15. Januar 2022 / 07:54 Uhr

René Adler über RB Leipzigs Keeper Gulacsi: „Einer der Besten in Europa“

René Adler über RB Leipzigs Keeper Gulacsi: „Einer der Besten in Europa“

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Vor gut einem Jahr hielt Peter Gulacsi seinen Kasten in Stuttgart sauber, gewann RB 1:0. Für seine Leistungen bei RB Leipzig erhielt der ungarische Nationaltorhüter nun Lob von
Vor gut einem Jahr hielt Peter Gulacsi seinen Kasten in Stuttgart sauber, gewann RB 1:0. Für seine Leistungen bei RB Leipzig erhielt der ungarische Nationaltorhüter nun Lob von © Michael Weber/Imago/Getty Images/Montage
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Ritterschlag unter Kollegen: Ex-Nationaltorwart René Adler adelt RB Leipzigs Schlussmann Peter Gulacsi und glaubt an ein Leipziger 3:1 beim VfB Stuttgart.

Leipzig. Er hat den DFB-Stars um Michael Ballack 2009 mit einer Glanzleistung beim 1:0 in Moskau das 2010er WM-Ticket nach Südafrika gesichert. Er musste kurz vorm Championat wegen einer Rippenverletzung seine Teilnahme absagen. Aus der Rippe eines Adlers erwuchs ein Neuer. An diesem Samstag feiert Ex-Nationaltorhüter René Adler, der seine Karriere 2019 in Mainz am Rhein beendet hat, seinen 37. Geburtstag, gestern schmückte der in Hamburg lebende Leipziger den LVZ-Podcast „Die Rückfallzieher“.

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„Ein unaufgeregter Typ, kein Flieger“

Adler sprach über seine Heldentat im eiskalten Luschniki-Stadion („das emotionalste Spiel meiner Karriere“), sein WM-Aus („die schwierigste Entscheidung meines Lebens“), das Leben ohne Fußball („Ich vermisse die Kabine“), seine geschäftlichen Aktivitäten („11TransFAIR“ – Tinder für Fußballprofis/„T1TAN“-Torhüterhandschuhe) und blickte natürlich auch in seine Heimat Leipzig.

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„Mit der Champions-League-Teilnahme wird es für RB eng, es sind mehr Mannschaften als üblich im Rennen.“ Möglicherweise müssten sich die Erfolgsverwöhnten mit der Europa League anfreunden, so Adler. Die Nummer eins der Liga ist und bleibt für Adler Manuel Neuer, 35, der erst durch Adlers Pech im Mai 2010 ins DFB-Tor rückte und es bis heute sein Eigen nennt. „Manu ist eine Klasse für sich, hat das Torhüter-Spiel auf ein neues Niveau gehoben.“


Adler hält auch viel von RB Leipzigs Routinier Peter Gulacsi, 31. „Ein unaufgeregter Typ, kein Flieger, hat sich unter Julian Nagelsmann auch fußballerisch klasse entwickelt.“ Gulacsi gehöre zu den „Besten in Europa“. Wenn Adlers Expertentipp hinhaut, muss der Gelobte beim Samstag-Spiel in Stuttgart (15.30 Uhr) allerdings hinter sich greifen. „RB gewinnt 3:1.“ Dagegen hätte im Lager der auswärts ewig Sieglosen (der letzte Liga-Dreier datiert vom 10. April/4:1 in Bremen) keiner etwas einzuwenden.

Ansagen in Stuttgart

Bilanzen werden immer dann bemüht, wenn sie gut sind und Gutes verheißen. Die RB-Bilanz gegen Stuttgart ist formidabel. Sieben Bundesligaspiele, sechs Siege, ein Remis. Wobei die bloßen Ergebnisse nicht immer alle Innereien der Partien spiegeln. So wandelten die Roten Bullen am 16. Februar 2019 beim VfB neben den Schuhen, spielten laut Coach Ralf Rangnick lange Zeit „Larifari“, hatten beim 3:1-Sieg aber einen vom Glück verfolgten Yussuf Poulsen (zwei Tore aus dem Nichts) und einen Marcel Sabitzer, der ein unmögliches Freistoßtor möglich machte. Am 2. Januar 2021 rettete Peter Gulacsi mit einer Glanztat den 1:0-Sieg beim VfB, machte Stuttgarts monströse 1:1-Chance kurz vorm Ende zunichte.

Der VfB Stuttgart steht einen Platz über Relegationsrang 16, hat beim Rückrundenauftakt (0:0 in Fürth) nicht den erhofften Dreier geholt. Folge: Der Ton wird rauer. Siehe Coach Pellegrino Materazzo, 44, der seinen Kader in drei Gruppen teilt. „Die einen haben verstanden, um was es geht und (in Fürth) auch ihre Leistung abgerufen. Dann gibt es die Spieler, die verstanden haben, um was es geht, aber aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage sind, es abzurufen.“

Gemünzt ist das beispielsweise auf Mittelstürmer Sasa Kalajdzic, 24, der in Fürth sein Comeback feierte und während der Partie mehrfach Besuch vom inneren Schweinehund bekommen hatte. Der österreichische Nationalspieler und 16-facher Bundesliga-Torschütze der vergangenen Saison hatte sich beim 0:4 in Leipzig am 20. August eine schwere Schulterverletzung zugezogen, fehlte den Seinen seitdem im Wortsinn. Matarazzo weiter: „Und dann gib es die Kategorie von Spielern, deren Leistung man in unserer Situation nicht akzeptieren kann.“ Auch wenn es Matarazzo vermied, Ross und Reiter zu nennen, ist klar: Der Welpenschutz fürs junge Team ist der gefährlichen (Tabellen)Lage zum Opfer gefallen.