17. September 2019 / 22:53 Uhr

RB Leipzig kann Champions League – Werner-Doppelpack bringt Sieg in Lissabon

RB Leipzig kann Champions League – Werner-Doppelpack bringt Sieg in Lissabon

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
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Die Kicker von RB Leipzig bejubeln die Führung zum 1:0 durch Timo Werner. © Getty Images
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Das war ein Auftakt nach Maß. RB Leipzig hat bei Benfica Lissabon eine überzeugende Leistung hingelegt und dank eines 2:1-Erfolges die ersten drei Punkte in der Königsklasse eingesammelt.

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Lissabon. Markus Krösche hatte diesen einen Herzenswunsch zu seinem 39. Geburtstag: Ein Erfolgserlebnis beim Start ins Abenteuer Champions League. Erfolg nach Lesart des erdverbundenen jungen RB-Sportdirektors? Ein Remis. Viel lieber: Ein Sieg. Dem Mann konnte geholfen werden. RB Leipzig gewinnt durch zwei Tore von Timo Werner (69./79.) und einem Gegentreffer von Haris Seferovic (84.) 2:1 bei Benfica Lissabon. Kann man so machen, macht Lust auf mehr.

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Benfica Lissabon - RB Leipzig (1:2) Zur Galerie
Benfica Lissabon - RB Leipzig (1:2) ©
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Die Gesprächsgrundlage vor der Partie: Benfica ist große weite Welt. 37 Meistertitel, 26 Pokalsiege, zwei Triumphe im Landesmeister-Cup, hat über 200000 (!) Mitglieder. Das sind geschätzte 199000 mehr als der zweifache Sachsenpokal-Gewinner RB Leipzig hat. Benfica gegen RB ohne Bruno Lage. Der Mann ist Cheftrainer und nach ungebührlichem Verhalten im Mai bei der SGE gesperrt.

RB beginnt mit Demme für Klostermann

RB mit Julian Nagelsmann. Der Mann benimmt sich auch in Klamotten englischer Jäger gut, war nach dem 1:1 gegen die Bayern nicht lange in sich gegangen. Sein Rezept: Man nehme die Zutaten der zweiten Halbzeit - taktisch und personell - und fertig ist das portugiesische Gala-Dinner. Bedeutet: Vierer-Abwehrkette mit Nordi Mukiele als rechtes Ketten-Glied, davor die beiden Sechser Diego Demme und Konrad Laimer. Der einzige Wechsel: Demme spielt statt Lukas Klostermann.

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(1) Peter Gulacsi: Der Ungar ist Vater des Sieges, hält den Dreier fest. Note 1. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Der Ungar ist Vater des Sieges, hält den Dreier fest. Note 1. ©

Timo Werner ist zeitig durch, passt auf Emil Forsberg, der schiebt ein. Kein Tor, Werner stand hauchzart im Abseits (7.). Ja, das Estádio do Sport Lisboa a Benfica - auch Estádio da Luz - ist ein Gedicht. Leider Gottes geht den Fußballern im Stadion des Lichts lange Zeit keines auf. Beide Mannschaften arbeiten einander im dusteren Mittelfeld ab, kommen selten bis nie in Zonen, die dem Zuschauer helle Freude bereiten. Ausnahme: Der gebürtige Stuttgarter Werner zieht in der 26. Minute nach innen, visiert das lange Eck an. Dort macht sich der ebenfalls gebürtige Stuttgarter Odisseas Vlachodimos breit und klärt.

Gulacsi rettet zur Halbzeit das Unentschieden

RB-Keeper Peter Gulacsi kommt kurz später zu seinem ersten Einsatz, fliegt einer Flanke entgegen und hat den Ball. Konrad Laimer muss runter - Knöchel-Verletzung. Amadou Haidara kommt (39.). Dann legt Emil Forsberg den Frust aus 41 miesen Minuten aller Beteiligten in einen Rechtsschuss. Der Vollspannstoß ist nicht flach genug für Vlachodimos Gehäuse. Das mit Hochspannung erwartete Spiel zweier begabter Teams eiert unter der Grasnabe der Halbzeit entgegen, nimmt kurz vor knapp plötzlich Fahrt auf. Raul de Tomas zwingt Gulacsi per Kopfball zu einer Glanztat, im Gegenzug sorgt ein Linksschuss von Yussuf Poulsen für Wellengang.

