22. November 2020 / 16:56 Uhr

RB Leipzig in Gesprächstherapie statt im Training

RB Leipzig in Gesprächstherapie statt im Training

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
JNagelsmann
Julian Nagelsmann und RB Leipzig haben intensive Wochen vor sich. © Getty Images
Anzeige

In etwas mehr als vier Wochen muss RB Leipzig zehn Pflichtspiele bestreiten. Die Bundesliga-Partie bei Eintracht Frankfurt war der Auftakt der englischen Wochen bis zum Jahresende. Das Remis gegen die Hessen geht für Julian Nagelsmann auch deshalb in Ordnung, weil der Rhythmus gerade alles andere als einfach ist.

Anzeige

Leipzig. Nach der Bundesliga ist vor der Champions League. Und dazwischen hat RB Leipzig gerade mal genug Zeit, um etwas Luft zu holen. Aus dem Flieger aus Frankfurt nach Hause geht es zum nächsten Flieger in Richtung Paris. Insgesamt zehn Spiele stehen im Kalender der Roten Bullen bis zur einwöchigen Weihnachtspause. Das Spiel gegen Eintracht Frankfurt war der Startschuss der englischen Wochen des Jahres 2020.

Anzeige

Das 1:1-Unentschieden gegen die Hessen geht für Trainer Julian Nagelsmann auch deshalb in Ordnung, weil er weiß, was ihm und vor allem seinem Team noch bis zum Heiligen Abend bevorsteht: „Ich versuche einigermaßen schlau zu sein und an nächste Woche zu denken. Bei dem Rhythmus ist es nicht gut, auf Dingen, die nicht so gut funktioniert haben, herumzuhacken.“

DURCHKLICKEN: Einige Bilder zum Spiel

Zähes Unterfangen: RB Leipzig kam beim Eintracht Frankfurt nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Zur Galerie
Zähes Unterfangen: RB Leipzig kam beim Eintracht Frankfurt nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. ©

Der Spielplan aktuell sehe nicht unbedingt prickelnd aus, das Training sei nicht vorhanden. „Training? Ne. Ich glaube, das letzte mal haben wir so richtig vor der Champions League trainiert. Das ist lange her. Jetzt fühlt es sich eher wie Gesprächstherapie als Training an“, so Nagelsmann. Die meisten Spieler befinden sich in der Belastungssteuerung, erklärt er die Lage. Mit denen, die wenig spielen, mache er Wettkampfersatztraining.

Druck liegt bei Paris

Auch einigen anderen Vereinen aus der Bundesliga gehe es ähnlich. Aber: „Dafür machen es die Jungs dieses Jahr außergewöhnlich gut“, zeigt sich der 33-Jährige stolz auf seine Schützlinge. „Sie hören gut zu, versuchen Dinge umzusetzen und geben Gas. Aber es ist nicht so einfach.“ Dennoch sei eine Entwicklung gegenüber der vergangenen Saison deutlich. „Wir sind stabiler im Gegensatz zu letztem Jahr, auch in solchen Spielen, wie das gegen Frankfurt.“ Und das fast ganz ohne Training.


Aber wie gewinnt man denn nun das Königsklassen-Spiel gegen Paris Saint-Germain ohne Training? „Viel über Frische“, sagt der Trainer. „Wir müssen wach sein, gerade wenn Kylian Mbappé und Neymar spielen. Mit ihnen kommen zwei außergewöhnliche Spieler wieder zurück.“ Denn schon am Dienstag steht das Champions-League-Rückspiel gegen die Pariser an. „Die Jungs haben am Sonntag einen Tag zum Durchschnaufen und am Montag geht es wieder in den Flieger“, schildert der Trainer den Ablaufplan der nächsten Tage.

Vorbereitung? Mache er mit seinem Trainerteam, denn die sei immer noch sehr wichtig, um das Spiel gegen den französischen Meister zu gewinnen. Glücklicherweise liege der Druck aber mehr bei den Parisern. Denn das Hinspiel hat RB Leipzig in der heimischen Red Bull Arena 2:1 gewonnen. „Das ist für uns gar nicht so schlecht, dann können wir ein bisschen befreiter aufspielen“, so der Bullen-Coach.