08. Januar 2020 / 07:38 Uhr

RB Leipzigs Kampl: „Der nächste Vertrag, den ich unterschreibe, ist der letzte Große“

RB Leipzigs Kampl: „Der nächste Vertrag, den ich unterschreibe, ist der letzte Große“

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Fußball: Bundesliga, Bayern München - Borussia Dortmund, 28. Spieltag am 08.04.2017 in der Allianz Arena in München (Bayern). Sokratis (l) und Marcel Schmelzer von Dortmund diskutieren nach Spielende miteinander. (Wichtiger Hinweis: Aufgrund der Akkreditierungsbestimmungen der DFL ist die Publikation und Weiterverwertung im Internet und in Online-Medien während des Spiels auf insgesamt fünfzehn Bilder pro Spiel begrenzt.) Foto: Andreas Gebert/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
Kevin Kampl arbeitet in Thalgau an seinem Comeback © Getty Images / Privat
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Nach einer OP am rechten Fuß stehen die Zeichen für RB Leipzigs Kevin Kampl noch nicht auf Comeback. Derzeit steht für den 29-Jährigen Reha auf dem Programm. Der Rückrundenstart kommt für den zweifachen Vater deutlich zu früh. Im SPORTBUZZER-Interview spricht er neben seiner Gesundheit über eine mögliche Meisterschaft und Vertragsfragen.

Leipzig. RB-Ass Kevin Kampl, 29, hat sich in Salzburg mit seiner Frau und den beiden Kindern häuslich eingerichtet, arbeitet noch bis Freitag im Thalgauer Trainings- und Leistungsdiagnostikzentrum von Red Bull am Comeback. Übrigens zusammen mit Reha-Trainer Tim Lobinger, 46, der Weltklasse-Stabhochspringer und bis 2016 Athletiktrainer von RB Leipzig war. Kampl über die Unausweichlichkeit des Eingriffs am rechten Fuß, den Stand der Dinge, seine Zukunft in Leipzig oder anderswo und die Chancen im Titelkampf.

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Wie geht es Ihnen, Herr Kampl?

Gut. Die Operation ist fünf Wochen her, der Heilungsprozess ist schneller als erwartet verlaufen.

Bei Union Berlin geht schon die Angst vor einem Kampelschen Blitz-Comeback um.

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Wir wollen mit einem geilen Spiel in die Rückrunde starten, gleich ein Ausrufezeichen setzen. Aber bis zum 18. Januar wird das nichts mit mir. Momentan arbeite ich vor allem koordinativ und in Sachen Stabilität. Ich hoffe, dass ich in drei Wochen zurück auf den Trainingsplatz kann.

Die Operation war?

Irgendwann unumgänglich. Ich habe die Schmerzen lange Zeit weggedrückt, wollte die Mannschaft nicht im Stich lassen.

DURCHKLICKEN: Kevin Kampl bei RB Leipzig

Kevin Kampl spielt bei RB Leipzig im zentralen Mittelfeld. Zur Galerie
Kevin Kampl spielt bei RB Leipzig im zentralen Mittelfeld. ©

Sie haben die Schmerzen in der Vorsaison nicht nur weggedrückt, sondern auch betäuben lassen.

Das auch, ja. Es konnte nichts kaputt gehen, das Risiko war berechenbar. Es ging um viel, wir wollten wieder rein in die Champions League.

Wie problematisch ist der Umgang mit der ersten längeren Auszeit?

Als Fußballer willst du kicken, Erfolg haben, Spaß haben. Aber Verletzungen gehören leider dazu. Ich hatte bisher nie etwas Größeres, arbeite hart an meiner Rückkehr und werde wieder meine Spiele machen. Meine Familie ist mit hier in Salzburg. Ich habe also keine Sekunde Trübsal geblasen. Ich habe keinerlei Schmerzen mehr, fühle mich gut.

Ihr letztes Spiel datiert vom 9. November, Sie machten beim 4:2-Sieg bei Hertha das vorentscheidende 3:1 und freuten sich wie nach einer gewonnenen Meisterschaft.

Ich hatte mich innerlich entschieden, mich nach diesem Spiel operieren zu lassen und diesen Entschluss nicht bereut. Das 3:1 war schön und wichtig.


DURCHKLICKEN: Die Bilder zu RB Leipzigs 4:2-Auswärtssieg bei Hertha BSC

Hertha BSC - RB Leipzig (2:4) Zur Galerie
Hertha BSC - RB Leipzig (2:4) ©

Und eine Art Schlussstrich unter die Kickerei mit Schmerzen, Tabletten und Spritzen.

Ja.

Die Mannschaft hat es danach ohne Sie ausnehmend gut gemacht. Freut Sie das oder schwingt da mehr mit?

Was soll da außer Freude mitschwingen? Neid? Missgunst? Nein. Ich war und bin ein Teamplayer, freue mich auch auf der Tribüne über jeden Sieg der Jungs. Konkurrenz ist wichtig, bei uns kann keiner den Dicken machen, muss jeder liefern.

RB und Julian Nagelsmann passt, wackelt, hat Luft. Überrascht Sie das?

Nein, mir war klar, dass das gut wird. Der Coach ist jung, aber schon lang im Geschäft. Er weiß viel, kann viel, fordert viel. Passt.

Kann RB Meister werden?

Wir stehen zurecht auf Platz eins, keiner hat uns Punkte geschenkt. Wenn wir weiter fokussiert und stark bleiben, können wir Großes erreichen.

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Großes kann eingedenk der Konkurrenz und der Unwägbarkeiten des Business ein dritter, zweiter oder erster Platz sein.

Sie sagen es. Oben geht es eng zu. Bayern, Dortmund, Gladbach, Schalke oder auch Leverkusen werden noch viele Punkte holen.

Ihr Vertrag läuft 2021 aus. Dann könnten Sie ablösefrei wechseln, Herr Kampl.

Das ist mir auch schon aufgefallen, Herr Schäfer. Ich mache mir keinen Druck. Weder beim Comeback noch bei meinem Vertrag. Ich habe in der Bundesliga und international gezeigt, was ich kann, werde bald wieder spielen, muss keinem etwas beweisen. Der Verein wird irgendwann auf mich zukommen.

Und wenn der Verein das nicht tut? Auch andere Mütter und Väter haben schöne Töchter. Ralf Rangnick oder Roger Schmidt könnten auf die Idee kommen, Sie hinaus in die weite Welt mitzunehmen.

Ich bin 29, komme jetzt ins beste Alter eines Sechsers. Der nächste Vertrag, den ich unterschreibe, ist der letzte Große. Entweder wir bleiben langfristig in Leipzig oder es geht anderswo weiter.

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