner Auswärtsstärke die Herbstmeisterschaft in der Fußball-Bundesliga feiern. Mit sechs Siegen, zwei Unentschieden und einer Niederlage liegen die Sachsen mit 20 Punkten in der Gastspiel-Bilanz deutlich vor Bayer Leverkusen (15) und dem FC Bayern (14). Beim Blick auf die Heimbilanz offenbart sich mit 17 Punkten (fünf Siege/zwei Unentschieden/eine Niederlage) und Platz vier eine aktuell noch nicht meisterliche Ausbeute. Hier führt Borussia Mönchengladbach (22 Punkte) das Feld vor den Bayern (19) und Borussia Dortmund (18) an.

Der aktuelle Tabellenführer wird nach 34 Spieltagen wohl nur dann die erste Meisterschale der Clubgeschichte in die Höhe hieven können, wenn er sich in der Red Bull Arena steigern kann. Die erste Möglichkeit für einen Dreier in diesem Jahr bietet sich am Samstag (18.30 Uhr) gegen Aufsteiger Union Berlin.

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Herbstmeisterschaft mit weniger als 37 Punkten zuletzt vor zehn Jahren

Eine Herbstmeisterschaft mit nur 37 Zählern ist ohnehin eine Anomalie – zumindest in der letzten Dekade. Im Vorjahr hätte diese Bilanz nur ganz knapp zu Rang zwei vor dem FC Bayern (36) gereicht. Vorne lag vor der Winterpause Borussia Dortmund mit 42 Punkten. Man muss sogar bis zur Saison 2009/10 zurückblicken, bis nach dem 17. Spieltag Platz eins mit 37 Punkten möglich gewesen wäre. Damals sicherte sich Bayer Leverkusen – mit den blutjungen Toni Kroos und Kevin Kampl im Kader – mit 35 Zählern knapp vor Schalke und dem FCB den inoffiziellen Herbstmeister-Titel.

In den Spielzeiten 2017/18 (Bayern/41 Punkte), 2016/17 (Bayern/42), 2015/16 (Bayern/46), 2014/15 (Bayern/45), 2013/14 (Bayern/47), 2012/13 (Bayern/42), 2011/12 (Bayern/37), 2010/11 (BVB/43) hätte es für RBL nicht für den Platz an der Sonne gereicht – 2011/12 allerdings nur wegen der schlechteren Tordifferenz. Insofern profitiert der Tabellenführer aktuell tatsächlich auch von der Schwäche der Konkurrenz, insbesondere des FC Bayern.

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<b>Peter Gulacsi:</b> Zwei Fehler in der gesamten Vorrunde - kann man so machen. Stabil hoch drei, der hoch sympathische Ungar. Bleibt für immer. <b>Note 2.</b> Zur Galerie
Peter Gulacsi: Zwei Fehler in der gesamten Vorrunde - kann man so machen. Stabil hoch drei, der hoch sympathische Ungar. Bleibt für immer. Note 2. ©

Die beste Hinrunde in den bisherigen vier Erstliga-Jahren spielte der Brauseclub übrigens 2016/17, als nach 17 Spieltagen 39 Zähler auf der Habenseite standen. In den letzten beiden Jahren lagen mit 31 bzw. 28 deutlich weniger Punkte unter dem Weihnachtsbaum.

Höhere Schuss-Effizienz als die Konkurrenz

Bei der Ausbeute vor dem gegnerischen Tor ist die Mannschaft vor allem dank Timo Werners 18 Treffern hingegen nach 17 Spieltagen besser denn je unterwegs. 48 Buden bedeuten ein sattes Plus von 18 gegenüber 2018/19. Das hat auch mit der guten Verwertung von Torgelegengeiten zu tun. Trainer Julian Nagelsmann sprach zwar nach dem Trainingsauftakt vergangene Woche über Verbesserungs-potenziale vor dem gegnerischen Tor – gerade bei der Verwertung von Großchancen. Die allgemeine Chancen-Statistik (in der Großchancen nicht separat aufgeführt werden) spiegelt das indes nur bedingt wider.

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Julian Nagelsmann strafte seine Zweifler bereits am ersten Spieltag mit einem 4:0 in der hitzigen Atmosphäre bei Aufsteiger Union Berlin Lügen und setzte ein deutliches Zeichen an die Konkurrenz. Die angestrebte Mischung aus RB-DNA und Nagelsmann Offensivfußball griff schon überraschend gut ineinander und die Ergebnisse stimmten auf Anhieb.
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Julian Nagelsmann strafte seine Zweifler bereits am ersten Spieltag mit einem 4:0 in der hitzigen Atmosphäre bei Aufsteiger Union Berlin Lügen und setzte ein deutliches Zeichen an die Konkurrenz. Die angestrebte Mischung aus RB-DNA und Nagelsmann Offensivfußball griff schon überraschend gut ineinander und die Ergebnisse stimmten auf Anhieb. © GEPA Pictures

Das Team lag laut dem Online-Portal „bundesliga.com“ mit 277 Torschüssen auf Platz drei der Bundesliga. Die Nagelsmann-Elf benötigte im Durchschnitt 5,77 Torschüsse, bis sie das Runde ins Eckige beförderte. Ähnlich effizient agiert Borussia Dortmund (5,83). Die anderen Teams aus den Top Fünf spielten ineffizienter als die Rasenballer und der BVB: Bayern München (6,87), FC Schalke 04 (6,97) und Borussia Mönchengladbach (7,0).

Eines der fairsten Teams der Liga

Die RB-Kicker gehören zudem zu den Duracell-Häschen der Bundesliga. Bei der Laufleistung kam Leipzig mit insgesamt 2009,4 Kilometern auf den vierten Platz. „Fauler“ zeigten sich etwa die Bayern-Profis mit 1954,5 Kilometern (Platz 10). Bei der Passquote lag der Herbstmeister mit 85 Prozent und Platz vier ebenfalls in der Spitzengruppe des Oberhauses.

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Bleibt der Blick auf die FairPlay-Tabelle. Dort rangierte Leipzig trotz seines oft agressiven Gegenpressings mit 22 gelben und einer gelbroten Karte auf Platz zwei (25 Punkte) hinter Borussia Dortmund (14 Gelbe/1 GR/17 Punkte). Die Jungs spielen einfach clever. Dahinter folgen der SC Freiburg (26 Punkte) und die TSG Hoffenheim (30). Die Meisterschaftskonkurrenten Mönchengladbach (38 Punkte) und Bayern München (41 Punkte) lagen auf Platz zehn bzw. zwölf. Im Vorjahr war Leipzig mit 65 Punkten (60-mal Gelb, einmal Rot) zu Saisonende auf dem zehnten Rang der Fairness-Wertung gelandet und hatte ligaweit die fünfmeisten Verwarnungen kassiert.

Aber genug der Zahlen. Am Ende zählt ohnehin nur eine Statistik – wer nach 34 Spieltagen auf Platz eins der Bundesliga-Tabelle steht.