05. Mai 2022 / 23:12 Uhr

RB Leipzig in der Einzelkritik: Die Noten zum Halbfinal-Aus bei den Rangers

RB Leipzig in der Einzelkritik: Die Noten zum Halbfinal-Aus bei den Rangers

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Glasgows James Tavernier (M) erzielt das Tor zum 1:0.
Glasgows James Tavernier (M) erzielt das Tor zum 1:0. © dpa
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Die Chance auf das erste Europacup-Finale der Clubgeschichte war zum Greifen nah. Doch RB Leipzig lässt sich von der Wucht der Rangers beeindrucken - und scheitert bei den Glasgow Rangers 1:3 (0:2). Guido Schäfer hat die Leistung der RB-Elf, die vor allem in Halbzeit eins zu wünschen übrig ließ, unter die Lupe genommen und Noten verteilt.

Glasgow. Schluss! Aus! Vorbei! RB Leipzigs Traum vom Finale der Europa League endet in Schottland, genauer gesagt im Stadion der Glasgow Rangers. Die feierten einen umjubelten 3:1-Sieg (2:0), machten damit den 1:0-Erfolg des Bundesligisten aus der Vorwoche mehr als wett. Damit sind es "The Gers", die am 18. Mai in Sevilla um die Europa-League-Trophäe kämpfen. RB hat an diesem Abend ungewollt frei. Und das gemessen am Spielverlauf am Donnerstagabend völlig zu Recht.

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„Alle Spieler, wissen, was uns hier erwartet. Die Fans sind gigantisch hier. Darauf freuen wir uns“, sagte Coach Domenico Tedesco vor dem Anpfiff. Von der Freude, vor allem der Spielfreude der Leipziger war dann aber in den ersten 45 Minuten - mal wieder - nichts zu sehen. Zwar kam das Team ordentlich in die Partie, entwickelten aber erneut wenig Offensivgefahr. Die Rangers dagegen machten, was sie angekündigt hatten. Getragen von den 50.000 Fans, die das Ibrox-Stadium in ein tosendes Tollhaus verwandelten, liefen ihre Gäste hoch an, spielten schnelle Bälle - und gewannen Zweikampf um Zweikampf. Ihre erste Chance brachte die Führung: Kapitän James Tavernier verwertete einen Pass von Ryan Kent (19.). RB versuchte weiterzumachen, kassierte unmittelbar den nächsten Schlag. Glen Kamara nutzte eine Schlafeinlage der Leipziger Defensive, schon stand es 2:0 für die Hausherren (24.). Die Riesenchance auf das 3:0 vergab Joe Aribo (29.). Die Tedesco-Elf hatte zwar beinahe schon ungewohnt reichlich Räume, war aber dennoch irgendwie abgemeldet, wirkte nach diesen Wirkungstreffern zahnlos, produzierte Fehlpass um Fehlpass, ließ sich in Zweikämpfe verwickeln - ohne eine reelle Chance zu haben, diese zu gewinnen. Zur Pause wirkte ein mögliches Finale weit weit weg.

DURCHKLICKEN: Die RB-Elf in der Einzelkritik

(1) Peter Gulacsi: Bei den Gegentoren absolut machtlos, ansonsten nicht oft geprüft. Kein schöner Arbeitstag für einen Torhüter. Note 3.  Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Bei den Gegentoren absolut machtlos, ansonsten nicht oft geprüft. Kein schöner Arbeitstag für einen Torhüter. Note 3.  ©

Tedesco verzichtete zunächst auf Wechsel. Seine Elf machte da weiter, wo sie aufgehört hatte, entwickelte kaum Offensivgefahr. Es fehlte an Präzision. Die Rangers hingegen zogen sich etwas weiter zurück. Mit dem 2:0 im Rücken und einem Bein im Finale eine durchaus erwartbare Reaktion. Nach 61 Minuten brachte der RB-Coach dann doch Dominik Szoboszlai für den zum wiederholten Mal in den vergangenen Wochen deutlich hinter den Erwartungen gebliebenen Dani Olmo. Der Ungar stand gefühlt kaum auf dem Platz, da vergab Konrad Laimer zunächst allein gegen Keeper Allan McGregor. Christopher Nkunku machte es unmittelbar im Anschluss besser, traf nach Flane von Angelino - und hauchte den Sachsen wie aus dem Nichts Leben ein (70.). Sowohl Yussuf Poulsen als auch Benjamin Henrichs hatten in der Folge das 2:2 und damit das Finale auf dem Fuß. Aber eben nur hatten. Denn der entscheidende Treffer fiel auf der Gegenseite, wo zwischenzeitlich die Kräfte etwas zu erlahmen schienen. John Lundstram machte alles klar für die Rangers (81.), nachdem Josko Gvardiol eine ersten Versuch von Kent zunächst noch auf der Linie geklärt hatte.