14. April 2022 / 20:47 Uhr

RB Leipzig in der Einzelkritik: Die Noten zum 2:0 in Bergamo

RB Leipzig in der Einzelkritik: Die Noten zum 2:0 in Bergamo

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Christopher Nkunku sieht dem Ball nach. Soeben hat er das 1:0 für RB erzielt.
Christopher Nkunku sieht dem Ball nach. Soeben hat er das 1:0 für RB erzielt. © dpa
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RB Leipzigs Europa-Reise geht weiter. Zweimal trifft Christopher Nkunku im Viertelfinal-Rückspiel bei Atalanta Bergamo, schießt die Sachsen so ins Halbfinale der Europa League. Guido Schäfer hat die Leistung des Bundesligisten unter die Lupe genommen und Noten verteilt.

Bergamo. Der historische Schritt ist geschafft! RB Leipzig steht zum ersten Mal in seiner noch jungen Geschichte im Halbfinale der Europa League. Der Bundesligist setzte sich am Donnerstagabend in einem intensiven und zum Ende hin immer hitziger geführten Spiel bei Atalanta Bergamo mit 2:0 (1:0) durch. Nach dem 1:1 im ersten Duell vor einer Woche reichte das zum Einzug in die Runde der letzten Vier. Dort treffen die Sachsen auf die Glasgow Rangers oder Sporting Braga Hinspiel (0:1). Beide Teams treffen ab 21 Uhr am Abend aufeinander.

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Domenico Tedesco veränderte die Startelf im Vergleich zum Hinspiel vor einer Woche nur auf einer Position. Statt Lukas Klostermann begann Mohamed Simakan in der Dreierkette. Die hatte nach dem Anpfiff zunächst einen knapp zehnminütigen Sturmlauf der Hausherren zu überstehen. Atalanta machte Druck, Davide Zappacosta vergab die erste Chance der Partie aus spitzem Winkel (6.). Danach bekam RB allmählich mehr Zugriff, mehr Ballbesitz und schaltete immer mal wieder blitzschnell um. In der 18. Minute erlief sich Konrad Laimer einen langen Ball, spurtete mit dem Leder am Fuß unnachahmlich in den Strafraum, passte zu Christopher Nkunku - und die Leipziger führten 1:0. Mit dem Vorteil im Rücken standen die Sachsen defensiv sicher, stellten die Hausherren unaufgeregt zu, verhinderten immer wieder Anspiele auf Bergamos einzige Spitze, Duvan Zapata. Gefährlich blieb auch Ruslan Malinovskyi, der es immer wieder aus der Distanz versuchte. Gänzlich zufrieden sein, konnte RB dennoch nicht. "Wir müssen die Bälle vorn besser halten", meinte Leipzigs Technischer Direktor, Christopher Vivell, in der Pause.

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LVZ-Chefreporter Guido Schäfer war in Bergamo live vor Ort und hat sich die Leistung der RB-Elf genau angeschaut. Zur Galerie
LVZ-Chefreporter Guido Schäfer war in Bergamo live vor Ort und hat sich die Leistung der RB-Elf genau angeschaut. ©

Beide Trainer verzichteten zu Beginn der zweiten Hälfte auf Wechsel. Die fing im Grunde an wie die erste: mit offensiven Hausherren. Die hatten in der 49. und 50. Minute gleich zweimal aus guter Position die Chance auf den Ausgleich per Freistoß. Beim zweiten sprang das Leder Dani Olmo an den Arm. Schiri Antonio Mateu Lahoz verweigerte einen Strafstoß, der VAR bestätigte die Entscheidung nach minutenlanger Unterbrechung. Im Gegenzug verpasste Laimer das 2:0, nachdem Atalanta-Keeper Juan Musso sich bei der Hereingabe von Nkunku verschätzt hatte (55.). Dann war es soweit: Gian Piero Gasperini brachte Luis Muriel, den Torschützen aus dem Hinspiel. Der Kolumbianer sorgte unmittelbar für Bewegung und Gefahr. Die Gastgeber erhöhten den Druck nun immer weiter. Die Partie wurde hitziger, hektischer. Auf beiden Seiten häuften sich die Ballverluste. Doch durch die nun immer verzweifeltere Offensive der Italiener ergaben sich Räume für RB. Als der eingewechselte Yussuf Poulsen in der 87. Minute Nkunku bediente und der Franzose an Musso vorbeiziehen wollte, erwischte der Torhüter seinen Gegenspieler. Lahoz zeigte auf den Punkt. Nkunku trat selbst an - und traf zum zweiten und entscheidenden Mal. 2:0. Halbfinale!