01. Dezember 2019 / 09:54 Uhr

RB Leipzig in der Zwickmühle zwischen Erfolgswelle und Belastungsgrenze

RB Leipzig in der Zwickmühle zwischen Erfolgswelle und Belastungsgrenze

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
RB-Spieler bejubeln ihren Treffer. 
RB-Spieler bejubeln ihren Treffer.  © gepa
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RB Leipzig hat der eigenen Erschöpfung mit dem knappen 3:2-Sieg gegen den SC Paderborn nochmal ein Schnippchen geschlagen. Trotzdem wurde deutlich, welchen Preis die Roten Bullen für die aktuelle Erfolgswelle zahlen.

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Leipzig. Ein wenig fühlte sich der fußballinteressierte Zuschauer am Samstagabend an den vergangenen Spieltag erinnert. Erneut schoss eine Mannschaft vor der Halbzeit drei Tore, erneut geriet in Halbzeit zwei die bis dato ebenso souverän auftretende wie führende Mannschaft ins Wanken. Wichtiger Unterschied zum Spiel Dortmund gegen Paderborn: Diesmal bließen die Ostwestfalen zur Aufholjagd, drohte RB Leipzig den sicher geglaubten Sieg zu verspielen.

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Charaktertest bestanden: RB Leipzig hat die Auswärtspartie beim SC Paderborn mit 3:2 gewonnen . Zur Galerie
Charaktertest bestanden: RB Leipzig hat die Auswärtspartie beim SC Paderborn mit 3:2 gewonnen . ©
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Dabei hatte für die Roten Bullen alles so gut angefangen: Neuzugang Patrik Schick traf bereits nach drei Minuten sehenswert. "Ich bin sehr froh über das Tor, aber noch mehr freue ich mich über den wichtigen Sieg. Wir haben schnelle Tore geschossen und hatten alles unter Kontrolle", zeigte sich der junge Tscheche zufrieden und holte sich für seinen gelungenen Auftritt auch von Trainer Julian Nagelsmann ein Sonderlob ab: "Man hat in den Phasen, wo er 100 Prozent fit und frisch war gesehen, dass er ein herausragender Spieler ist. Das war seine erste Ballberührung in diesem Spiel. In der zweiten Halbzeit hat er körperlich abgebaut, was auch normal ist, weil er nicht den Trainingsrhythmus hat wie andere. Da hat er auch weniger Aktionen gehabt."

Einbruch in Halbzeit zwei

Schick stand damit exemplarisch für die gesamte Mannschaft, die zunächst durch Marcel Sabitzer und etwas später durch Timo Werner mit seinem 13. Treffer im 13. Ligaspiel nachlegte. In der zweiten Halbzeit jedoch ein völlig anderes Bild: Plötzlich gab der SCP den Ton an, trat der Aufsteiger so auf, wie er in den vergangenen Wochen schon so manchen hochgelobten Gegner geärgert hatte: bissig, laufstark mit direkten Zug zum Tor.

DURCHKLICKEN: Die Stimmen zum 3:2-Sieg von RB Leipzig in Paderborn

Yvon Mvogo (RB Leipzig): Die erste Halbzeit war super. Wir haben tolle Tore gemacht. Aber in der zweiten Halbzeit war es zu wenig. Das kann man nach so einer intensiven Woche aber auch verstehen. Nach den Toren haben wir super verteidigt und sind zusammengeblieben. Wir wollten unbedingt gewinnen, um an der Tabellenspitze zu sein. Zur Galerie
Yvon Mvogo (RB Leipzig): "Die erste Halbzeit war super. Wir haben tolle Tore gemacht. Aber in der zweiten Halbzeit war es zu wenig. Das kann man nach so einer intensiven Woche aber auch verstehen. Nach den Toren haben wir super verteidigt und sind zusammengeblieben. Wir wollten unbedingt gewinnen, um an der Tabellenspitze zu sein." ©

RB hatte in dieser Phase nur noch wenig entgegenzusetzen, eine Lage, die sich mit dem Treffer zum 1:3 noch verschlimmerte und spätestens mit dem 2:3-Anschluss zu einem enttäuschenden Ende zu führen drohte. Führungstorschütze Schick hatte keine richtige Erklärung parat: "Ich weiß nicht, was da passiert ist. Ich glaube nicht, dass wir zu sicher waren. Wir wollten mehr Tore schießen, auch um unsere Fans glücklich zu machen. Das Tor von Paderborn hat alles geändert."

Müdigkeit als Problem

Ganz anders Yvon Mvogo, der erneut den mit einer Schädelprellung ausgefallenen Peter Gulacsi ersetzte: "Wir hatten am Mittwoch ein super Erlebnis und wussten genau, dass es heute eine schweres und gefährliches Spiel wird. In der zweiten Halbzeit war es natürlich zu wenig. Aber man kann das schon ein bisschen verstehen. Die meisten waren einfach müde."

DURCHKLICKEN: Die RB-Elf in Paderborn in der Einzelkritik

(28) Yvon Mvogo: Hält, was zu halten ist. Fußballerisch sicherer als mancher seiner Abwehrkollegen. Note 2
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(28) Yvon Mvogo: Hält, was zu halten ist. Fußballerisch sicherer als mancher seiner Abwehrkollegen. Note 2 ©

Auch Diego Demme wollte als Kapitän mit dem Team nicht zu hart ins Gericht gehen: "Wir haben die Paderborner ins Spiel kommen lassen und einen Gang runter geschalten. Dann den Hebel nach den vielen Spielen und der englischen Woche noch mal umzulegen, ist schwer."

Hohe Belastung macht sich bemerkbar

Und tatsächlich wurde in Paderborn besonders deutlich, wie hoch der Preis ist, den die Mannschaft von Julian Nagelsmann für die aktuelle Erfolgswelle zahlt. Das laufintensive, zweikampfbetonte und mental anspruchsvolle System fordert mittlerweile Tribut. Mit Willi Orban, Kevin Kampl und Ibrahima Konaté fallen gleich drei Spieler bis zur Rückrunde aus. Gegen Paderborn fehlten auch Marcel Halstenberg, Emil Forsberg und Yusssuf Poulsen. Ein Großteil der Profis, die aktuell zur Verfügung stehen, hat entweder mehrere englische Wochen oder eine gerade erst ausgeheilte Blessur hinter sich.

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Für den 32-Jährigen Trainer jedoch kein Grund zu Lamentieren: "Die Winterpause sehne ich noch nicht herbei. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Wir wollen die Spiele weiter gut gestalten." Dennoch bestätigte er, dass seiner Mannschaft die bevorstehende "reguläre" Woche, ohne Mittwochs- oder Dienstagsspiel guttun werde: "Es werden zwar nicht allzu viele Spieler zurückkommen. Das ist auch klar. Aber wir haben zumindest die Option, Spieler wie Dayot Upamecano, der nach den letzten herausragenden Partien auf der letzten Rille unterwegs war, ein bisschen mehr Zeit zum Regenerieren zu geben."

Heimspiel gegen Hoffenheim

Fünf Pflichtspiele warten noch bis Weihnachten. Am kommenden Wochenende muss RB zuhause gegen die TSG 1899 Hoffenheim ran. Nagelsmanns Ex-Club hat sich nach einem durchwachsenen Saisonstart gefangen und dürfte die nächste harte Prüfung werden.

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