Halbzeit, torlos. Zeit für Geschichte und Geschichten. Ja, Leipzig und Lissabon haben schon mal die Klingen gekreuzt. Im Meesecup (zwischen 1955 und 1971 ausgetragen) scheiterte Benfica 1966/67 am 1. FC Lok. Benfica war damals eine noch größere Nummer als heute, u. a. mit dem 66er WM-Torschützenkönig Eusebio. Im Hinspiel gewann Lok am 21. Dezember 1966 im Zentralstadion vor offiziell 75 000 Fans mit 3:1. Das Rückspiel gewann Benfica 2:1. Lok feierte und schied im Viertelfinale gegen die völlig unbekannten Schotten des FC Kilmarnock aus.

Werner schlägt eiskalt zu

Wiederbeginn, RB mit zwei guten, aber unergiebigen Angriffen über Forsberg und Werner. 49. Minute: Die 100-prozentige Chance zum Leipziger 1:0. Doppelpass Werner-Poulsen, der auf den einschussbereiten Marcel Sabitzer, langes Bein und Führung? Nein, Vlachodimos rettet spektakulär. RB überlegen, muss durch Poulsen nach Nordi-Mukiele-Vorlage das überfällige Törchen machen. Der Däne versemmelt (61.). Zuvor taucht Gulacsi wegen einen Pizzi-Schusses ab. Pizzi hat auch die bis dato beste Lissabonner Chance, verzieht.

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Willi Orban (RB Leipzig): Wenn du so ein intensives Spiel am Ende gewinnst, bist du natürlich glücklich. Wir hätten es aber souveräner gestalten können. In der ersten Hälfte war es relativ ausgeglichen. In der zweiten Hälfte legen wir einen dominanten Auftritt hin, haben es aber immer wieder verpasst, das Tor zu machen. Wir haben gute Situationen kreiert, eine gute Raumaufteilung gehabt. In so einer hitzigen Schlussphase musst du dann immer wach sein. Zur Galerie
Willi Orban (RB Leipzig): "Wenn du so ein intensives Spiel am Ende gewinnst, bist du natürlich glücklich. Wir hätten es aber souveräner gestalten können. In der ersten Hälfte war es relativ ausgeglichen. In der zweiten Hälfte legen wir einen dominanten Auftritt hin, haben es aber immer wieder verpasst, das Tor zu machen. Wir haben gute Situationen kreiert, eine gute Raumaufteilung gehabt. In so einer hitzigen Schlussphase musst du dann immer wach sein. " ©

Dann schlagen die Roten Bullen zu. Nordi Mukiele steil auf Poulsen, der lässt abtropfen und Werner nix anbrennen. Der Nationalspieler zieht flach ab, Vlachodimos kommt zu spät. 1:0 für RB (69.). Die Führung wackelt sogleich, Gulacsi muss einen Freistoß von Alejandro Grimaldo entschärfen. Kurz später ist es wieder Gulacsi, der rettet - Auge in Auge mit Herrn Grimaldo. RB bleibt auf dem Gaspedal. Verwirrende Kombination, an deren Ende Werner das 2:0 macht (79.). Übrigens nach Intervention des Video-Assistenten. Vorentscheidung? Nee, der eingewechselte Haris Seferovic trifft zum 2:1-Anschluss (84.). Das Stadion bebt. RB rettet den Sieg im Hexenkessel ins Ziel. Am Sonnabend, 18.30 Uhr, ist wieder Bundesliga. RB spielt in Bremen.

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